Innovationen bei Mitteln zur Anwendung am Auge S01 Ophthalmika

Veröffentlicht am: 15.09.17

Neueinführungen zwischen 2012 und 2016
JahrWirkstoffTherapieansatzAnwendung*
2012AfliberceptVEGF-AntagonistenMakuladegeneration, Makulaödeme, choroidale Neovaskularisation
2013OcriplasminProteasenVitreomakuläre Traktion
2013NepafenacNichtsteroidale AntiphlogistikaPostoperative Augenentzündung nach Kataraktoperation
2015Limbale Stammzellen, autologStammzelltherapieLimbusstammzellinsuffizienz aufgrund von Verbrennungen oder Verätzungen
2015IdebenonAntioxidantienLebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON)

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Zwischen 2012 und 2016 wurden vier neue Wirkstoffe eingeführt, die zur Indikationsgruppe der Ophthalmika gehören. Entsprechend der Heterogenität der Indikationsgruppen betreffen die Neueinführungen die unterschiedlichsten Augenerkrankungen.

Zwei neue Wirkstoffe begründeten neue Teil-Indikationsgruppen, da sie erstmals eine medikamentöse Behandlungsoption bei den jeweiligen Erkrankungen darstellen. Zu nennen sind hier Ocriplasmin und die limbale Stammzelltherapie bei vitreomakulärer Traktion bzw. Limbusstammzellinsuffizienz.

Als vitreomakuläre Traktion bezeichnet man eine Glaskörperabhebung, die durch Zug an der Netzhaut zu Schäden an der Makula führen kann. Bislang konnte diese Störung nur operativ durch Entfernung des Glaskörpers behandelt werden.

Die Limbusstammzellinsuffizienz kann z. B. nach schweren Verletzungen des Auges auftreten. Sie betrifft den sogenannten Limbus am Rand der Hornhaut, in dem sich beim gesunden Auge Stammzellen befinden, die für die Gewebeerneuerung der Hornhaut sorgen. Fehlen diese Stammzellen, kann die Hornhaut nicht mehr instand gehalten werden und es wachsen Gefäße und Epithelzellen der Bindehaut über die Hornhaut ein, was letztlich zur Erblindung führt.

Die Lebersche hereditäre Erkrankung ist erblich bedingt und führt zu einem verminderten Sehvermögen bis hin zur Erblindung.