Komponenten der Ausgabenveränderungen bei Bluthochdruckmitteln C02–C09 Mittel bei Hypertonie Als Bluthochdruckmittel kommen sehr verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz. Sie verursachten 2019 Ausgaben in Höhe von insgesamt 2,6 Mrd. Euro.

Veröffentlicht am: 09.11.20

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

2019 stiegen die Ausgaben für Blutdruckmittel um 70 Mio. Euro. Folgende Komponenten beeinflussten das Ausgabengeschehen maßgeblich:

  • Verbrauch: Die Verbrauchskomponente erhöhte die Ausgaben um 74 Mio. Euro und war doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die durch die Verbrauchskomponente getriebenen Mehrausgaben wurden in erster Linie von den Mitteln mit Auswirkungen auf das Renin-Angiotensin-System (ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten) verursacht (57 Mio. Euro) sowie in geringerem Ausmaß von den Mitteln bei pulmonal-arterieller Hypertonie und Calciumkanalblockern (jeweils ca. 10 Mio. Euro).
  • Therapieansatzkomponente: Die Therapieansatzkomponente ließ die Ausgaben um 25,5 Mio. Euro steigen. Haupttreiber waren die Mittel mit Auswirkungen auf das Renin-Angiotensin-System, wo die Komponente 15,7 Mio. Euro erreichte. Den wichtigsten Beitrag lieferte in dieser Teil-Indikationsgruppe auch 2019 wieder der 2016 neu eingeführte Therapieansatz Neprilysin-Hemmer in fester Kombination mit Angiotensin-II-Antagonisten mit dem bislang einzigen Vertreter Sacubitril/Valsartan. Außerdem stieg der Verbrauchsanteil der AT-II-Antagonisten. Einen weiteren Beitrag leisteten die Diuretika mit 11,1 Mio. Euro: Hier stieg der Verbrauchsanteil der Sulfonamiddiuretika (insbesondere des Wirkstoffs Chlortalidon), während der Anteil der Thiaziddiuretika (insbesondere von Hydrochlorothiazid) entsprechend zurückging. Hintergrund dieser Entwicklung sind Berichte über ein erhöhtes Hautkrebsrisiko und die Empfehlung, auf Chlortalidon umzustellen (NN 2018).
  • Hersteller- und Generikakomponente: Die Hersteller- und die Generikakomponente erhöhten die Ausgaben jeweils um rund 20 Mio. Euro. Am höchsten waren die Einsparungen durch diese Komponenten bei den Mitteln mit Auswirkungen auf das Renin-Angiotensin-System sowie den Mitteln bei pulmonal-arterieller Hypertonie.

Literatur

  • NN (2018) Erhöhtes Hautkrebsrisiko unter Hydrochlorothiazid – was tun? a-t 2018; 49:85–7