Komponenten der Ausgabenveränderungen bei Krebsmedikamenten L01 Antineoplastische Mittel

Veröffentlicht am: 21.01.19

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

Komponenten 2017

2017 erhöhten sich die Ausgaben mit 299,4 Mio. Euro sehr viel geringer als 2016. Zu der Ausgabenerhöhung trugen folgende Komponenten am stärksten bei:

  • Therapieansatzkomponente: Durch Verschiebungen zwischen den Verbrauchsanteilen der Therapieansätze stiegen die Ausgaben um 367,1 Mio. Euro und somit stärker als im Vorjahr. Ursächlich zu nennen sind hier die gestiegenen Verbrauchsanteile der CD4/6-Hemmer sowie der zu den Immunonkologika gehörenden PD-1-Hemmer.
  • Preis: Durch Preisreduktionen kam es zu Einsparungen in Höhe von 163,9 Mio. Euro. Die Komponente war doppelt so hoch wie 2016. Zu den Preissenkungen trugen einerseits die Preisverhandlungen im Rahmen der Nutzenbewertung bei. Von Bedeutung war außerdem Preiswettbewerb durch Generikaeinführungen, besonders bei Imatinib, für das seit Dezember 2016 Generika verfügbar sind. Individuelle Rabattverträge haben bei Imatinib zu zusätzlichen Preisminderungen geführt. Für Rituximab, das seit April 2017 auch als Biosimilar verfügbar ist, gab es 2017 keine individuellen Rabattverträge.
  • Analogkomponente: Durch Änderungen der Verbrauchsanteile einzelner Wirkstoffe innerhalb der Therapieansätze stiegen die Ausgaben um 79,1 Mio. Euro. Als Ursache sind die gestiegenen Verbrauchsanteile insbesondere von neueren Krebsmitteln zu nennen, wie z. B. von Palbociclib (CD4/6-Hemmer) oder der beiden Immunonkologika Nivolumab und Pembrolizumab.
  • Verbrauch: Diese Komponente fiel mit 77,0 Mio. Euro weniger als halb so hoch aus wie 2016, da der Verbrauch 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer stieg.
  • Generikakomponente: Erwähnenswert ist die Generikakomponente, die zu Einsparungen von 63,7 Mio. Euro führte und im Wesentlichen durch die Einführung der Imatinibgenerika bedingt war.

Komponenten 2016

2016 erhöhten sich die Ausgaben um 481,3 Mio. Euro. Es waren hauptsächlich die folgenden Komponenten beteiligt:

  • Therapieansatzkomponente: Durch Verschiebungen zwischen den Verbrauchsanteilen der Therapieansätze stiegen die Ausgaben um 308 Mio. Euro. Den größten Beitrag zu der Entwicklung leistete der höhere Verbrauchsanteil von Arzneimitteln der Immuntherapie. An zweiter Stelle ist der erneut gestiegene Anteil von Proteinkinase-Inhibitoren zu nennen.
  • Verbrauch: Der verbrauchsbedingte Ausgabenanstieg lag mit 182,5 Mio. Euro höher als 2017.
  • Preis: Preisreduktionen minderten den Ausgabenzuwachs um 82,0 Mio. Euro, was überwiegend durch die Erstattungspreisverhandlungen im Anschluss an die Nutzenbewertungsverfahren des G-BA bedingt war. Aufgrund des Umsatzanteils sind hier Nivolumab und Pembrolizumab besonders hervorzuheben.
  • Analogkomponente: Diese Komponente erreichte 88,1 Mio. Euro. Treiber waren vor allem die gestiegenen Verbrauchsanteile von neueren Krebsmitteln, wie z. B. Nivolumab (Immunonkologikum), Pertuzumab (monoklonaler Antikörper) und Ruxolitinib (Proteinkinase-Inhibitoren).