Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln L02 Endokrine Therapie (zytostatische Hormone)

Veröffentlicht am: 21.01.19

Fazit zu den Entwicklungen bei den Brustkrebs- und Prostatatkrebsmitteln

Die Ausgaben für zytostatische Hormone lagen 2017 bei 774 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 35,1 Mio. Euro bzw. 4,7 %.

  • Verbrauch: Der Verbrauch erreichte im Jahr 2017 146,6 Mio. DDD und lag damit um 2,5 Mio. DDD bzw. um 1,7 % höher als im Vorjahr. Wie schon in den Vorjahren war dieser Anstieg ausschließlich durch die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Mammakarzinom bedingt, wo die Zuwachsrate bei 2,3 % lag, während der Verbrauch in der Teil-Indikationsgruppe lediglich um 0,2 % stieg.
  • Innovation: Innovationen waren in den letzten Jahren nur für die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Prostatakarzinom festzustellen: Hier wurden mit Abirateron und Enzalutamid zwei Wirkstoffe eingeführt, denen in der frühen Nutzenbewertung jeweils ein beträchtlicher Zusatznutzen bescheinigt wurde. Im Jahr 2017 stiegen erneut die Verbrauchsanteile von Enzalutamid und Abirateron. Dies zeigte sich sowohl in der Therapieansatz- als auch der Analogkomponente, durch die die Ausgaben um 21,6 bzw. 37,6 Mio. Euro erhöht wurden.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte die Ausgaben um 17,3 Mio. Euro. Auch zu dieser Komponente trug hauptsächlich die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Prostatakrebs bei. Als eine Ursache kann hier die Situation hinsichtlich individueller Rabattverträge genannt werden: Für einige Wirkstoffe hat sich der Umsatzanteil unter Rabatt erhöht, insbesondere auch für die hochpreisigen Wirkstoffe Abirateron und Enzalutamid.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Brustkrebs- und Prostatatkrebsmitteln

In den letzten Jahren konnten für die Indikationsgruppe der zytostatischen Hormone zunächst erhebliche Einsparungen beobachtet werden durch die Einführung von Generika für die Aromatasehemmer, die zur adjuvanten Hormontherapie bei Brustkrebs eingesetzt werden. Darauf folgte die Einführung zweier innovativer Arzneimittel (Abirateron und Enzalutamid), die bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingesetzt werden und eine neue Therapieoption bei nahezu ausbehandelten Patienten darstellen. Dies führte zu einem deutlichen Ausgabenzuwachs. Inzwischen sind sowohl die Generika als auch die neuen Wirkstoffe etabliert, sodass für die nächsten Jahre eine ruhige Entwicklung mit nur geringeren Ausgabensteigerungen anzunehmen ist.