Versorgungssituation bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 09.09.17

Quelle: IGES nach RKI (Hrsg.) (2016) Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland. Berlin.

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 482.200 Krebsneuerkrankungen registriert, wobei 229.900 Frauen und 252.600 Männer erkrankt waren. Für das Jahr 2020 werden 519.00 inzidente Krebsfälle prognostiziert. (RKI 2016) Die Anzahl der Krebsneuerkrankungen hat zwischen 1993 und 2013 zugenommen. Bei Männern von 180.737 auf 252.589 (39,8%) und bei Frauen von 188.204 auf 229.921 (22,2 %). Seit etwa 2008 ist die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Männern als auch Frauen stabil (Zentrum für Krebsregisterdaten im RKI 2016). Die beobachtete Steigerung insgesamt ist hauptsächlich durch die Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung erklärbar (RKI 2016). Auch bei den altersstandardisierten Neuerkrankungsraten ist in den letzten zehn Jahren eine Stabilisierung erkennbar (RKI 2016).

Im Jahr 2013 standen den 482.200 Neuerkrankungen insgesamt knapp 223.000 Todesfälle gegenüber (RKI 2016). Die Betrachtung der altersstandardisierten Daten zeigt, dass seit Beginn der 1990er Jahre die Krebssterblichkeit in Deutschland rückläufig ist. Bis 2013 ist sie bei Frauen um 15 bis 20% zurückgegangen, bei den Männern um 20 bis 30% (RKI 2016).

Nur ein Teil der Krebserkrankungen spielt in der ambulanten Versorgung eine Rolle. Brust- und Prostatakrebs sind die häufigsten Krebserkrankungen, die über längere Zeit ambulant behandelt werden.

Der Bedarf an antineoplastischen Mitteln für den ambulanten Verbrauch kann aus verschiedenen Gründen nicht geschätzt werden. Die Behandlung mit Zytostatika erfolgt zwar in der Regel nach erprobten Schemata, trotzdem hängt die Therapie von zahlreichen individuell variablen Faktoren ab. Dies sind vor allem Stadium und Progression der Erkrankung, das Ansprechen auf die Therapie, die Präferenz einer bestimmten Therapie im Falle verschiedener Optionen oder die Verträglichkeit einer Therapie. Zudem sehen zytostatische Regime häufig keine Dauertherapie, sondern eine intermittierende Gabe von Medikamenten vor. Außerdem ist zu bedenken, dass einige Zytostatika – insbesondere Methotrexat und Cyclophosphamid – auch als Immunsuppressiva eingesetzt werden, z. B. bei rheumatoider Arthritis. Angesichts der zahlreichen unerwünschten Wirkungen von Zytostatika ist jedoch kaum anzunehmen, dass der beobachtete Verbrauch über den bestehenden Bedarf hinausgeht. Umgekehrt gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass in Deutschland der Verbrauch an antineoplastischen Mitteln nicht mit dem Bedarf Schritt halten würde.

Literatur zur Versorgungssituation bei Krebsmedikamenten