Verbrauch C02–C09 Mittel bei Hypertonie

Veröffentlicht am: 09.09.17

Quelle: IGES-Berechnungen nach AVR (1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) ab 2003, AVR: Arzneiverordnungs-Report
Verbrauch in den Teil-Indikationsgruppen
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20062007200820092010201120122013201420152016
ACE-Hemmer/ ATII-Antagonisten49205507622967887221754378258098839385998809
Betablocker20232103216422192255226522672263226722332206
Calciumkanalblocker15591670180119021961197920172047208921112157
Diuretika18541891194319501956194119201893190718791866
Antihypertensiva327330332333334330334338343343343
Pulmonale Hypertonie (PAH)1,11,52,12,52,83,03,23,54,14,55,0
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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Im Jahr 2016 wurden rein rechnerisch jedem Versicherten der GKV 217 DDD von Arzneimitteln aus der Indikationsgruppe der Mittel zur Behandlung der Hypertonie verordnet. Diese Arzneimittel sind damit die am häufigsten verordneten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verbrauch je Versicherten nur geringfügig erhöht. Bezogen auf die Teil-Indikationsgruppen verbrauchte jeder Versicherte 2016 im Mittel 124 DDD eines Mittels mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (ACE-Hemmer/AT-II-Antagonisten), 31 DDD eines Betablockers, 30 DDD eines Calciumkanalblockers, 26 DDD eines Diuretikums und rund 5 DDD eines Antihypertensivums.

Ein Verbrauchswachstum war 2016 für die ACE-Hemmer/AT-II-Antagonisten, die Calciumkanalblocker sowie die Mittel bei pulmonaler Hypertonie zu beobachten. Mit einer Wachstumsrate von 7,2 % war bei den letztgenannten Mitteln das relative Wachstum am stärksten. Für die übrigen Teil-Indikationsgruppen war der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr stabil oder leicht rückläufig.

Der Verbrauch in der gesamten Indikationsgruppe stieg seit 1996 von rund 5,5 Mrd. DDD auf rund 15 Mrd. DDD im Jahr 2016 und lag damit 2,8-fach höher als zu Beginn der betrachteten Zeitreihe. Ab dem Jahr 2001 gab es ein relativ stetiges Wachstum, das in den Jahren 2005–2008 mit rund 900 Mio. DDD pro Jahr besonders kräftig ausfiel. Seit dem Jahr 2009 hat sich der Verbrauchszuwachs deutlich abgeschwächt und lag 2015 und 2016 nur noch bei 168 bzw. 215 Mio. DDD. Somit zeichnet sich eine Sättigung des Verbrauchs ab.

Bezogen auf den Verbrauch ist die Teil-Indikationsgruppe der ACE-Hemmer/AT-II-Antagonisten die größte unter den Mitteln bei Hypertonie. 2016 lag ihr Anteil bei 57 %. Betablocker und Calciumkanalblocker hatten Anteile von je 14 % und Diuretika von 12 %. Am geringsten war mit nur 0,03 % der Anteil der Mittel bei pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH).

In den letzten zehn Jahren war die Verbrauchsentwicklung in den Teil-Indikationsgruppe sehr unterschiedlich. Die auffälligste Entwicklung zeigten die ACE-Hemmer/AT-II-Antagonisten, deren Verbrauch 2016 über 8,8 Mrd. DDD erreichte und damit 1,8-fach höher lag als vor zehn Jahren. Hier ist seit Jahren eine kontinuierliche Abschwächung, aber kein Ende des Wachstums erkennbar.

Der Verbrauch von Calciumkanalblockern stieg seit 2006 um 38 % und lag 2016 bei fast 2,2 Mrd. DDD. Auch hier ist seit 2010 zwar ein deutlich langsameres Wachstum festzustellen, doch noch keine Sättigung.

Der Verbrauch von Betablockern lag 2016 bei 2,2 Mrd. DDD und damit rund 10 % höher als vor zehn Jahren. Diese Teil-Indikationsgruppe wuchs zu Beginn des betrachteten Zeitraums am langsamsten und zeigt inzwischen einen stabilen rückläufigen Trend.

Das geringste Wachstum zeigten die Teil-Indikationsgruppe der Diuretika. Hier wurden 2015 rund 1,9 Mrd. DDD erreicht, womit der Verbrauch kaum höher war als 2006. Seit 2012 zeigt auch der Verbrauch dieser Wirkstoffe eine rückläufige Entwicklung. Der tatsächliche Verbrauch von Diuretika liegt sehr viel höher, da diese Wirkstoffe sehr häufig als Fixkombination mit anderen Mitteln zur Behandlung der Hypertonie verordnet werden. Doch auch unter Berücksichtigung der Fixkombinationen bleibt festzustellen, dass der Verbrauch von Diuretika zurückgeht.

Am dynamischsten präsentierte sich die Entwicklung bei den Mitteln gegen die PAH. Hier stieg der Verbrauch von 1 auf 5 Mio. DDD an. Der Verbrauchsanstieg ist Anzeichen dafür, dass es in dieser Teil-Indikationsgruppe relevante Innovationen gegeben hat, die mit dazu beigetragen haben, die Behandlungsergebnisse bei Patienten mit PAH deutlich zu verbessern (Galiè et al. 2015).

Literatur

  • Galiè N, Humbert M, Vachiery JL et al. 2015 ESC/ERS Guidelines for the diagnosis and treatment of pulmonary hypertension: The Joint Task Force for the Diagnosis and Treatment of Pulmonary Hypertension of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Respiratory Society (ERS): Endorsed by: Association for European Paediatric and Congenital Cardiology (AEPC), International Society for Heart and Lung Transplantation (ISHLT). Eur Respir J 2015;46(4):903–975