Verbrauch von Mitteln zur Anwendung am Auge S01 Ophthalmika

Veröffentlicht am: 22.03.19

Quelle: IGES-Berechnungen nach AVR (1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) ab 2003
Verbrauch von Ophthalmika nach Teil-Indikationsgruppen
ArzneimittelgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20072008200920102011201220132014201520162017
Glaukommittel438,1445,7450,4453,2462,3474,9489,5504,5515,2514,7519,8
Entzündungshemmende Mittel (Antiphlogistika)111,1112,3112,3112,3112,9113,5109,0103,6107,7118,4121,6
Mittel gegen bakterielle Infektionen81,784,885,286,983,886,789,289,091,290,890,8
Pupillenerweiternde Mittel36,138,038,238,337,936,934,731,331,331,831,9
Andere Ophthalmika32,029,927,024,222,421,321,021,221,921,922,1
Mittel bei Makuladegeneration0,50,20,30,51,21,72,96,115,819,821,3
Übrige Teil-Indikationsgruppen29,228,126,925,624,823,023,422,221,621,120,6
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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Der Verbrauch von Ophthalmika in der GKV lag 2017 bei fast 827,8 Mio. DDD und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Mio. bzw. 1,1% erhöht. Ophthalmika sind sehr häufig verwendete Arzneimittel: Jedem GKV-Versicherten wurden 2017 im Mittel 11,5 DDD verordnet.

Der Verbrauch von Ophthalmika bewegte sich von 1996 bis 2002 in einem Bereich zwischen 1200 und 1300 Mio. DDD jährlich mit einer Spitze von fast 1500 Mio. DDD im Jahr 2003, die wohl als Bevorratungsmaßnahme interpretiert werden kann. Seit 2004 werden rezeptfreie Arzneimittel von der GKV nur noch in Ausnahmefällen erstattet, was zu einem Verbrauchseinbruch bei Ophthalmika führte, der vor allem durch den Verbrauchsrückgang bei Antiallergika bedingt sein dürfte. Es ist anzunehmen, dass der schwankende Verlauf der Verbrauchskurve zwischen 1996 und 2002 ebenfalls auf die Antiallergika zurückzuführen ist. Da sie symptomatisch bei allergischer Konjunktivitis eingesetzt werden, kann der Bedarf für diese Arzneimittel von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein – abhängig von Ausmaß und Dauer des Pollenflugs. Seit 2005 zeigte sich der Verbrauch außerordentlich stabil bei etwa 750 Mio. DDD pro Jahr. Seit 2011 ist ein geringes, aber stetiges Wachstum zu erkennen, sodass 2015 805 Mio. DDD verbraucht wurden. Zwischen 2011 und 2015 bewegte sich der jährliche Verbrauchszuwachs zwischen 8 und 27 Mio. DDD (1,8 bzw. 3,5 %), wobei der höchste Zuwachs 2015 beobachtet wurde. Für das deutlich stärkere Wachstum 2015 und 2016 waren die Mittel bei Makuladegeneration verantwortlich, aber auch Antiphlogistika. 2017 stieg der Verbrauch wieder etwas geringer als in den beiden Jahren davor und das stärkste Wachstum war bei den Glaukommitteln festzustellen.

Den größten Anteil am Verbrauch hatten 2017 mit fast 63 % die Glaukommittel. Auf die entzündungshemmenden Mittel entfielen rund 15 % und auf die am Auge angewandten Mittel gegen bakterielle Infektionen 11 %.

Der Verbrauch von Mitteln bei Makuladegeneration lag 2017 bei 21,3 Mio. DDD. Für diese Arzneimittel war besonders im Zeitraum zwischen 2013 bis 2016 ein starkes Verbrauchswachstum (von 2,9 auf 19,8 Mio. DDD) festzustellen. Treiber dieser Entwicklung war in erster Linie das 2012 eingeführte Aflibercept. Zur Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Makuladegeneration gehören zwei Therapieansätze, von denen die VEGF-Antagonisten gegenüber der photodynamischen Therapie absolut dominant sind. Bei den VEGF-Antagonisten waren 2017 nur die Wirkstoffe Aflibercept und Ranibizumab von Bedeutung mit Verbrauchsanteilen von 65 % bzw. 35 %.

Bei den meisten anderen Teil-Indikationsgruppen waren 2017 nur geringe Verbrauchsänderungen im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Die Mittel der neuen Teil-Indikationsgruppen (Mittel bei Cystinose, Mittel bei vitreomakulärer Adhäsion sowie Mittel bei neurotropher Keratitis) seltene Erkrankungen bzw. werden teilweise stationär eingesetzt. Sie machen sich daher in der Verbrauchsentwicklung nicht bemerkbar.