Aktuelle und künftige Entwicklungen bei den Antibiotika J01 Antibiotika zur systemischen Anwendung

Veröffentlicht am: 27.01.26

Fazit zu den Entwicklungen bei den Antibiotika

Die Ausgaben der GKV für Antibiotika beliefen sich für 2024 auf 607,5 Mio. Euro. Sie nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 15,1 Mio. Euro (Plus von 2,6%) zu.

Der Verbrauch stieg 2024 in der Indikationsgruppe um 8,6 Mio. DDD (2,8 %) auf rund 313 Mio. DDD. Ein Verbrauchszuwachs war für die meisten Therapieansätze festzustellen, ein relevanter Rückgang nur für die Cephalosporine der 2 Generation (hauptsächlich Cefuroxim).

Innovationen bei Antibiotika werden in den meisten Fällen als Reserveantibiotika eingestuft. Tatsächlich gab es seit 2020 sechs Neueinführungen, von denen fünf als Reserveantibiotika gelten. Da Reserveantibiotika so selten wie möglich eingesetzt werden sollen und sie außerdem eher stationär als ambulant eingesetzt werden, schlägt sich ihr Verbrauch in den Ausgaben kaum nieder.

Die Preiskomponente erhöhte die Ausgaben um rund 1,7 Mio. Euro.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Antibiotika

Der Antibiotikaverbrauch war bereits vor der COVID-19-Pandemie deutlich rückläufig, da sich zur Vermeidung von Resistenzentwicklungen eine rationalere und noch stärker leitliniengerechte Anwendung etabliert.

Nach Aufhebung der Corona-Maßnahmen ist der Verbrauch kräftig und hat mittlerweile wieder ein Niveau wie vor der Corona-Pandemie erreicht. 2024 war der Zuwachs sehr moderat, so dass bisher keine Anzeichen dafür erkennbar sind, dass der Verbrauch wieder das Niveau früherer Jahre (vor 2015) erreichen könnte.

Die Ausgaben für Antibiotika werden in der Zukunft eher weiter steigen, da Antibiotika von mehreren Regelungen des Arzneimittel-Lieferengpass­bekämpfungs- und Versorgungs­verbesserungs­gesetzes (ALBVVG) betroffen sind (Möglichkeit von Preiserhöhungen, Unterstützung der europäischen Produktion). Sinkende Ausgaben sind nur bei geringerem Verbrauch zu erwarten.