Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Lipidsenkern C10 Lipidsenkende Mittel

Veröffentlicht am: 14.12.18

Fazit zu den Entwicklungen bei Lipidsenkern

Für lipidsenkende Mittel wurden 2017 von der GKV 575,5 Mio. Euro ausgegeben. Dies waren 67,6 Mio. bzw. 13,3 % mehr als im Vorjahr.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Lipidsenkern betrug 2017 2,29 Mrd. DDD. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verbrauch um 113 Mio. DDD (5,2 %) gestiegen. Das Verbrauchswachstum wird weiterhin von den Statinen getragen, die 2017 einen Verbrauchsanteil von 92,5 % hatten. Allerdings ist erkennbar, dass der Anteil der Statine langsam zurückgeht und dafür der Anteil insbesondere der Azetidinone (Ezetimib und Ezetimib-haltige Arzneimittel) steigt. Ihr Anteil am Verbrauch lag 2017 bei 5,2 %. Der Anteil der PCSK9-Hemmer am Verbrauch ist derzeit mit 0,1 % noch zu vernachlässigen.
  • Innovation: Zu den innovativen Arzneimittel, die im Markt verfügbar sind, sind auf jeden Fall die 2015 eingeführten PCSK9-Hemmer zu zählen. Hier können aber auch die Azetidinone mitgerechnet werden, zu denen das seit 2002 verfügbare Ezetimib und dessen Kombinationen gehören. Die steigenden Anteile dieser Therapieansätze spiegeln sich in der Therapieansatzkomponente wider.
  • Preis: An den Mehrausgaben für die Indikationsgruppe hatten auch preisbedingte Ursachen einen Anteil. Aufgrund von Regularien einerseits und Rabatten infolge von Preisverhandlungen bei den PCSK9-Hemmern andererseits spielen Erhöhungen der Listenpreise hier jedoch keine Rolle. Vielmehr ist von Änderungen der Anbieterstruktur durch neu ausgeschriebene Rabattverträge auszugehen.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Lipidsenkern

Die Entwicklung der Lipidsenker war über viele Jahre hinweg hauptsächlich durch die alles dominierenden Statine geprägt. Bis 2014 gingen die Ausgaben für Lipidsenker trotz steigenden Verbrauchs aufgrund von Generikawettbewerb und Preiswettbewerb infolge von Rabattverträgen zurück. 2015 hat hier eine Trendwende eingesetzt: Die Ausgaben sind 2016 und 2017 mit einer Zuwachsrate von jeweils über 13 % gestiegen, weil neuere Therapieansätze, insbesondere das Ezetimib, aber auch die jüngst eingeführten PCSK9-Hemmer an Boden gewinnen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Für Ezetimib wurden 2018 erstmals Generika eingeführt. Dies könnte in den nächsten beiden Jahren kurzfristig zu Einsparungen führen. Weil aber das Preisniveau von Ezetimib mehrfach über dem der Statine liegt, ist ebenso ein Szenario denkbar, bei dem die Verfügbarkeit von Ezetimib-Generika zu einem überproportionalen Verbrauchsanstieg führt, der durch die günstigeren Generikapreise nicht aufgefangen werden kann.