Ergebnisse der Nutzenbewertung nach Anzahl der Verfahren

Veröffentlicht am: 11.09.17

Die Bewertung des Zusatznutzens erfolgt innerhalb eines Verfahrens auf Ebene von Patientenpopulationen. Trotzdem ist eine Aggregation der Einzelbewertungen innerhalb eines Verfahrens sinnvoll, um einen Überblick über die Ergebnisse auf Verfahrensebene zu geben. Zur Zuordnung eines Zusatznutzens zum Verfahren wird dabei i.d.R. die Patientenpopulation des G-BA-Beschlusses mit dem höchsten Zusatznutzen herangezogen. Alternativ könnte auch die zahlenmäßig größte Population verwendet werden. Während eine Klassifikation anhand der größten Patientenpopulation einer Gewichtung nach therapeutischer Bedeutung folgt, setzt die Aggregation über die beste Patientengruppe am Verfahrensablauf der Preisverhandlungen an: Nur falls mindestens eine Patientengruppe einen Zusatznutzen gegenüber ihrer zVT zuerkannt bekommt, ist der Erstattungspreis nicht an die Jahrestherapiekosten der zVT gebunden. Im Folgenden werden daher die Ergebnisse der Nutzenbewertung separat für beide Methoden der Aggregation dargestellt. Die Grundgesamtheit stellen die 228 Verfahren dar, die bis zum 31. Dezember 2016 mit einem Beschluss zum Zusatznutzen abgeschlossen waren (einschließlich Orphan Drugs und Bestandsmarktbewertungen sowie Verfahren, in denen kein Dossier abgegeben wurde).

Anzahl der Verfahren entsprechend den genannten Zusatznutzenkategorien nach der Bewertung durch den GBA in den Jahren 2011–2016 anhand der größten bzw. der besten Patientenpopulation. Berücksichtigt wurden die Verfahren, für die vom G-BA ein Beschluss zur Nutzenbewertung zwischen dem 1. Januar 2011 und 31. Dezember 2016 veröffentlicht wurde
Zuordnungskriterium
Zusatznutzen Größte Patientenpopulation Beste Patientenpopulation
2011 2012 2013 2014 2015 2016 Gesamt 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Gesamt
erheblich 0 0 0 0 2 0 2 0 0 0 0 2 0 2
beträchtlich 1 4 5 7 5 14 36 1 4 6 10 11 18 50
gering 0 9 9 7 10 10 45 0 10 10 6 11 10 47
nicht quantifizierbar 0 3 2 3 7 13 28 0 3 2 3 8 14 30
nicht belegt 1 11 19 22 29 35 117 1 10 17 20 21 30 99
Gesamt 2 27 35 39 53 72 228 2 27 35 39 53 72 228
Quelle: IGES nach Angaben des G-BA (www.gba.de/informationen/nutzenbewertung">www.gba.de\informationen\nutzenbewertung">www.gba.de/informationen/nutzenbewertung)

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Eine Zuordnung anhand der besten Teilpopulation führt zwangsläufig zu positiveren Ergebnissen als eine Aggregation anhand der größten Patientengruppe, da Letztere nicht zwangsläufig die mit dem höchsten Zusatznutzen sein muss. Während in 129 Verfahren mindestens eine Patientenpopulation einen Zusatznutzen zuerkannt bekam, war dies nur in 111 Verfahren auch die größte Patientengruppe. Dies entspricht Anteilen von 57 % der Verfahren mit Zusatznutzen anhand der besten Patientengruppe gegenüber 49 % anhand der größten Patientengruppe. Bei Vorliegen eines beträchtlichen Zusatznutzens in einer Patientengruppe betrifft dies besonders oft nicht die größte Population: Den 50 Verfahren mit mindestens einer Patientenpopulation mit beträchtlichem Zusatznutzen stehen lediglich 36 und damit 28 % weniger Verfahren gegenüber, bei denen dies auch die größte Patientenpopulation betraf.

IGES nach Angaben des G BA (http://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung).