Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Bluthochdruckmitteln C02–C09 Mittel bei Hypertonie

Veröffentlicht am: 15.01.26

Fazit zu den Entwicklungen bei den Blutdruckmitteln

Die Mittel zur Behandlung der Hypertonie verursachten 2023 Ausgaben in Höhe von insgesamt 2,92 Mrd. Euro und lagen damit 2,8 % über denen des Vorjahres.

  • Ausgabenerhöhung zu 2023 um 121,3 Mio. Euro (Plus von 4,2%).
  • Der Verbrauch stieg 2024 in der Indikationsgruppe um 0,9%. Für die Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten) war ein Verbrauchsanstieg um 163 Mio. DDD zu beobachten. Ein Verbrauchswachstum findet sich auch für Calciumkanalblocker und Mittel bei pulmonaler Hypertonie.
  • Die Indikationsgruppe ist in Bezug auf die Arzneimittel, die bei arterieller Hypertonie eingesetzt werden, inzwischen komplett generisch.
  • Innovative Arzneimittel finden sich aktuell in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei pulmonal-arterieller Hypertonie. Als weitere Innovation ist das bei Herzinsuffizienz eingesetzte Sacubitril/Valsartan zu nennen. Die Wirkstoffkombination hatte den höchsten Umsatzanstieg und verursachte hauptsächlich die positive Innovationskomponente. Seit 2024 ist mit Sparsentan ein Orphan Drug verfügbar (Immunglobulin-A-Nephropathie).
  • Preiserhöhungen durch Senkung des Herstellerabschlags bewirkten eine positive Preiskomponente mit Mehrausgaben von 18,7 Mio. Euro, wozu insbesondere Sacubitril/Valsartan beitrug.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Blutdruckmitteln

  • Für die Indikationsgruppe der Mittel bei Hypertonie schein mittlerweile eine Sättigung erreicht zu sein bzw. ein gebremstes Wachstum absehbar.
  • Beschleunigtes Wachstum wäre nur möglich, wenn Innovationen zu zusätzlichen Therapieoptionen für größere Patientenpopulationen führen würden. Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, dass dies in den nächsten Jahren der Fall sein könnte.
  • Die Indikationsgruppe ist bezogen auf den Verbrauch zu 96 % generisch. Weitere Einsparungen durch generischen Wettbewerb werden in Zukunft weiterhin gering ausfallen. Durch Inflationsausgleich ist dagegen möglich, dass Preise steigen und dadurch die Ausgaben wachsen.