Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln L02 Endokrine Therapie (zytostatische Hormone)

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln

Die Ausgaben für zytostatische Hormone lagen 2016 bei 674 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 37,9 Mio. Euro bzw. 6 %.

  • Verbrauch: Der Verbrauch erreichte im Jahr 2016 132,8 Mio. DDD und lag damit um 2,1 Mio. DDD bzw. um 1,6 % höher als im Vorjahr. Wie schon im Vorjahr war dieser Anstieg ausschließlich durch die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Mammakarzinom bedingt, wo die Zuwachsrate bei 2,5 % lag, während der Verbrauch in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Prostatakarzinom um 0,6 % zurückging.
  • Innovation: Innovationen waren in den letzten fünf Jahren nur für die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Prostatakarzinom festzustellen: Hier wurden mit Abirateron und Enzalutamid zwei Wirkstoffe eingeführt, denen in der frühen Nutzenbewertung jeweils ein beträchtlicher Zusatznutzen bescheinigt wurde. Im Jahr 2016 – wie bereits 2015 – stieg der Verbrauchsanteil von Enzalutamid erheblich, der von Abirateron dagegen ging leicht zurück. Die Wirkung dieser Verbrauchsanteilsverschiebung auf die Arzneimittelausgaben zeigt sich in den Innovationskomponenten: Die Analogkomponente erhöhte die Arzneimittelausgaben um fast 73 Mio. Euro, die Therapieansatzkomponente senkte sie dagegen um fast 9 Mio. Euro.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte die Ausgaben um 21,5 Mio. Euro. Auch zu dieser Komponente trug hauptsächlich die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Prostatakrebs bei. Als Ursache können hier sowohl Ergebnisse aus den Preisverhandlungen im Nachgang der frühen Nutzenbewertung als auch Verschiebungen bedingt durch Rabattvertragsänderungen genannt werden.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln

In den letzten Jahren konnten für die Indikationsgruppe der zytostatischen Hormone zunächst erhebliche Einsparungen beobachtet werden durch die Einführung von Generika für die Aromatasehemmer, die zur adjuvanten Hormontherapie bei Brustkrebs eingesetzt werden. Darauf folgte die Einführung zweier innovativer Arzneimittel (Abirateron und Enzalutamid), die bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingesetzt werden und eine neue Therapieoption bei nahezu ausbehandelten Patienten darstellen. Dies führte zu einem deutlichen Ausgabenzuwachs. Inzwischen sind sowohl die Generika als auch die neuen Wirkstoffe etabliert, sodass für die nächsten Jahre eine ruhige Entwicklung mit nur geringen Ausgabensteigerungen anzunehmen ist.