Grundelemente der Ausgabenentwicklung im Jahr 2016

Veröffentlicht am: 06.10.17

Die Ausgaben der GKV für Arzneimittel stiegen nach der Jahresstatistik KJ 1 des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) 2016 um 4,1 % (bzw. 1.434 Mio. Euro) von 34.836 Mio. auf 36.270 Mio. Euro. In 2015 waren die Ausgaben nach KJ1 noch etwas stärker um 4,4 % (bzw. 1.479 Mio. Euro) gestiegen.

Elemente der Ausgabenentwicklung der GKV für Arznei- und Verbandmittel in den Jahren 2014–2016.
Element der AusgabenentwicklungQuelle2014 (Mio. Euro)2015 (Mio. Euro)2016 (Mio. Euro)Differenz 2015 vs. 2016 (Mio. Euro)Differenz 2015 vs. 2016(%)
IGesamtsumme Arznei- und Verbandmittel aus Apotheken nach AVP*IGES-Berechnung37.96039.81441.3491.5343,9
IIAbschläge auf diese Umsätze-7.970-8.524-8.868-3444,0
darunter
IIaZuzahlungen von PatientenKJ 1-2.055-2.101-2.174-733,5
IIbArzneimittelrabatte von Herstellern (gesetzlich und individuell)KJ 1-4.824-5.335-5.596-2614,9
IIcArzneimittelrabatte von ApothekernKJ 1-1.092-1.088-1.098-100,9
IIISonstiges**KJ 13.3683.5463.7902446,9
Ausgaben GKVKJ 133.35734.83636.2701.4344,1
* Aus Apotheken, ohne Hilfsmittel, zu Apothekenverkaufspreisen** Ausgaben für Arzneimittel außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung, Digitalisierung der Verordnungsblätter, Arzneimittel von sonstigen Lieferanten und dem Versandhandel Quelle: KJ 1 (BMG), NVI (INSIGHT Health), IGES-Berechnungen

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Die GKV-Arzneimittelausgaben entsprechend der amtlichen Statistik setzen sich aus drei Elementen zusammen:

  • Umsätze aus Verordnungen für Arzneimittel, Verbandmittel etc., die über Apotheken ausgeliefert werden, mit Ausnahme der Impfstoffe
  • Abschläge auf diese Umsätze durch Rabatte und Zuzahlungen
  • sonstige Umsätze von anderen Lieferanten sowie für Artikel, die nicht Arzneimittel sind, aber dort erfasst werden

Die Umsätze der Apotheken mit Arznei- und Verbandmitteln zu Apothekenverkaufspreisen stiegen – berechnet auf Basis der amtlichen Statistik des BMG – 2016 um 3,9 % bzw. 1.534 Mio. Euro auf 41.349 Mio. Euro. Der Anstieg im Vorjahr war 4,9 % bzw. 1.845 Mio. Euro.

Die Steigerungen waren somit für die Umsätze aus Apotheken etwas geringer als für die Gesamtausgaben der GKV. Ursache für den Unterschied war, dass auf der einen Seite die sonstigen Ausgaben, die unter Arzneimittel verbucht werden, stärker stiegen als die Mehrheit des Marktes und auf der anderen Seite das Volumen der geleisteten Rabatte geringer zunahm als die Gesamtausgaben.

Für die Kassen wurden im Vergleich zum Vorjahr zusätzliche Einsparungen bei Herstellern, Apotheken und Patienten von insgesamt 344 Mio. Euro realisiert. Im Vorjahr war die Summe der Einsparungen aus Rabatten von Herstellern und Apotheken sowie Zuzahlungen von Patienten um 554 Mio. Euro gestiegen.

Die geleisteten Zuzahlungen nahmen 2016 weiter zu. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 73 Mio. Euro auf 2.174 Mio. Euro. Die gesetzlichen und individuellen Rabatte der Hersteller fielen 2016 mit 5.596 Mio. Euro abgeleitet aus den Statistiken des BMG um insgesamt 261 Mio. Euro höher aus als im Vorjahr. Im Jahr 2015 waren dagegen zusätzliche Einsparungen von 511 Mio. Euro erzielt worden. Die gesetzlichen Rabatte umfassen Abschläge nach § 130a Abs. 1 bis 3b SGB V, bei den individuellen Rabatten handelt es sich um die Ergebnisse von Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8 und zu einem kleineren Teil nach § 130c SGB V. Die verhandelten Abschläge nach § 130b zwischen dem GKV-Spitzenverband und den pharmazeutischen Unternehmen auf Basis der frühen Nutzenbewertung nach § 35a durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sind bereits in den Umsätzen berücksichtigt und werden nicht in den Rabattkonten ausgewiesen. Die gesetzlichen Rabatte nahmen um 1,7 % zu. Ursache war dafür vermutlich der gestiegene Verbrauch. Die Höhe der geleisteten Individualrabatte nahm hingegen um 6,4 % zu. Von 2014 nach 2015 waren die individuellen Rabatte noch um 14,7 % gestiegen.

Die geleisteten Abschläge der Apotheker stiegen mit 1.098 Mio. Euro für das Jahr 2016 minimal an. Der Apothekenabschlag hatte sich in den letzten Jahren nur geringfügig geändert. Für das Jahr 2014 galt ein Abschlag von 1,80 Euro, und für das Jahr 2015 erfolgte eine Absenkung auf 1,77 Euro. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz Mitte 2015 wurde diese Rabatthöhe auch langfristig festgesetzt, zuvor war sie immer wieder Verhandlungsgegenstand zwischen Apotheken und den gesetzlichen Krankenkassen. Geleistete Rabatte der Apotheker bei der Abgabe von Zubereitungen sind bereits in den Umsätzen berücksichtigt und werden nicht im entsprechenden Rabattkonto erfasst.

Die sonstigen Ausgaben für Arzneimittel außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung, für die Digitalisierung der Verordnungsblätter und für Arzneimittel sonstiger Lieferanten sowie des Versandhandels stiegen 2016 um 6,9 % auf 3.790 Mio. Euro. Wie bereits ausgeführt war der prozentuale Anstieg der sonstigen Ausgaben somit höher als der Anstieg der Gesamtausgaben für Arzneimittel in der GKV.