Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 04.02.26

Fazit zu den Entwicklungen bei den Krebsmedikamenten

Die Mittel gegen Krebs verursachten der GKV 2024 Ausgaben in Höhe von 9,21 Mrd. Euro. Im Vergleich zu 2023 sind die Ausgaben um 1,09 Mrd. Euro gestiegen, was einem Wachstum von 13,5 % entspricht.

  • Ausgabenerhöhung gegenüber 2023 um 1,09 Mrd. Euro (Plus von 13,5%).
  • Ausgabenzuwachs war nur wenig höher als im Vorjahr 2023, trotz Senkung des Herstellerabschlag.
  • Der Verbrauch für Mittel gegen Krebs stieg 2024 um 6,2% auf 102,2 Mio. DDD. Bezogen auf bestimmte innovative Arzneimittelgruppen stieg der Verbrauch am stärksten bei den PD-1/PDL-1-Inhibitoren (2,1 Mio. DDD). Der zu dieser Gruppe gehörende Antikörper Pembrolizumab erreichte einen Zuwachs von 1,1 Mio. DDD und ist damit nun nach 5-Fluoruracil der zweithäufigste antineoplastische Wirkstoff.
  • Die antineoplastischen Mittel zur Krebstherapie gehören zu den Indikationsgruppen mit dem höchsten innovativen Potenzial. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre wurden über 60 neue Wirkstoffe bzw. fixe Wirkstoffkombinationen eingeführt, davon dreizehn im Jahr 2024. Entsprechend erhöhten die Innovationskomponenten die Ausgaben 2024 um 681 Mio. Euro.
  • Durch Preisreduktionen kam es 2024 zu Einsparungen in Höhe von 106,5 Mio. Euro. Zu den Preissenkungen trugen hauptsächlich die Preisverhandlungen im Rahmen der Nutzenbewertung bei. Ohne Senkung des im Jahr 2023 temporär erhöhten Herstellerabschlags wären die Einsparungen durch die Preiskomponente noch höher ausgefallen.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Krebsmedikamenten

  • In den letzten Jahren sind ausgesprochen viele neue antineoplastische Wirkstoffe eingeführt worden. Dabei handelt es sich überwiegend um zielgerichtete Therapien, durch die auch zahlreiche neue Therapieansätze begründet wurden. Hervorzuheben ist hier bspw. die Einführung der Immunonkologika oder der CAR-T-Zell-Therapien.
  • Insbesondere die mit der Innovationstätigkeit einhergehende hohe Zahl von Neueinführungen hat zu dem in den vergangenen Jahren beobachteten Ausgabenwachstum beigetragen.
  • Da der Innovationsschub bei den Krebsarzneimitteln in den nächsten Jahren anhalten wird, ist auch mit weiterem Ausgabenwachstum in ähnlicher Größenordnung wie in den letzten Jahren zu rechnen.
  • Eine gewisse Entlastung ergibt sich durch Patentabläufe. Auch in den nächsten Jahren werden immer wieder Generika und Biosimilars auch für die zielgerichteten Therapien verfügbar sein, doch ist aktuell kein Patentablauf für „Blockbuster“ in Sicht, der zu spürbaren Einsparungen führen würde.