Verbrauch N03 Antiepileptika Der Verbrauch von Epilepsiemitteln – von denen einige auch in großem Umfang bzw. fast ausschließlich bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden – ist zwischen 2009 und 2019 stetig von etwa 307 Mio. auf 457 Mio. definierte Tagesdosen (DDD) gestiegen. Die Ausgaben der GKV für Epilepsiemittel lagen 2019 bei 577 Mio. Euro.

Veröffentlicht am: 23.03.26

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen
ArzneimittelgruppeVerbrauch in Mio. DDD
2014201520162017201820192020221202220232024
Epilepsie259,8267,8275,3280,1286,1292,9305,3302,4311,5312,6315,7
Kindliche Epilepsie259,8267,8275,3280,1286,1292,9305,3302,4311,5312,6315,7
Epilepsiemittel gesamt261,8269,8277,3282,2288,2295,1307,7304,9314,2315,5318,8
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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Die Antiepileptika gehören zu den häufig angewendeten Arzneimitteln, von denen jeder Versicherte der GKV 2024 im Mittel 4,3 DDD erhielt.

Der Verbrauch von Antiepileptika zeigt im gesamten betrachteten Zeitverlauf seit 2005 einen nur im Jahr 2021 unterbrochenen, sehr stetigen Anstieg. Seit 2020 hat sich das Wachstum etwas verlangsamt und lag 2024 bei 318,8 DDD. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Verbrauch um 3,3 Mio. DDD, die Wachstumsrate lag bei 1,1 %.

Den größten Anteil am Verbrauch hatten 2024 mit rund 99 % die Mittel bei Epilepsie und sie trugen mit einem Verbrauchsanstieg von 3 Mio. DDD auch am stärksten zum Wachstum bei. Die Wachstumsrate betrug für diese Teil-Indikationsgruppe 1 %, bei der sehr viel kleineren Gruppe der Mittel bei kindlicher Epilepsie bedeutete der Verbrauchsanstieg von 0,3 Mio. DDD jedoch ein Wachstum 10 %.

Die häufigsten Therapieansätze bei den Epilepsiemitteln waren 2024 die „Anderen Antiepileptika“ mit 68 %, gefolgt von den Fettsäurederivaten und Carboxamidderivaten mit 15 bzw. 12 % Verbrauchsanteilen. Bezogen auf einzelne Wirkstoffe, fanden sich die höchsten Verbrauchsanteile für Levetiracetam (35 %), Lamotrigin (19 %), Valproinsäure (15 %) und Carbamazepin (7,6%). Bei den Mitteln, die nur bei kindlichen Epilepsien eingesetzt werden, dominierten Sultiam (49 %), Cannabidiol (16 %), Fenfluramin (14 %) und Rufinamid (13 %).

Die meisten Wirkstoffe der Indikationsgruppe sind generisch verfügbar. Dementsprechend lag der Verbrauchsanteil von Generika 2024 in der Teil-Indikationsgruppe der Epilepsiemittel bei 86 %. Bei bei den Mitteln gegen kindliche Epilepsien fällt dagegen der Verbrauch am häufigsten in die Kategorie „keine Generikasituation“, nämlich bei 36,3 % der DDD. D. h., dass für die betroffenen Wirkstoffe der Patentschutz abgelaufen ist, aber dennoch keine Generika verfügbar sind, bspw. weil die Märkte zu klein sind. Ein Sonderfall ist Cannabidiol – für den Wirkstoff besteht kein Patentschutz, jedoch genießt das Produkt Marktexklusivität, weil es als Orphan Drug zugelassen wurde.