Verbrauch von Lipidsenkern in der GKV C10 Lipidsenkende Mittel

Veröffentlicht am: 14.12.18

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen

Lipidsenker lassen sich als besonders häufig verordnete Arzneimittel klassifizieren. Im Jahr 2017 lagen die mittleren Pro-Kopf-Werte für den Verbrauch dieser Arzneimittel bei rund 32 DDD.

Der Verbrauch von Lipidsenkern hat sich im Zeitraum zwischen 2003 und 2017 fast verdreifacht und erreichte 2017 einen Wert von fast 2,3 Mrd. DDD. Der Verbrauch wuchs insbesondere im Zeitraum zwischen 2005 und 2009, als das Verbrauchswachstum sich zwischen 100 und 180 Mio. DDD jährlich bewegte, was mit Zuwachsraten zwischen 12 und 17 % einherging. Nachdem sich das Wachstum nach 2009 verlangsamt hatte, ist seit 2014 wieder ein etwas steilerer Verbrauchszuwachs festzustellen. 2017 stieg der Verbrauch um 113 Mio. DDD bzw. 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Das steile Wachstum ab 2005 folgte den Patentausläufen der ersten Statine, insbesondere von Simvastatin im Jahr 2003. Auch das Wachstum der letzten Jahre geht hauptsächlich auf den Therapieansatz der Statine zurück; neuere Therapieansätze wie Ezetimib und PCSK9-Hemmer haben daran nur einen geringen Anteil. Ein bestimmter Anlass für die jüngste Beschleunigung ist nicht erkennbar. Im Herbst 2016 wurde eine neue Leitlinie der ESC und EAS (European Society of Cardiology und European Atherosclerosis Society) veröffentlicht, die entsprechend dem individuellen Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse eine zielwertorientierte Senkung des LDL-Cholesterins empfiehlt (Catapano et al. 2016). Da sich das Wachstum jedoch schon vorher beschleunigte, kann die Aktualisierung der Leitlinie nicht als Auslöser angesehen werden. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass es im Vorfeld in Fachkreisen bereits entsprechende Diskussionen gab.

Am Verbrauch der Lipidsenker hatte 2017 der Therapieansatz der Statine einen Anteil von 92,5 %. Weitere 5,2 % entfielen auf den Therapieansatz der Azetidinone mit Ezetimib sowie dessen Kombinationen mit Statinen. Lediglich 0,1 % des Verbrauchs war dem Therapieansatz der PCSK9-Hemmer zuzuordnen.

Literatur

  • Catapano AL, Graham I, De Backer G, Wiklund O, Chapman MJ, Drexel H, Hoes AW, Jennings CS, Landmesser U, Pedersen TR, Reiner Ž, Riccardi G, Taskinen MR, Tokgozoglu L, Verschuren WM, Vlachopoulos C, Wood DA, Zamorano JL, Cooney MT; ESC Scientific Document Group. 2016 ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias. Eur Heart J 2016;37(39):2999–3058