Veröffentlicht am: 19.01.26
| Teil-Indikationsgruppe | Verbrauch in Mio. DDD | ||||||||||
| 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Verschiedene Dermatika | 21,7 | 24,3 | 30,3 | 33,9 | 38,4 | 42,3 | 42,4 | 42,2 | 42,6 | 44,3 | 44,8 |
| Keratolytika und Warzenmittel | 33,3 | 31,7 | 32,0 | 32,2 | 32,2 | 32,3 | 31,3 | 30,0 | 27,0 | 29,3 | 30,8 |
| Atopische Dermatitis | 7,0 | 7,5 | 7,9 | 8,3 | 9,3 | 10,5 | 12,8 | 15,9 | 19,1 | 23,8 | 29,7 |
| Vitiligo | 0,217 | 0,855 | |||||||||
| Tuberöse Sklerose | 0,001 | 0,015 | |||||||||
| Andere Dermatika gesamt | 62,0 | 63,4 | 70,2 | 74,5 | 80,0 | 85,1 | 86,4 | 88,1 | 88,6 | 97,6 | 106,1 |
Die zur Gruppe der anderen Dermatika gehörenden Mittel sind als selten verordnete Arzneimittel einzustufen. Im Jahr 2024 wurden pro Kopf 1,4 DDD verbraucht.
Im Zeitraum zwischen 2005 und 2024 hat sich der Verbrauch verdoppelt und lag 2024 bei 106,1 Mio. DDD. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2013 stieg der jährliche Verbrauch nur sehr langsam und lag 2013 bei rund 56 Mio. DDD. Bis 2019 verlief das Verbrauchswachstum etwas rascher und die jährlichen Zuwachsraten erreichten bis über 6 %. Von 2020 bis 2022 zeigte sich ein deutlich abgeschwächtes Wachstum mit Zuwachsraten um etwa 1 %. Ab 2022 ist wieder ein stärkeres Wachstum festzustellen, das 2023 und 2024 bei jeweils rund 9 Mio. DDD lag.
Das starke Wachstum zwischen 2014 und 2019 war in erster Linie auf die Mittel bei verschiedenen Störungen der Haut und Hautanhangsgebilde zurückzuführen, konkret auf die Wirkstoffe Diclofenac und Ivermectin. Der Verbrauch von Diclofenac stieg ab 2014 stark an, obwohl das Produkt bereits seit 2008 verfügbar war. Es handelt sich um ein Gel, das für die Behandlung von aktinischen Keratosen eingesetzt wird. Aktinische Keratosen entstehen durch eine zu hohe UV-Licht-Exposition und können sich in Plattenepithelkarzinome verwandeln. Ivermectin wird seit vielen Jahren bei Wurminfektionen angewendet. Seit 2015 steht es zur lokalen Anwendung auf der Haut zur Verfügung und dient der Behandlung von Entzündungen bei Rosazea, einer neurogenen Entzündung, die mit einer Rötung insbesondere der Nase sowie der Region um die Nase einhergeht.
Ab 2019 tragen zum Wachstum hauptsächlich die IL-4/13-Inhibitoren (Dupilumab) in der Teil-Indikationsgruppe von Mitteln bei Neurodermitis zum Verbrauchswachstum bei. Insgesamt weist die Indikationsgruppe aktuell das stärkste Wachstum im beobachteten Zeitraum auf. Für die verschiedenen Teil-Indikationsgruppen gibt es jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungen.
Die Mittel bei atopischer Dermatitis zeigten 2024 ein Wachstum von rund 25% auf 29,7 Mio. DDD (Verbrauchsanteil 28%). Für Warzenmittel und Keratolytika stieg der Verbrauch um 9% (Verbrauchsanteil 29%). Die Mittel bei verschiedenen Störungen der Haut- und Hautanhangsgebilde wuchsen um 4% (Verbrauchsanteil 42,2%), insbesondere durch den bei Rosazea eingesetzten Wirkstoff Ivermectin (Anstieg um 12%).