Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Lipidsenkern C10 Lipidsenkende Mittel Lipidsenker werden bei Patienten mit entsprechender Risikokonstellation eingesetzt, um das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) zu verhindern. Im Jahr 2019 lagen die Ausgaben der GKV für Lipidsenker bei 576 Mio. Euro.

Veröffentlicht am: 09.11.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Lipidsenkern

Für lipidsenkende Mittel wurden 2019 von der GKV 575,8 Mio. Euro ausgegeben. Dies waren 31,7 Mio. bzw. 5,2 % weniger als im Vorjahr.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Lipidsenkern betrug 2019 2,65 Mrd. DDD. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verbrauch um 206 Mio. DDD (8,4 %) gestiegen. Das Verbrauchswachstum wird weiterhin von den Statinen getragen, die 2019 einen Verbrauchsanteil von 92,0 % hatten. Der Anteil ist seit 2016 leicht rückläufig, während der Anteil insbesondere der Ezetimib-haltigen Arzneimittel steigt. Ihr Anteil am Verbrauch lag 2019 bei 6,1 %. Der Anteil der PCSK9-Hemmer am Verbrauch ist derzeit mit 0,2 % noch zu vernachlässigen. Das wieder zunehmende Verbrauchswachstum bei Statinen ist möglicherweis auf geänderte Leitlinienempfehlungen zurückzuführen.
  • Innovation: Zu den innovativen Arzneimitteln, die im Markt verfügbar sind, sind vor allem die 2015 eingeführten PCSK9-Hemmer zu zählen. Hierzu können aber auch die seit 2002 verfügbaren Ezetimib-haltigen Produkte gerechnet werden, obwohl Ezetimib seit 2018 generisch verfügbar ist. Allerdings wurden erst vor kurzem Studienergebnisse publiziert, die auf einen Vorteil für Ezetimib bei bestimmten Patientengruppen hinweisen. Die steigenden Anteile dieser Therapieansätze spiegeln sich in der Therapieansatzkomponente wider. Eine weitere Innovation stellt das 2019 eingeführte Volanesorsen zur Anwendung bei familiärer Chylomikronämie dar.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte 2019 die Ausgaben für die Indikationsgruppe um 18,9 Mio. Euro.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Lipidsenkern

Die Entwicklung der Lipidsenker war über viele Jahre hinweg hauptsächlich durch die alles dominierenden Statine geprägt. Bis 2014 gingen die Ausgaben für Lipidsenker trotz steigenden Verbrauchs aufgrund von Generikawettbewerb und Preiswettbewerb infolge von Rabattverträgen zurück. Seitdem war wieder ein leichter Anstieg der Ausgaben zu verzeichnen. Durch die seit 2018 eingeführten Ezetimib-Generika kommt es nun wieder zu Einsparungen. Es ist jedoch zu erwarten, dass dieser Effekt eher kurzfristig sein wird, insbesondere wenn das Wachstum von Statinen und PCSK9-Hemmern weiter anhält.