Verbrauch N07 Andere Mittel für das Nervensystem

Veröffentlicht am: 26.06.26

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen
Tab. 3Verbrauch von anderen Mitteln für das Nervensystem nach Teil-Indikationsgruppen
ArzneimittelgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20062007200820092010201120122013201420152016
Antivertiginosa54,754,456,156,556,658,559,861,464,665,665,8
Parasympathomimetika9,59,810,310,510,911,311,511,812,012,412,6
Mittel bei Opiatabhängigkeit9,310,311,211,610,58,59,310,010,310,712,5
Multiple Sklerose3,45,35,3
Kaliumkanalblocker0,42,93,64,14,44,5
Übrige Teil-Indikationsgruppen4,84,64,94,94,94,54,14,24,44,64,6
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 incl. Zubereitungen

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Jedem GKV-Versicherten wurden 2024 im Mittel 2,2 DDD aus der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem verordnet, womit diese Arzneimittel zu den selten verordneten gehören.

Der Verbrauch für Arzneimittel aus dieser Indikationsgruppe lag 2024 bei 161 Mio. DDD. Im Vergleich zu 2023 ist der Verbrauch um 0,6 Mio. DDD gestiegen, was einer Rate von 0,4% entspricht. Die Verbrauchsentwicklung zeigte sich im betrachteten Zeitverlauf moderat, bis auf die Jahre 2021 und 2022, in denen die Zuwachsrate über 16 bzw. 30 % erreichte. Das starke Wachstum wurde hauptsächlich durch die Mittel bei Opiatabhängigkeit verursacht.

Den größten Verbrauchsanteil hatten 2024 mit 47 % die Mittel bei Opiatabhängigkeit. Es folgten mit 37% die Antivertiginosa (Mittel gegen Schwindel) und die Parasympathomimetika mit 9 %.

Der Verbrauch der Mittel bei Opiatabhängigkeit lag 2014 bei 12,2 Mio. DDD und stieg bis 2020 auf knapp 22 Mio. DDD bzw. 76 %. In den folgenden zwei Jahren hat sich der Verbrauch fast verdreifacht und erreichte 2022 74,7 Mio. DDD. Seitdem stieg der Verbrauch nur noch geringfügig; 2024 lag er bei 75,4 Mio. DDD. Hauptsächlich war der beobachtete Verbrauchsanstieg auf den Wirkstoff Levomethadon zurückzuführen. Allerdings blieb in diesem Zeitraum die Anzahl der im Substitutionsregister gemeldeten Patienten unverändert (BfArM 2025). Der beobachtete Verbrauchsanstieg spiegelt tatsächlich eine Verschiebung von Rezepturen hin zur Abgabe von Fertigarzneimitteln wider. Es hat also keinen – oder nur einen marginalen Verbrauchsanstieg gegeben, sondern der bisher in den Rezepturen basierend auf Grundstoffen verborgene Verbrauch ist nun in größerem Ausmaß sichtbar geworden. Tatsächlich ist die Anzahl der abgerechneten Sonder-PZN 9999086 (Methadon) im Zeitraum von 2020 bis 2022 um mehr als 90 % zurückgegangen.

Der Verbrauch neuerer Teil-Indikationsgruppen (insbesondere Mittel bei ALS, bei familiärer Amyloidpolyneuropathie sowie solcher bei Friedreich Ataxie) ist im Verhältnis zur Indikationsgruppe insgesamt marginal. Allerdings hat sich für diese Teil-Indikationsgruppen insgesamt der Verbrauch zwischen 2014 und 2024 mehr als verdoppelt und stieg von 1,12 auf 2,75 Mio. DDD.