Veröffentlicht am: 26.06.26
| Arzneimittelgruppe | Verbrauch in Mio. DDD | ||||||||||
| 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | |
| Glaukommittel | 450,4 | 453,2 | 462,3 | 474,9 | 489,5 | 504,5 | 515,2 | 514,7 | 519,8 | 528,3 | 535,1 |
| Entzündungshemmende Mittel | 112,3 | 112,3 | 112,9 | 113,5 | 109,0 | 103,6 | 107,8 | 118,5 | 121,7 | 122,3 | 129,5 |
| Mittel gegen bakterielle Infektionen | 85,2 | 86,9 | 83,8 | 86,7 | 89,2 | 89,0 | 91,2 | 90,8 | 90,8 | 88,5 | 89,4 |
| Mydriatika, Zykloplegika | 38,2 | 38,3 | 37,9 | 36,9 | 34,7 | 31,3 | 31,3 | 31,8 | 31,9 | 32,1 | 32,1 |
| Mittel bei Makuladegeneration | 0,3 | 0,5 | 1,1 | 1,7 | 2,9 | 6,1 | 15,8 | 19,8 | 21,3 | 23,4 | 24,7 |
| Andere Ophthalmika | 24,2 | 23,3 | 22,4 | 21,3 | 21,0 | 21,2 | 21,9 | 21,9 | 22,1 | 22,8 | 23,5 |
| Übrige Teil-Indikationsgruppen | 26,9 | 25,6 | 24,7 | 23,0 | 23,4 | 22,2 | 21,6 | 21,2 | 20,7 | 21,6 | 21,9 |
| Ophthalmika gesamt | 737,5 | 740,0 | 745,2 | 758,0 | 769,7 | 777,8 | 804,7 | 818,7 | 828,2 | 839,1 | 856,3 |
| Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen | |||||||||||
Der Verbrauch von Ophthalmika erreichte 2024 einen Wert von 923,6 Mio. DDD. Er hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 % erhöht. Ophthalmika werden häufig verordnet: Der durchschnittliche Verbrauch lag 2024 bei 12,5 DDD je Versicherten.
Der Verbrauch von Ophthalmika bewegte sich von 1996 bis 2002 in einem Bereich zwischen 1200 und 1300 Mio. DDD jährlich mit einer Spitze von fast 1500 Mio. DDD im Jahr 2003, die wohl als Bevorratungsmaßnahme interpretiert werden kann. Seit 2004 werden rezeptfreie Arzneimittel von der GKV nur noch in Ausnahmefällen erstattet, was zu einem Verbrauchseinbruch bei Ophthalmika führte, der vor allem durch den Verbrauchsrückgang bei Antiallergika bedingt sein dürfte. Es ist anzunehmen, dass der schwankende Verlauf der Verbrauchskurve zwischen 1996 und 2002 ebenfalls auf die Antiallergika zurückzuführen ist. Da sie symptomatisch bei allergischer Konjunktivitis eingesetzt werden, kann der Bedarf für diese Arzneimittel von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein – abhängig von Ausmaß und Dauer des Pollenflugs.
Seit 2005 zeigte sich der Verbrauch außerordentlich stabil bei etwa 750 Mio. DDD pro Jahr. Seit 2011 ist ein geringes, aber kontinuierliches Wachstum zu erkennen, das sich ab 2012 beschleunigte, wobei der höchste Zuwachs 2022 beobachtet wurde. Für das deutlich stärkere Wachstum 2022 waren die Antibiotika verantwortlich. 2024 zeigte sich der höchste Verbrauchszuwachs bei den Antibiotika und Glaukommitteln, die höchsten Wachstumsraten fanden sich mit 10 % für die Antibiotika zur Anwendung am Auge und mit 8 % für die Mittel bei Makuladegeneration (AMD).
Den größten Anteil am Verbrauch hatten 2024 mit 60,8 % die Glaukommittel. Auf die entzündungshemmenden Mittel entfielen 14,6 % und auf die am Auge angewandten Mittel gegen bakterielle Infektionen 11,6 %.
Der Verbrauch von Mitteln bei Makuladegeneration lag 2024 bei 40,6 Mio. DDD. Für diese Arzneimittel war besonders im Zeitraum zwischen 2013 bis 2016 ein starkes Verbrauchswachstum (von 2,9 auf 19,8 Mio. DDD) festzustellen. Treiber dieser Entwicklung war in erster Linie das 2012 eingeführte Aflibercept. Zur Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Makuladegeneration gehören drei Therapieansätze, von denen die VEGF-Antagonisten mit 91 % gegenüber den VEGF/Angiopoetin-Antagonisten und der photodynamischen Therapie dominant sind. Bei den VEGF-Antagonisten hatten 2024 die Wirkstoffe Aflibercept und Ranibizumab Verbrauchsanteilen von 75 % bzw. 22 %, die restlichen 3 % entfielen auf Brolucizumab. Trotz Verfügbarkeit von Biosimilars für Ranibizumab seit Ende 2022 ist der Verbrauch des Wirkstoffs deutlich rückläufig – er war 2024 um 8 % geringer als im Vorjahr. Der Verbrauch von Aflibercept stieg dagegen um fast 8 % an. Die Gründe für den Verbrauchsrückgang von Ranibizumab, der bereits seit 2022 zu beobachten ist, sind unklar. Aflibercept ist preislich günstiger und das Schema für die Dosierungsintervalle etwas übersichtlicher; dennoch ist der Verbrauch von Ranibizumab bis 2021 gestiegen. Auch die Verträge zur IVOM (intravitreale operative Medikamentenapplikation), die von den Krankenkassen mit den Leistungserbringern geschlossen haben, könnten einen Einfluss auf die Verbrauchsentwicklung haben.
Die auffälligste Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren zeigte sich für die Antiinfektiva (antibiotische Augentropfen), deren Verbrauch während der COVID-19-Pandemie stark zurückging, 2020 sowie 2021 wieder auf das vorherige Niveau angestiegen ist und 2024 mit fast 107 Mio. DDD den höchsten Wert seit 2005 erreichte.
Die Mittel der neueren Teil-Indikationsgruppen (Mittel bei Cystinose, Mittel bei vitreomakulärer Adhäsion, Mittel bei neurotropher Keratitis, Mittel bei Limbusstammzellinsuffizienz sowie Mittel bei erblicher Netzhautdystrophie) richten sich gegen seltene Erkrankungen bzw. werden teilweise stationär eingesetzt. Sie machen sich daher in der Verbrauchsentwicklung nicht bemerkbar.