Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel D11 Andere Dermatika

Veröffentlicht am: 19.09.22

Fazit zu den Entwicklungen bei den anderen Mitteln zur Anwendung auf der Haut (Dermatika)

Für Mittel bei anderen Störungen der Haut und Hautanhangsgebilde beliefen sich die Ausgaben der GKV im Jahr 2021 auf 327,2 Mio. Euro. Der Ausgabenanstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug 92,1 Mio. Euro bzw. 39,2 %.

  • Verbrauch: Im Jahr 2021 wurden 88 Mio. DDD von Arzneimitteln aus der Indikationsgruppe der anderen Dermatika verbraucht, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 1,8 5 bedeutet. Der Verbrauchsanstieg war am stärksten für die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei atopischer Dermatitis, wo ein Anstieg um 21,4 % auf 15,5 Mio. DDD festzustellen war. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung waren die IL-4/13-Inhibitoren und hier insbesondere das seit 2017 verfügbare Dupilumab.
  • Innovation: Die Innovationskomponente zeigt für 2021 die zunehmende Verwendung von IL-4/13-Inhibitoren zur Behandlung der atopischen Dermatitis und hier besonders von Dupilumab an, wodurch sich 2021 die Ausgaben um rund 50 Mio. Euro erhöhten.
  • Preis: Durch die Preiskomponente gingen die Ausgaben um 4,1 Mio. Euro zurück. Hierzu trugen am stärksten die Mittel bei atopischer Dermatitis mit Einsparungen von 6,6 Mio. Euro bei, was auf die Ergebnisse der Preisverhandlungen für Dupilumab in Folge der Nutzenbewertung nach § 35a SGB V zurückzuführen ist.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den anderen Mitteln zur Anwendung auf der Haut (Dermatika)

Die Indikationsgruppe der anderen Dermatika ist eine Sammelgruppe, deren Ausgabenentwicklung sich bis 2017 wenig auffällig verhielt. Dies änderte sich mit Einführung des Antikörpers Dupilumab zur Therapie der atopischen Dermatitis im Jahr 2017: Seitdem beschleunigte sich die Ausgabenentwicklung erheblich. Mit der im Jahr 2021 abgegebenen Menge von rund 5,5 Mio. DDD wären mindestens 15.000 Patienten behandelbar gewesen. Die Erkrankung tritt bei etwa 2 bis 3 % der Erwachsenen auf, bei Kindern und Jugendlichen ist – abhängig vom Lebensalter – von einer Häufigkeit von 10 % oder deutlich mehr auszugehen. Zudem wurde das Anwendungsgebiet von Dupilumab mittlerweile auf Asthma sowie chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen erweitert und es sind weitere Wirkstoffe für das Anwendungsgebiet eingeführt worden. Die Nutzenbewertung ergab in mehreren Verfahren einen beträchtlichen Zusatznutzen. Da es zudem einen hohen Bedarf an gut wirksamen Mitteln bei atopischer Dermatitis gibt ist für die nächsten Jahre von ähnlich hohen Ausgabensteigerungen wie in den letzten Jahren auszugehen.

ZwZwar stehen einige wenige Generika zur Verfügung, von denen jedoch nur das Miglustat von Bedeutung ist. Sei Verbrauchsanteil ist auch erheblich angestiegen und lag 2021 bei 59 %. Die resultierenden Einspareffekte lagen 2021 bei knapp 2,5 Mio. Euro (in Apothekenverkaufspreisen). Die Einspareffekte werden auch in der Zukunft weiterhin gering ausfallen, da die Ausgaben für den Wirkstoff insgesamt deutlich unter 20 Mio. Euro liegen. Für weitere generikafähige Wirkstoffe der Indikationsgruppe sind keine Generika verfügbar, weil vermutlich die Märkte zu klein sind. Bei vielen Arzneimitteln der Indikationsgruppe handelt es sich um Biologika, für die es nach Ablauf der Marktexklusivität Biosimilars geben könnte. Auch hier ist bereits jetzt erkennbar, dass das Interesse an der Entwicklung von Biosimilars gering ist: So sollte bspw. für das 1997 erstmals zugelassene Enzym Imiglucerase das Patent mittlerweile abgelaufen sein. Weltweit ist jedoch kein Biosimilar verfügbar und es gibt auch aktuell kein Zulassungsverfahren für ein Imglucerase-Biosimilar bei der EMA.