Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln L02 Endokrine Therapie (zytostatische Hormone) Die Ausgaben für zytostatische Hormone lagen 2019 bei 916,6 Mio. Euro. Im Vergleich zu 2018 sind sie um 112,0 Mio. Euro bzw. rund 14 % gestiegen. Dies war ausschließlich durch die Mittel für Prostatakrebs bedingt.

Veröffentlicht am: 14.12.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln

Die Ausgaben für zytostatische Hormone lagen 2019 bei 916,6 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 112 Mio. Euro bzw. 13,9 %.

  • Verbrauch: Der Verbrauch erreichte im Jahr 2019 156,5 Mio. DDD und lag damit um 3,9 Mio. DDD bzw. um 2,5 % höher als im Vorjahr. In der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Mammakarzinom war die Zuwachsrate mit 2,7 % etwas höher als für die Mittel bei Prostatakarzinom mit 2,2 %.
  • Innovation: In den letzten fünf Jahren gab es eine Neueinführung in der Indikationsgruppe. Darüber hinaus zeigen die Therapieansatz- und die Analogkomponente an, dass die Verbrauchsanteile der seit 2011 und 2013 verfügbaren Wirkstoffe Abirateron bzw. Enzalutamid weiterhin steigen. Ihnen wurde in der frühen Nutzenbewertung jeweils ein beträchtlicher Zusatznutzen in der Behandlung des Prostatakrebses bescheinigt. Die genannten Komponenten führten zusammen zu einem Ausgabenanstieg von 95,2 Mio. Euro.
  • Preis: Die Preiskomponente erhöhte die Ausgaben geringfügig um 4,2 Mio. Euro. Hier können Änderungen bei individuellen Rabattverträgen eine Rolle spielen, aber auch Preiserhöhungen im Rahmen des Inflationsausgleichs.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Brustkrebs- und Prostatakrebsmitteln

In den letzten Jahren konnten für die Indikationsgruppe der Zytostatischen Hormone zunächst erhebliche Einsparungen beobachtet werden durch die Einführung von Generika für die Aromatasehemmer, die zur adjuvanten Hormontherapie bei Brustkrebs eingesetzt werden. Darauf folgte die Einführung zweier innovativer Arzneimittel (Abirateron und Enzalutamid), die bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingesetzt werden und eine neue Therapieoption bei nahezu ausbehandelten Patienten darstellen. Dies führte zu einem deutlichen Ausgabenzuwachs. Die Generika sind mittlerweile etabliert und führen zu keinen weiteren Einsparungen. Durch die innovativen Arzneimittel sind weiterhin Ausgabensteigerungen möglich.