Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 21.01.19

Fazit zu den Entwicklungen bei den Krebsmedikamenten

Für antineoplastische Arzneimittel zur Behandlung von Krebs entstanden der GKV 2017 Ausgaben in Höhe von 4,05 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben um 299 Mio. Euro bzw. 8,0 %. Damit war das Ausgabenzuwachs sehr viel niedriger als im Vorjahr mit rund 481 Mio. Euro.

  • Verbrauch: Der Verbrauch für Mittel gegen Krebs stieg 2017 um 1,7 % auf 60,9 Mio. DDD. Bezogen auf bestimmte Arzneimittelgruppen stieg der Verbrauch am stärksten bei den CDK4/6-Hemmern (um 1,08 Mio. DDD) und Immunonkologika (um 0,83 Mio. DDD).
  • Innovation: Die antineoplastischen Mittel zur Krebstherapie gehören aktuell sicher zu der Indikationsgruppe mit dem höchsten innovativen Potenzial. Innerhalb der letzten fünf Jahre wurden über 40 neue Wirkstoffe eingeführt, davon allein zehn im Jahr 2017.
  • Preis: Durch Preisreduktionen kam es 2017 zu Einsparungen in Höhe von 163,9 Mio. Euro. Zu den Preissenkungen trugen einerseits die Preisverhandlungen im Rahmen der Nutzenbewertung bei. Von Bedeutung war außerdem Preiswettbewerb durch Generikaeinführungen, besonders bei Imatinib. Individuelle Rabattverträge haben hier zu zusätzlichen Preisminderungen geführt.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Krebsmedikamenten

In den letzten Jahren sind enorm viele neue antineoplastische Wirkstoffe eingeführt worden. Dabei handelt es sich überwiegend um zielgerichtete Therapien, durch die auch neue Therapieansätze begründet wurden. Hervorzuheben ist auch die Einführung der Immunonkologika, in die bei der Behandlung einiger Krebsarten große Hoffnungen gesetzt werden. Vom Wissenschaftsmagazin Science wurden 2013 die Immunonkologika zum „Breakthrough oft he Year“ gekürt, allerdings mit dem Hinweis, dass erst wenige Patienten mit den neuen Wirkstoffen behandelt wurden und noch viele Fragen offen seien (Coontz 2013).

Insbesondere die mit der Innovationstätigkeit einhergehende hohe Zahl von Neueinführungen hat zu dem in den letzten Jahren beobachteten Ausgabenwachstum beigetragen. Da der Innovationsschub bei den Krebsarzneimitteln in den nächsten Jahren anhalten wird, ist auch mit weiterem Ausgabenwachstum zu rechnen. Eine gewisse Entlastung ist von Patentabläufen zu erwarten, wie sie durch Imatinib bereits beobachtet werden können und für Rituximab, Trastuzumab oder Bevacizumab bald erwartet werden. Generika und Biosimilars werden jedoch die Mehrausgaben nur zu einem Teil kompensieren können. Zu berücksichtigen ist auch, dass im ersten Jahr nach Markteinführung die meisten antineoplastischen Arzneimittel ein ambulantes Ausgabenvolumen von 5 Mio. Euro nicht überschreiten.

Literatur