Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln L02 Endokrine Therapie (zytostatische Hormone)

Veröffentlicht am: 04.02.26

Fazit zu den Entwicklungen bei den Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln

Die Ausgaben für zytostatische Hormone lagen 2024 bei 1,48 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie um 282,9 Mio. Euro bzw. 23,6 gestiegen. Der Anstieg war überwiegend auf die Mittel für Prostatakrebs zurückzuführen. Sie machen fast 94% der gesamten Ausgaben der Indikationsgruppe aus.

  • Ausgabenanstieg zu 2023 um 282,9 Mio. Euro (Plus von 2,7%).
  • Der Verbrauch erreichte im Jahr 2024 rund 180 Mio. DDD und lag um 3,1% höher als im Vorjahr. In der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Prostatakarzinom war die Zuwachsrate mit 5% mehr als doppelt so hoch wie für die Mittel bei Brustkrebs mit 2%.
  • Zwischen 2020 und 2024 gab es vier Neueinführungen in der Indikationsgruppe zur Behandlung des Prostatakarzinoms. Darüber hinaus zeigt die Analogkomponente mit einer Ausgabenänderung von 177,9 Mio. Euro an, dass die Verbrauchsanteile insbesondere der seit 2013 verfügbaren neueren ARPI (Androgene Receptor Pathway Inhibitors) wie etwa Enzalutamid weiterhin steigen. Ihnen wurde in der frühen Nutzenbewertung für bestimmte Anwendungsgebiete ein Zusatznutzen in der Behandlung des Prostatakrebses bescheinigt.
  • In der Teil-Indikationsgruppe der Brustkrebsmittel wurde 2023 das Antiestrogen Elascestrant eingeführt. Der Verbrauchsrückgang von Tamoxifen steht möglicherweise in Zusammenhang mit Lieferengpässen.
  • Die Preiskomponente erhöhte die Ausgaben in Summe um 38,0 Mio. Euro. Dahinter steht hauptsächlich die Senkung des 2023 temporär erhöhten Herstellerabschlags.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln

  • Die Ausgaben für Arzneimittel für die endokrine Therapie von Brust- und Prostatakrebs steigen kontinuierlich.
  • Der Anstieg war bislang auf die Mittel gegen Prostatakrebs beschränkt. Durch eine Neueinführung bei den Brustkrebsmitteln ist auch für diese künftig mit steigenden Ausgaben zu rechnen.