Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei Krebsmedikamenten

Für antineoplastische Arzneimittel zur Behandlung von Krebs entstanden der GKV 2016 Ausgaben in Höhe von 3,7 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben um 482 Mio. Euro bzw. 14,7 %. Damit lag der Ausgabenzuwachs deutlich höher als im Vorjahr mit rund 286 Mio. Euro.

  • Verbrauch: Der Verbrauch für Mittel gegen Krebs stieg 2016 um 4,9 % auf 59,9 Mio. DDD. Es war der höchste reale Zuwachs im gesamten Betrachtungszeitraum. Bezogen auf bestimmte Arzneimittelgruppen (Therapieansätze) stieg der Verbrauch am stärksten bei den Proteinkinase-Inhibitoren (um 0,89 Mio. DDD) und Immunonkologika (um 0,85 Mio. DDD).
  • Innovation: Die antineoplastischen Mittel zur Krebstherapie gehören aktuell sicher zu der Indikationsgruppe mit dem höchsten innovativen Potenzial. Innerhalb der letzten fünf Jahre wurden über 40 neue Wirkstoffe eingeführt, davon allein neun im Jahr 2016. 2015 lag die Zahl der onkologischen Neueinführungen bei zwölf.
  • Preis: Insbesondere durch die Erstattungspreisverhandlungen im Anschluss an die Nutzenbewertungsverfahren des G-BA konnten die Ausgaben 2016 um 81,8 Mio. Euro gesenkt werden. Aufgrund des Umsatzanteils sind hier Nivolumab und Pembrolizumab besonders hervorzuheben.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Krebsmedikamenten

In den letzten Jahren sind enorm viele neue antineoplastische Wirkstoffe eingeführt worden. Dabei handelt es sich überwiegend um zielgerichtete Therapien, durch die z. T. auch neue Therapieansätze begründet wurden. Hervorzuheben ist auch die Einführung der Immunonkologika, in die bei der Behandlung einiger Krebsarten große Hoffnungen gesetzt werden. Insbesondere die hohe Zahl von Neueinführungen hat zu dem in den letzten Jahren beobachteten Ausgabenwachstum beigetragen. Da der Innovationsschub bei den Krebsarzneimitteln in den nächsten Jahren anhalten wird, ist auch mit weiterem Ausgabenwachstum zu rechnen. Eine gewisse Entlastung ist von Patentabläufen zu erwarten, wie z. B. Imatinib und Rituximab. Generika und Biosimilars werden jedoch die Mehrausgaben nur zu einem Teil kompensieren können.