Entwicklung der Indikationsgruppe

In der Indikationsgruppe der Mittel bei säurebedingten Erkrankungen werden verschiedene Therapieansätze unterschieden, die nachfolgend kurz skizziert werden.

Antazida

Über lange Zeit hinweg standen zur Linderung säurebedingter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt lediglich die sogenannten Antazida zur Verfügung, die eine Pufferung der Magensäure ermöglichen. Das Prinzip der mineralischen Antazida kam durch den Gebrauch von Heilerden schon in der Antike zur Anwendung.

H2-Antagonisten

Der Durchbruch in der Behandlung säurebedingter Gesundheitsstörungen im Bereich des Magens und Zwölffingerdarms gelang 1976 mit der Einführung des ersten H2-Antagonisten, dem Cimetidin, mit dem sich die Säuresekretion gezielt durch die selektive Blockade von Histamin-H2-Rezeptoren hemmen lässt.

Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI)

Mit Einführung des Omeprazols im Jahr 1989 als erstem Protonenpumpen-Inhibitor (PPI) standen dann Arzneimittel zur Verfügung, deren Effektivität in der Säuresekretionshemmung unübertroffen ist. Die nahezu zeitgleiche Entdeckung der Infektion mit Helicobacter pylori als häufiger Ursache des Magenulkus hat dann sogar zu einer kausalen Behandlungsmöglichkeit geführt, bei der PPI unverzichtbarer Bestandteil sind.

Andere Mittel bei Ulkus oder Refluxkrankheit

Unter den übrigen Mitteln, die früher häufiger bei Ulkus- oder Refluxerkrankungen eingesetzt wurden, ist besonders die Entwicklung des Muskarinantagonisten Pirenzepin in den 1970er Jahren zu nennen. Dieser Wirkstoff wurde für eine gezieltere Wirkung am Magen entwickelt, als es mit den bis dahin zur Verfügung stehenden sogenannten Anticholinergika möglich war. Erwähnenswert ist auch die Entwicklung des Sucralfats, welches 1981 in Deutschland eingeführt wurde. Es wird angenommen, dass dieser Wirkstoff lokal eine Schutzschicht an den Ulzera bildet. Einen völlig neuen Wirkmechanismus hatte auch das Misoprostol, ein Prostaglandinderivat, das 1986 auf den Markt kam. Wegen der erheblich besseren Verträglichkeit der PPI spielen diese Wirkstoffe in der Therapie von säurebedingten Erkrankungen jedoch praktisch keine Rolle mehr.