Veröffentlicht am: 19.01.26
| Teil-Indikationsgruppe | Verbrauch in Mio. DDD | ||||||||||
| 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Antihypertensiva | 343 | 343 | 343 | 342 | 341 | 350 | 361 | 365 | 373 | 368 | 369 |
| Pulmonale Hypertonie | 4,1 | 4,5 | 4,9 | 5,2 | 5,4 | 5,6 | 5,9 | 6,1 | 6,4 | 6,9 | 7,3 |
| Diuretika | 1.907 | 1.879 | 1.866 | 1.837 | 1.820 | 1.830 | 1.860 | 1.824 | 1.972 | 1.923 | 1.909 |
| Betablocker | 2.267 | 2.233 | 2.206 | 2.168 | 2.129 | 2.095 | 2.093 | 2.042 | 2.025 | 1.952 | 1.911 |
| Calciumkanalblocker | 2.089 | 2.111 | 2.157 | 2.194 | 2.240 | 2.352 | 2.472 | 2.519 | 2.581 | 2.596 | 2.641 |
| Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensinsystem | 8.393 | 8.599 | 8.809 | 8.957 | 9.196 | 9.624 | 9.971 | 10.115 | 10.366 | 10.412 | 10.575 |
| Mittel bei Hypertonie gesamt | 15.002,1 | 15.170,1 | 15.385,3 | 15.504,2 | 15.731,3 | 16.256,9 | 16.762,7 | 16.870,2 | 17.323,3 | 17.257,7 | 17.411,6 |
Im Jahr 2024 wurden rein rechnerisch jedem Versicherten der GKV 235 DDD von Arzneimitteln aus der Indikationsgruppe der Mittel zur Behandlung der Hypertonie verordnet. Diese Arzneimittel sind damit die am häufigsten verordneten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verbrauch je Versicherten um eine DDD, also weniger als 1 % erhöht. Bezogen auf die Teil-Indikationsgruppen verbrauchte jeder Versicherte 2024 im Mittel 143 DDD eines Mittels mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (ACE-Hemmer/AT-II-Antagonisten), 36 DDD eines Calciumkanalblockers, 26 DDD eines Betablockers, 26 DDD eines Diuretikums und rund 5 DDD eines Antihypertensivums (inkl. Mittel gegen pulmonale Hypertonie).
Der Verbrauch in der gesamten Indikationsgruppe stieg seit 1996 von rund 5,5 Mrd. DDD auf rund 17,4 Mrd. DDD im Jahr 2024 und war damit 3-fach höher als zu Beginn der betrachteten Zeitreihe. Ab dem Jahr 2001 gab es ein relativ stetiges Wachstum, das in den Jahren 2005–2008 mit rund 900 Mio. DDD pro Jahr besonders kräftig ausfiel. Ab dem Jahr 2009 hatte sich der Verbrauchszuwachs deutlich abgeschwächt. Von 2019 bis 2022 war es mit einem mittleren Zuwachs von rund 400 Mio. DDD wieder deutlich höher als in den Vorjahren. In den Jahren 2023 und 2024 war wieder ein geringeres Wachstum zu beobachten. 2024 stieg der Verbrauch um 154 Mio. DDD bzw. 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr.
Bezogen auf die einzelnen Teil-Indikationsgruppen waren die höchsten Wachstumsraten mit 6,4 bzw. 1,7 % für die Mittel bei pulmonaler Hypertonie sowie die Calciumkanalblocker festzustellen. Der Verbrauch von Betablockern und Diuretika ging um 2,1 bzw. 0,7 % zurück.
Bezogen auf den Verbrauch ist die Teil-Indikationsgruppe der ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten die größte unter den Mitteln bei Hypertonie. 2024 lag ihr Anteil bei 60 %. Es folgten Calciumkanalblocker (15 %) sowie Betablocker und Diuretika (jeweils 11 %). Am geringsten war mit nur 0,04 % der Anteil der Mittel bei pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH), was der relativen Seltenheit dieser Erkrankung entspricht.
In den vergangenen zehn Jahren war die Verbrauchsentwicklung in den Teil-Indikationsgruppen sehr unterschiedlich. Die auffälligste Entwicklung zeigten die ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten, deren Verbrauch 2024 fast 10,6 Mrd. DDD erreichte und damit 1,2-fach höher lag als 2013. Im Zeitraum zwischen 2014 und 2024 stieg der Verbrauch in den meisten Jahren um 50 bis 250 Mio. DDD (0,4 bis 2,7 %). Nur in den Jahren 2019 und 2020 war ein deutlich höheres Wachstum von ca. 430 bzw. 360 Mio. zu beobachten. Der Verbrauch von Calciumkanalblockern stieg seit 2014 um rund 26 % und lag 2024 bei rund 2,6 Mrd. DDD. Auch hier war zwischen 2014 und 2024 in der Regel ein mäßiges Wachstum zwischen 0,6 und 2,4 % festzustellen, dass sich nur in den Jahren 2019 und 2020 auf 5 % erhöhte.
Das stärkere Wachstum von ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten sowie Calciumkanalblockern fiel zusammen mit der Publikation aktualisierter Empfehlungen zur Behandlung der Hypertonie (Williams et al. 2018): Im Vergleich zu früheren Empfehlungen wurden teilweise die Zielwerte für den Blutdruck gesenkt.
Der Verbrauch von Betablockern wie auch von Diuretika lag 2024 bei jeweils 1,9 Mrd. DDD und damit rund 2 % bzw. 1 %niedriger als im Vorjahr. In diesen Teil-Indikationsgruppe geht seit 2015 der Verbrauch zurück, wobei sich diese Entwicklung für die Betablocker kontinuierlicher und ausgeprägter darstellt.
Am dynamischsten präsentierte sich die Entwicklung bei den Mitteln gegen die PAH. Hier stieg der Verbrauch seit 2014 von 4,1 auf 7,3 Mio. DDD an. Für den Verbrauchsanstieg sind vermutlich mehrere Ursachen zu nennen: Ein Anstieg der Häufigkeit von PAH, eine breitere Definition hinsichtlich der arteriellen Druckwerte sowie häufigerer Einsatz von Kombinationstherapien (Humbert et al. 2022, Raposo et al. 2024).