Andere Mittel zur Anwendung auf der Haut (Dermatika) D11 Andere Dermatika

Veröffentlicht am: 16.01.26

Die Indikationsgruppe der anderen Mittel zur Anwendung auf der Haut umfasst eine Vielzahl von Wirkstoffen, die bei unterschiedlichen Hauterkrankungen eingesetzt werden. Die allermeisten werden zur unterstützenden Behandlung bei anderen Hauterkrankungen eingesetzt, wie bspw. medizinische Bäder, medizinische Schampoos oder Warzenmittel.

Von wachsender Bedeutung sind Wirkstoffe zur Behandlung der atopischen Dermatitis bzw. Neurodermitis. Diese chronische Erkrankung manifestiert sich meist in der Kindheit; mehr als die Hälfte der Betroffenen zeigt im Erwachsenenalter keine Symptome mehr. Typisch ist ein juckender Hautausschlag. Abgesehen von dem Hautausschlag kann die Lebensqualität vor allem durch den Juckreiz erheblich beeinträchtig werden. Typisch sind außerdem Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze und allergische Erkrankungen in Form von Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen oder Asthma.

Teil-Indikationsgruppen

Die Indikationsgruppe ist in fünf Teil-Indikationsgruppen untergliedert:

  • Mittel bei verschiedenen Störungen der Haut- und Hautanhangsgebilde
  • Atopische Dermatitis
  • Keratolytika und Warzenmittel zur Anwendung bei übermäßiger Verhornung bzw. Hautwarzen
  • Mittel bei Vitiligo oder Weißfleckenkrankheit, einer Pigmentierungsstörung, bei der die Haut unregelmäßige, pigmentfreie Flecken zeigt
  • Mittel bei Tuberöser Sklerose, einer angeborenen Erkrankung, die durch insbesondere durch das Auftreten von – in der Regel – gutartigen Tumoren gekennzeichnet ist, die insbesondere das ZNS und die Haut, aber auch andere Organe betreffen .

Therapieansätze

Wichtigster Therapieansatz bei den Dermatika sind die Fluoruracil-haltigen Mittel. Fluoruracil wirkt wachstumshemmend auf die warzenauslösenden Viren. Als Keratolytikum wird am häufigsten Salicylsäure eingesetzt, die die oberen Zellschichten der Hornhaut aufweicht, so dass diese sich leichter ablösen.

Der Therapieansatz der Calcineurininhibitoren umfasst die Wirkstoffe Pimecrelimus und Tacrolimus und gehört zu den bei atopischer Dermatitis eingesetzten Wirkstoffen. Calcineurininhibitoren hemmen in der Zelle die Synthese von Zytokinen, die als Entzündungsmediatoren fungieren.

Bei schweren Formen der atopischen Dermatitis kommen IL-4/13-Inhibitoren zur Anwendung, welche die Wirkung der Interleukine 4 und 13 hemmen. Diese Interleukine gelten als Schlüssel-Botenstoffe bei der Entzündungsreaktion, die der atopischen Dermatitis zugrunde liegt.

Zur Behandlung der Vitiligo und der Tuberösen Sklerose steht jeweils nur ein Wirkstoff aus der Gruppe der JAK-Inhibitoren bzw. der mTOR-Hemmer zur Verfügung.