Zusatznutzen nach Anwendungsgebieten

Veröffentlicht am: 07.01.26

Zwischen dem 1. Januar 2011 und 31. Dezember 2024 wurden Nutzenbewertungsverfahren für 482 Wirkstoffe (definiert durch einen ATC-Kode) abgeschlossen. Für 450 dieser Wirkstoffe liegt mindestens ein Beschluss zum Zusatznutzen vor sowie für drei Reserveantibiotika. Um mögliche Unterschiede in verschiedenen Indikationsbereichen zu analysieren, wurden die Wirkstoffe zehn Krankheitsgruppen zugeordnet und innerhalb jeder dieser Gruppen der Anteil der Wirkstoffe nach dem Ausmaß des Zusatznutzens bestimmt. Dabei wurde je Wirkstoff der höchste Zusatznutzen berücksichtigt, der für mindestens eine Patientengruppe in mindestens einem Verfahren belegt werden konnte.

Insgesamt wurde für 279 Wirkstoffe (62% von 450) mindestens einmal ein Zusatznutzen attestiert bzw. galt für die drei Reserveantibiotika als belegt. Der höchste Anteil von Wirkstoffen mit mindestens einem Zusatznutzen fand sich bei den onkologischen Arzneimitteln: Nur für knapp 23% (30 von 130 Wirkstoffen) konnte in keinem Fall ein Zusatznutzen gezeigt werden, für 4,5% (6 Wirkstoffe) dagegen ein erheblicher und für 35% (46 Wirkstoffe) ein beträchtlicher Zusatznutzen.

Bei den Arzneimitteln für das alimentäre System fällt auf, dass für fast zwei Drittel der Wirkstoffe (61%, entspricht 20 Wirkstoffen) der Zusatznutzen nicht quantifiziert werden konnte. Hierbei handelt es sich überwiegend um Orphan Drugs, denen allein aufgrund dessen, dass sie zugelassen wurden, ein Zusatznutzen zuerkannt wurde.

Weitere Gruppen, in denen der Anteil von Wirkstoffen ohne mindestens einmal belegten Zusatznutzen gering ist, sind Arzneimittel mit Wirkung auf das Immunsystem (Immunsuppressiva bzw. Immunstimulanzien) und Arzneimittel zum Einsatz bei Atemwegserkrankungen: Hier sind nur 37 bzw. 39% der Wirkstoffe ohne belegten Zusatznutzen; dies entspricht 18 bzw. 8 Wirkstoffen.

Am geringsten ist der Anteil von Arzneimitteln mit mindestens einmal gezeigtem Zusatznutzen bei den Arzneimitteln für kardiovaskuläre Erkrankungen mit 41% (8 Wirkstoffe) bzw. den Antidiabetika mit 46% (11 Wirkstoffe).

IGES ARA® (https://iges-ara.com/) auf Basis von Angaben des G BA (http://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung).