Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln zur Anregung des Immunsystems L03 Immunstimulanzien

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei Mitteln zur Anregung des Immunsystems

Die Immunstimulanzien verursachten 2016 für die GKV Ausgaben in Höhe von 973 Mio. Euro. Die Ausgaben waren um 16,4 Mio. Euro (1,7 %) niedriger als 2015.

  • Verbrauch: Der Verbrauch ging 2016 erneut leicht zurück. Er war um 0,4 Mio. DDD (1,8 %) geringer als im Vorjahr und erreichte 22,6 Mio. DDD. Der Verbrauchsrückgang hat sich somit erneut verlangsamt, denn im Vorjahr lag er noch bei 4,5 % und 2014 waren es noch 11 %. In der Teil-Indikationsgruppe der bei Hepatitis (B und C) eingesetzten Interferone alpha war im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 12 % zu beobachten (2015: 43 %). Dieser Rückgang zeigt die schwindende Bedeutung von Interferon alpha in der Behandlung der chronischen Hepatitis C an, wo durch Einführung neuer Wirkstoffe die komplette Umstellung der Therapiekonzepte inzwischen umgesetzt wurde (siehe J05). In der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Multipler Sklerose ging der Verbrauch 2016 um 2,2 % zurück, nachdem er bis 2013 kontinuierlich gestiegen war. Hier ist anzunehmen, dass es zu einer Substitution mit neuen Wirkstoffen gekommen ist (siehe L04 und N07).
  • Innovation: Obwohl in den letzten Jahren einige neue Wirkstoffe eingeführt wurden, schlug sich dies in den letzten beiden Jahren nicht maßgeblich in den Innovationskomponenten nieder: Die Therapieansatzkomponente tendiert zu Null, die Therapieansatzkomponente führte 2016 zu einer Ausgabenminderung von 4,8 Mio. Euro, weil sich bei den Mitteln zur Behandlung der Multiplen Sklerose der Verbrauchsanteil von Glatirameracetat erhöhte.
  • Preis: Die Preiskomponente erhöhte die Ausgaben um 5,2 Mio. Euro. Ursächlich sind hier Verschiebungen zwischen den Anteilen der Anbieter ausgelöst durch Änderungen bei individuellen Rabattverträgen wahrscheinlich.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Mitteln zur Anregung des Immunsystems

Die Indikationsgruppe der Immunstimulanzien war in den letzten Jahren geprägt durch einen Verbrauchsrückgang sowohl für die Mittel bei Multipler Sklerose als auch die Interferone alpha. Von den drei Wirkstoffen, die in den letzten fünf Jahren neu eingeführt wurden, stand nur einer für ein neues Therapiekonzept. Dieser Wirkstoff ist inzwischen nicht mehr verfügbar. Andere Innovationen sind aktuell nicht in Sicht. Für die nächsten Jahre ist daher zu erwarten, dass diese Indikationsgruppe nur wenig Dynamik zeigen wird. Für den Verbrauch und die Ausgaben bedeutet dies, dass eine stabile Entwicklung zu erwarten ist, allenfalls mit leicht rückläufiger Tendenz.