Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 09.11.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Krebsmedikamenten

Für antineoplastische Arzneimittel zur Behandlung von Krebs entstanden der GKV 2019 Ausgaben in Höhe von 5,3 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben um 831 Mio. Euro bzw. 18,5 %. Damit war der Ausgabenzuwachs deutlich höher als im Vorjahr mit rund 466 Mio. Euro.

  • Verbrauch: Der Verbrauch für Mittel gegen Krebs stieg 2019 um 7,9 % auf 70,6 Mio. DDD. Bezogen auf bestimmte Arzneimittelgruppen stieg der Verbrauch am stärksten bei den zu den Immunonkologika gehörenden PD-1-Hemmern sowie den Proteinkinase-Inhibitoren (jeweils um 1,2 Mio. DDD) und den CDK4/6-Inhibitoren (um 0,9 Mio. DDD).
  • Innovation: Die antineoplastischen Mittel zur Krebstherapie gehören zu den Indikationsgruppen mit dem höchsten innovativen Potenzial. Innerhalb der letzten fünf Jahre wurden fast 50 neue Wirkstoffe eingeführt, davon acht im Jahr 2019. Entsprechend erhöhten die Innovationskomponenten die Ausgaben 2019 um rund 603 Mio. Euro.
  • Preis: Durch Preisreduktionen kam es 2019 zu Einsparungen in Höhe von 107 Mio. Euro. Zu den Preissenkungen trugen hauptsächlich die Preisverhandlungen im Rahmen der Nutzenbewertung bei.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Krebsmedikamenten

In den letzten Jahren sind enorm viele neue antineoplastische Wirkstoffe eingeführt worden. Dabei handelt es sich überwiegend um zielgerichtete Therapien, durch die auch neue Therapieansätze begründet wurden. Hervorzuheben ist auch die Einführung der Immunonkologika, in die bei der Behandlung einiger Krebsarten große Hoffnungen gesetzt werden. Im Jahr 2018 war die Einführung der CAR-T-Zell-Therapien ein viel diskutiertes Ereignis, nicht zuletzt, weil hier im Einzelfall über spektakuläre Erfolge berichtet wurde.

Insbesondere die mit der Innovationstätigkeit einhergehende hohe Zahl von Neueinführungen hat zu dem in den letzten Jahren beobachteten Ausgabenwachstum beigetragen. Da der Innovationsschub bei den Krebsarzneimitteln in den nächsten Jahren anhalten wird, ist auch mit weiterem Ausgabenwachstum zu rechnen. Eine gewisse Entlastung ist von Patentabläufen zu erwarten, wie sie durch Imatinib bereits beobachtet werden können und nun für Rituximab, Trastuzumab sowie Pemetrexed und weitere seit kurzem verfügbare Biosimilars und Generika zum Tragen kommen. Generika und Biosimilars können jedoch die Mehrausgaben nur zu einem Bruchteil kompensieren.