Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln zur Anwendung am Auge S01 Ophthalmika

Veröffentlicht am: 15.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei Mitteln zur Anwendung am Auge

Von der GKV wurden 2016 für Ophthalmika 865 Mio. Euro ausgegeben. Die Ausgaben lagen damit um 93,3 Mio. Euro (12,1 %) höher als im Vorjahr. Der Ausgabenanstieg 2016 war jedoch weniger als halb so groß wie 2015.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Ophthalmika lag 2016 bei knapp 819 Mio. DDD. Gegenüber 2015 bedeute dies einen Anstieg um fast 14 Mio. DDD bzw. 1,7 %. Der Verbrauchszuwachs ist deutlich schwächer als im Vorjahr; die Ursachen sind jedoch ähnlich. Erneut stieg der Verbrauch am stärksten für die Mittel bei Makuladegeneration (um 25 %) und die entzündungshemmenden Mittel (um 10 %).
  • Innovation: Bei den Ophthalmika sind als besonders innovativ das 2013 eingeführte Ocriplasmin sowie das seit 2015 verfügbare ATMP für die Limbusstammzelltransplantation zu nennen. Diese wirken sich aber nicht auf die Innovationskomponenten aus. Ocriplasmin stellt eine Alternative zur nichtmedikamentösen Therapie dar, und die Limbusstammzelltransplantation konkurriert ebenfalls nicht mit Arzneimitteln und wird zudem nur stationär durchgeführt. Zu nennen ist außerdem das Idebenon, das bei der sehr seltenen Leberschen hereditären Optikusneuropathie eingesetzt wird. Die Therapieansatzkomponente erhöhte die Ausgaben 2016 für die Indikationsgruppe um 4,5 Mio. Euro. Das 2012 eingeführte Aflibercept sorgte zudem über den Analogwettbewerb erneut für Einsparungen – 2016 in Höhe von rund 10 Mio. Euro.
  • Preis: Preiseffekte waren in der Indikationsgruppe 2016 von untergeordneter Bedeutung.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Mitteln zur Anwendung am Auge

Die Indikationsgruppe der Ophthalmika war bis etwa 2010/11 in Bezug auf den Verbrauch stabil und zeigte auch einen eher mäßigen Zuwachs bei den Ausgaben. Dies änderte sich ab 2012 und war zunächst vor allem durch die Mittel bei Makuladegeneration bedingt, die ein enormes Verbrauchswachstum zeigten. Hier deutet sich allerdings inzwischen eine Stabilisierung an, sodass künftig mit geringerem Ausgabenzuwachs zu rechnen ist. Gleichzeitig sind in den letzten Jahren einige sehr innovative Arzneimittel eingeführt worden. Diese werden jedoch nur zu eher mäßigen Ausgabensteigerungen führen, da sie entweder nur stationär eingesetzt werden oder die Anzahl ambulant behandelter Patienten relativ klein ist.