Arzneimittel-Atlas: Der Arzneimittelverbrauch in der GKV

Veröffentlicht am: 30.06.21

Der Arzneimittel-Atlas erscheint seit dem Jahr 2006 jährlich und liefert transparente und strukturierte Informationen über die Entwicklung der Arzneimittel-Verordnungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

 

Gesamtmarkt: Welche Faktoren haben die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln 2021 beeinflusst?

Am stärksten hat die Verbrauchskomponente – vor allem von innovativen Krebs- und Immuntherapeutika sowie Hämophilieprodukten – die Mehrausgaben im GKV-Arzneimittelmarkt beeinflusst und somit Therapiegebiete mit ungedecktem Bedarf betroffen. Diese Zunahme federten zwei Komponenten ab: So führten Preissenkungen 2021 weiterhin zu deutlicheren Einsparungen. Dabei spielten die verhandelten Erstattungspreise im Anschluss an die Nutzenbewertung die größte Rolle. Weitere Einsparungen wurden durch eine verstärkte Verordnung von neuen Generika und Biosimilars generiert.

IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Fokusthema 2022: Verbrauchsentwicklung im Arzneimittelmarkt

Der Verbrauch von Arzneimitteln steigt seit 2012 stetig. Im Jahr 2021 wurden Arzneimittel, gemessen in definierten Tagesdosen, um 15 Prozent mehr verbraucht als noch in 2012. In dem Sonderkapitel werden Ursachen und Einflussfaktoren der Verbrauchsentwicklung ausgewählter Indikationsgruppen untersucht, in denen sich deutliche Verbrauchssteigerungen zeigen. Im Fokus stehen Diabetesmitteln, Krebsmedikamente und Immunsuppressiva. Für die Verbrauchsentwicklung der vergangenen zehn Jahre insgesamt zeigt sich eine sehr starke Korrelation mit einer zunehmenden Anzahl von Versicherten im Alter zwischen 50 bis 70 Jahren („Boomer“). Es ist anzunehmen, dass die Korrelation auch kausal das Verbrauchswachstum zumindest zu einem relevanten Anteil erklärt. Deutlich wird, dass zudem steigende Prävalenzen von Krankheiten, neue therapeutische Möglichkeiten sowie veränderte medizinische Leitlinien die Verbrauchsentwicklung maßgeblich beeinflussen.

Fokusthema: Verbrauchsentwicklung im Arzneimittelmarkt

Arzneimittel-Atlas 2021

Die 16. Ausgabe des Arzneimittel-Atlas ist erschienen. Sie berichtet auf mehr als 200 Seiten umfassend über den Arzneimittelverbrauch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In einem Sonderkapitel wird zudem der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Entwicklung der Verordnungen untersucht.

Dargestellt wird, wie sich Pandemie-bedingte Maßnahmen und Einschränkungen auf die ambulante Versorgung mit Arzneimitteln ausgewirkt haben. Dies geschieht für den Gesamtmarkt und für ausgewählte Indikations- bzw. Arzneimittelgruppen, darunter Arzneimittel zur Behandlung von Volkskrankheiten, aber auch Krebsmedikamente.

Der Arzneimittel-Atlas erscheint bei der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit unter: Arzneimittel-Atlas 2021 - Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (mwv-berlin.de)

Arzneimittel-Atlas 2021

Arzneimittelmarkt nutzenbewerteter Wirkstoffe

Der Umsatz von Arzneimitteln, die eine Nutzenbewertung durchlaufen haben, hat sich zwischen 2011 und 2020 von 0,47 Mrd. Euro auf 14,3 Mrd. Euro erhöht. Der Umsatzanteil dieser Medikamente lag 2020 bei 28,4 Prozent. Dabei war der Umsatz der Arzneimittel mit belegtem Zusatznutzen bei mindestens einer Patientengruppe, für die das Präparat gedacht ist, im gesamten Zeitverlauf immer höher als für Arzneimittel ohne belegten Zusatznutzen.

IGES unter Verwendung von Angaben des G-BA (www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung) sowie von NVI-Daten (INSIGHT Health)