Arzneimittel-Atlas: Der Arzneimittelverbrauch in der GKV

Veröffentlicht am: 30.06.21

Der Arzneimittel-Atlas erscheint seit dem Jahr 2006 jährlich und liefert transparente und strukturierte Informationen über die Entwicklung der Arzneimittel-Verordnungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

 

Gesamtmarkt: Welche Faktoren haben die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln 2020 beeinflusst?

Am stärksten hat der steigende Verbrauch vor allem von innovativen Krebs- und Immuntherapeutika die Mehrausgaben im GKV-Arzneimittelmarkt beeinflusst und somit Therapiegebiete mit ungedecktem Bedarf betroffen. Diese Zunahme federten zwei Komponenten ab: So führten Preissenkungen 2020 weiterhin zu deutlicheren Einsparungen. Dabei spielten die verhandelten Erstattungspreise im Anschluss an die Nutzenbewertung die größte Rolle. Weitere Einsparungen wurden durch eine verstärkte Verordnung von neuen Generika und Biosimilars generiert.

IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Vorankündigung: Arzneimittel-Atlas 2021

Im November erscheint die 16. Ausgabe des Arzneimittel-Atlas. Er berichtet auf mehr als 200 Seiten umfassend über den Arzneimittelverbrauch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In einem Sonderkapitel wird zudem der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Entwicklung der Verordnungen untersucht.

Dargestellt wird, wie sich Pandemie-bedingte Maßnahmen und Einschränkungen auf die ambulante Versorgung mit Arzneimitteln ausgewirkt haben. Dies geschieht für den Gesamtmarkt und für ausgewählte Indikations- bzw. Arzneimittelgruppen, darunter Arzneimittel zur Behandlung von Volkskrankheiten, aber auch Krebsmedikamente.

Der Arzneimittel-Atlas erscheint in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit unter: Arzneimittel-Atlas 2021 - Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (mwv-berlin.de)

Arzneimittel-Atlas 2021

Arzneimittelmarkt nutzenbewerteter Wirkstoffe

Bei den Krebsmedikamenten hat der Umsatzanteil von Präparaten mit einem durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) attestierten Zusatznutzen von 1,1 Prozent (entspricht 32 Mio. Euro) im Jahr 2011 auf 48 Prozent (3,1 Mrd. Euro) im Jahr 2019 zugenommen. Der Anteil von bewerteten Wirkstoffen ohne belegten Zusatznutzen am Umsatz ist gering, er lag 2019 bei 8,7 Prozent.

IGES unter Verwendung von Angaben des G-BA (www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung) sowie von NVI-Daten (INSIGHT Health)