Die zu dieser Indikationsgruppe gehörenden Wirkstoffe werden zur Behandlung des idiopathischen Parkinson-Syndroms (Morbus Parkinson, im Folgenden Parkinson-Syndrom) sowie zur Behandlung weiterer Störungen wie beispielsweise des Restless-Legs-Syndroms oder der unter Neuroleptika auftretenden extrapyramidal-motorischen Störungen eingesetzt. Man unterscheidet verschiedene Therapieansätze, deren Entwicklung nachfolgend kurz umrissen wird.
Die Anticholinergika stellen den ältesten Therapieansatz unter den Antiparkinsonmitteln dar. Bis heute ist die molekulare Basis ihrer Wirkung nicht bekannt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Belladonna-Tinkturen (Atropin) eingesetzt. Diese wurden in den 1950er Jahren durch die synthetisch hergestellten Anticholinergika Trihexyphenidyl und Biperiden ersetzt. Seit Beginn der 1960er Jahre stehen die Wirkstoffe Metixen und Procyclidin zur Verfügung, seit 1975 das Bornaprin. Anticholinergika spielen in der Standardtherapie des Parkinson-Syndroms heute aber kaum noch eine Rolle. Die typischen anticholinergen Nebenwirkungen (u. a. Mundtrockenheit, Sehstörungen, Störungen beim Wasserlassen, kognitive Störungen) schränken die Anwendung besonders bei älteren Patienten ein. Die Anticholinergika werden auch zur Behandlung der durch Neuroleptika hervorgerufenen extrapyramidal-motorischen Störungen eingesetzt.
1960 erkannte man, dass es beim Parkinson-Syndrom zu einem Mangel des Botenstoffes Dopamin in den Basalganglien des Hirns kommt. Damit war der Grundstein für die Entwicklung einer effektiven medikamentösen Therapie gelegt. Dopamin selbst kann nicht direkt als Medikament eingesetzt werden, weil es vom Blut nicht ins Gehirn gelangt. 1961 wurden daher erstmals Parkinson-Patienten mit L Dopa behandelt, welches das Hirn auf dem Blutweg erreicht und dort in die wirksame Form, das Dopamin, umgewandelt wird. Allerdings wird ein großer Teil des L Dopa auch schon in anderen Geweben des Körpers durch das Enzym Dopa-Decarboxylase zu Dopamin abgebaut. 1967 wurde erstmals über den erfolgreichen Einsatz von L Dopa zusammen mit einem Decarboxylase-Hemmer (Benserazid oder Carbidopa) berichtet, der den Abbau von L Dopa zu Dopamin außerhalb des Gehirns hemmt. Seit 1970 wird das Parkinson-Syndrom weltweit mit L Dopa behandelt; 1975 wurden die fixen Kombinationen mit Decarboxylase-Hemmern eingeführt. Seit 2003 steht auch eine Dreifachkombination aus L Dopa, Carbidopa und einem COMT-Hemmer (s. u.) zur Verfügung. Die alleinige Therapie mit L-Dopa und einem Decarboxylase-Hemmer führt in der Regel nach einigen Jahren zu sogenannten Wirkungsfluktuationen und motorischen Störungen (Dyskinesien). Eine Umstellung der Therapie – häufig die zusätzliche Gabe weiterer Wirkstoffe – ist dann erforderlich. L Dopa wird auch beim Restless-Legs-Syndrom eingesetzt.
Dopaminagonisten greifen an den Dopaminrezeptoren an und entfalten dort eine vergleichbare Wirkung wie Dopamin. Sie sind zwar weniger gut wirksam und verträglich als L Dopa, jedoch bleiben Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien aus. Zur Verfügung stehen die Ergot-Dopaminagonisten, die sich von den Mutterkornalkaloiden ableiten: Bromocriptin (1979), Lisurid (1982), Pergolid (1993), Cabergolin (1995) und α-Dihydroergocryptin (1995). Ergot-Derivate können in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen (beispielsweise Herzklappenfibrose). Dieses Risiko besteht bei den Non-Ergot-Dopaminagonisten nach bisherigem Kenntnisstand nicht. Zu diesen gehören die Wirkstoffe Apomorphin (1970), Ropinirol (1997), Pramipexol (1998), Rotigotin (2006) und Piribedil (2007). Die Dopaminagonisten werden zur Therapie des Parkinson-Syndroms und des Restless-Legs-Syndroms verwendet.
Dopamin wird durch das Enzym Monoaminoxidase (MAO) abgebaut. Über Wirkstoffe, die dieses Enzym hemmen (MAO-Hemmer), kann die Konzentration von Dopamin erhöht werden. In den 1960er Jahren wurden zur Therapie des Parkinson-Syndroms nichtselektive MAO-Hemmer eingesetzt, bei denen jedoch die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen relativ hoch war. Derzeit stehen als Antiparkinsonmittel die selektiven MAO-B-Hemmer Selegilin (seit 1986) und Rasagilin (seit 2005) zur Verfügung.
Das Amantadin wurde eigentlich zur Behandlung der Virusgrippe (Influenza) eingeführt. 1969 entdeckte man zufällig seine Eignung als Parkinsonmittel. Es kann bei milder Symptomatik des Parkinson-Syndroms eingesetzt werden oder bei Dyskinesien, die durch Neuroleptika bedingt sind.
Zu den anderen dopaminergen Mitteln gehören Wirkstoffe, die nicht zu den Dopaminagonisten zählen, aber wie MAO-Hemmer ebenfalls die Konzentration von Dopamin im Gehirn erhöhen. Alle diese Wirkstoffe werden zusätzlich zu L-Dopa gegeben. Hier sind einerseits die COMT-Hemmer zu nennen. Sie hemmen das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT), das neben der MAO für den Abbau von Dopamin verantwortlich ist. Als erster COMT-Hemmer wurde 1997 das Tolcapon eingeführt, musste jedoch bald wegen der Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen auf die Leber wieder vom Markt genommen werden. Es wurde 2005 erneut mit Auflagen zugelassen. Als Mittel der ersten Wahl gilt der 1998 eingeführte COMT-Hemmer Entacapon. 1997 wurde auch Budipin zur Behandlung des Parkinson-Syndroms zugelassen. Budipin wirkt u. a. über eine Erhöhung der Dopaminkonzentration.