Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln für das Nervensystem N07 Andere Mittel für das Nervensystem

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei anderen Mitteln für das Nervensystem

Arzneimittel aus der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem verursachten 2016 für die GKV Ausgaben in Höhe von 423 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Ausgaben um 17,9 Mio. Euro bzw. 4,1% zurück.

  • Verbrauch: Der Verbrauch lag 2016 bei 105 Mio. DDD und damit 2,4% höher als im Vorjahr. Den größten Anteil am Verbrauch hatten mit 62% die Antivertiginosa. Die auffälligste Entwicklung der letzten Jahre war 2014 die Einführung des Dimethylfumarat zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). Für diesen Wirkstoff stieg der Verbrauch rasch an und erreichte 2015 5,3 Mio. DDD. 2016 lag der Verbrauch unverändert bei diesem Wert. Die meisten anderen Teil-Indikationsgruppen zeigten 2016 ebenfalls kaum Verbrauchsänderungen.
  • Innovation: In der Indikationsgruppe sind in den letzten Jahren neben dem Dimethylfumarat einige weitere neuer Wirkstoffe eingeführt worden. Die Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffe unterscheiden sich erheblich und stehen daher nicht in Konkurrenz zueinander. Teilweise sind Teil-Indikationsgruppen der sehr heterogenen Indikationsgruppe nur durch einen einzigen Wirkstoff definiert. Daher spricht in keinem Fall der Neueinführungen eine der Innovationskomponenten an, sondern es finden sich lediglich verbrauchsbedingte Ausgabenänderungen. Teilweise konkurrieren die Wirkstoffe mit Arzneimitteln aus anderen Indikationsgruppen. Methodisch bedingt kann dies durch die hier berechneten Strukturkomponenten nicht abgebildet werden.
  • Preis: Durch Preissenkungen kam es 2016 zu Einsparungen in Höhe von 26,2 Mio. Euro.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei anderen Mitteln für das Nervensystem

Bei der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem handelt es sich um eine kleine, heterogene Gruppe mit in der Regel unscheinbarer Dynamik in Bezug auf die Ausgabenänderungen. Dies änderte sich 2014 mit Einführung des Dimethylfumarats zur Anwendung bei der MS. Die Ausgaben stiegen 2014 allein durch diese Neueinführung um mehr als das doppelte. Inzwischen hat sich die Verbrauchsentwicklung für Dimethylfumarat stabilisiert. Für die übrigen Teil-Indikationsgruppen sind keine außerordentlichen Ereignisse abzusehen. In den nächsten Jahren kann daher für diese Indikationsgruppe eine ruhige Entwicklung mit allenfalls geringen Ausgabensteigerungen erwartet werden.