Ergebnisse der Nutzenbewertung nach dem AMNOG nach Anzahl der Verfahren

Veröffentlicht am: 04.02.20

Die Bewertung des Zusatznutzens von Arzneimitteln nach § 35a SGB V erfolgt innerhalb eines Verfahrens auf Ebene von Patientenpopulationen. Im Arzneimittel-Atlas erfolgt eine Aggregation der Einzelbewertungen innerhalb eines Verfahrens, um einen Überblick über die Ergebnisse auf Verfahrensebene zu geben.

Zur Zuordnung eines Zusatznutzens zum Verfahren wird hier i. d. R. die Patientenpopulation des G-BA-Beschlusses mit der höchsten Zusatznutzenkategorie herangezogen. Alternativ könnte auch die zahlenmäßig größte Population verwendet werden. Während eine Klassifikation anhand der größten Patientenpopulation einer Gewichtung nach therapeutischer Bedeutung folgt, setzt die Aggregation über die Patientengruppe mit der höchsten Zusatznutzenkategorie am Verfahrensablauf der Preisverhandlungen an: Nur falls mindestens eine Patientengruppe einen Zusatznutzen gegenüber der jeweiligen zweckmäßigen Vergleichstherapie (zVT) zuerkannt bekommt, ist der Erstattungspreis nicht an die Jahrestherapiekosten der zVT gebunden. Im Folgenden werden daher die Ergebnisse der Nutzenbewertung (s. untere Tabelle) separat für beide Methoden der Aggregation dargestellt, für die Patientenpopulation mit der höchsten Zusatznutzenkategorie und für die größte Patientenpopulation.

Die Grundgesamtheit stellen die 433 Verfahren dar, die bis zum 31. Dezember 2019 mit einem Beschluss zum Zusatznutzen abgeschlossen waren (einschließlich Orphan Drugs und Bestandsmarktbewertungen sowie Verfahren, in denen kein Dossier abgegeben wurde).

Anzahl der Verfahren entsprechend den genannten Zusatznutzenkategorien nach der Bewertung durch den G BA in den Jahren 2011–2019 anhand der größten Population bzw. der Patientenpopulation mit dem jeweils höchsten Zusatznutzen.
ZuordnungskriteriumVom G-BA anerkannter Zusatznutzen
Jahrerheblichbeträchtlichgeringnicht quantifizierbarnicht belegtGeringerer NutzenAnzahl Verfahren *
Größte Patientenpopulation20110100001
2012049310026
2013059219035
2014087319037
20152611727053
2016014101335072
201701051023048
201808121733170
2019016102144091
Gesamt27273762101433
Patientenpopulation mit höchster Zusatznutzenkategorie20110100001
2012041039026
20130610217035
20140106318037
201521111821053
2016018101430072
201711161119048
201809131830170
2019019112140091
Gesamt38977801841433
* Berücksichtigt wurden die Verfahren, für die vom G-BA ein Beschluss zur Nutzenbewertung zwischen dem 1. Januar 2011 und 31. Dezember 2019 veröffentlicht wurde und für die vom G-BA mindestens eine Zielpopulation in dem Beschluss genannt wird. D.h., dass z. B. Verfahren zu Wirkstoffen, die in das Festbetragssystem eingegliedert wurden, nicht berücksichtigt wurden, obwohl für diese Wirkstoffe ein Beschluss zum Zusatznutzen („nicht belegt“) vorliegt. Quelle: IGES nach Angaben des G-BA (www.gba.de/informationen/nutzenbewertung)

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Eine Zuordnung anhand der Population mit dem höchsten Ausmaß des Zusatznutzens führt zwangsläufig zu positiveren Ergebnissen als eine Aggregation anhand der größten Patientengruppe, da Letztere nicht zwingend die mit dem höchsten Zusatznutzen sein muss. Das Ausmaß dieses Unterschieds wird in der folgenden Abbildung deutlich: Während in 258 bzw. 57,3 % der Verfahren mindestens eine Patientenpopulation einen Zusatznutzen zuerkannt bekam, war dies nur in 222 bzw. 51,3 % der Verfahren auch die größte Patientengruppe. Bei Vorliegen eines beträchtlichen Zusatznutzens in einer Patientengruppe betrifft dies besonders oft nicht die größte Population: Den 89 Verfahren mit mindestens einer Patientenpopulation mit beträchtlichem Zusatznutzen stehen lediglich 72 und damit 19 % weniger Verfahren gegenüber, bei denen dies auch die größte Patientenpopulation betraf.

IGES nach Angaben des G BA (http://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung).

In Bezug auf die größte Patientenpopulation konnte in 48,7 % der Verfahren kein Zusatznutzen belegt werden oder es wurde ein geringerer Nutzen (als die zVT) festgestellt; bei Berücksichtigung der Patientenpopulation mit der jeweils höchsten Zusatznutzenkategorie war dies in 42,7 % der Verfahren der Fall.