Versorgungssituation bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 21.01.19

Quelle: IGES nach RKI (Hrsg.) (2017) Krebs in Deutschland für 2013/2014. Berlin.

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland wird für das Jahr 2014 mit 482.200 angegeben, wobei 226.960 Frauen und 249.160 Männer betroffen waren (RKI 2017). Für das Jahr 2018 wird geschätzt, dass es zu 493.600 kommt. (RKI 2017) Die Anzahl der Krebsneuerkrankungen hat zwischen 1999 und 2014 zugenommen. Bei Männern von 200.363 auf 249.215 (24,4 %) und bei Frauen von 196.659 auf 227.001 (15,4 %). Seit etwa 2008 ist die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Männern als auch Frauen stabil und mittlerweile ist eine Tendenz zu leicht rückläufigen Zahlen erkennbar (Zentrum für Krebsregisterdaten im RKI 2017). Die beobachtete Steigerung insgesamt ist hauptsächlich durch die Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung erklärbar (RKI 2017). Auch bei den altersstandardisierten Neuerkrankungsraten ist in den letzten zehn Jahren ein Rückgang erkennbar (Zentrum für Krebsregisterdaten im RKI 2017).

Im Jahr 2014 standen den 482.200 Neuerkrankungen insgesamt knapp 222.972 Todesfälle gegenüber (RKI 2017). Die Betrachtung der altersstandardisierten Daten zeigt rückläufige Raten: So ist zwischen 2005 und 2015 die Raten bei den Männern ein Rückgang von 12 %, bei den Frauen um 7 % zu beobachten (RKI 2017).

Nur ein Teil der Krebserkrankungen spielt in der ambulanten Versorgung eine Rolle. Brust- und Prostatakrebs sind die häufigsten Krebserkrankungen, die über längere Zeit ambulant behandelt werden.

Der Bedarf an antineoplastischen Mitteln für den ambulanten Verbrauch kann aus verschiedenen Gründen nicht geschätzt werden. Die Behandlung mit Zytostatika erfolgt zwar in der Regel nach erprobten Schemata, trotzdem hängt die Therapie von zahlreichen individuell variablen Faktoren ab. Dies sind vor allem Stadium und Progression der Erkrankung, das Ansprechen auf die Therapie, die Präferenz einer bestimmten Therapie im Falle verschiedener Optionen oder die Verträglichkeit einer Therapie. Zudem sehen zytostatische Regime häufig keine Dauertherapie, sondern eine intermittierende Gabe von Medikamenten vor. Außerdem ist zu bedenken, dass einige Zytostatika – insbesondere Methotrexat und Cyclophosphamid – auch als Immunsuppressiva eingesetzt werden, z. B. bei rheumatoider Arthritis. Angesichts der zahlreichen unerwünschten Wirkungen von Zytostatika ist jedoch kaum anzunehmen, dass der beobachtete Verbrauch über den bestehenden Bedarf hinausgeht. Umgekehrt gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass in Deutschland der Verbrauch an antineoplastischen Mitteln nicht mit dem Bedarf Schritt halten würde.

Literatur

  • Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Berlin, 2017.
  • Zentrum für Krebsregisterdaten im RKI (2017) www.krebsdaten.de/abfrage (Abfrage vom 03.01.2019)