Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel A 16 Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel Mittel aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel werden vor allem bei seltenen Stoffwechselerkrankungen eingesetzt. Die Ausgaben der GKV lagen 2019 bei fast 592 Mio. Euro, ein Plus von 14,6 % gegenüber 2018.

Veröffentlicht am: 27.10.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Mitteln aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel

Für Arzneimittel aus der Indikationsgruppe der Anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel waren die Ausgaben 2019 um 75,4 Mio. Euro höher als 2018.

  • Verbrauch: Der Verbrauch stieg 2018 in der Indikationsgruppe um 108 Tsd. DDD bzw. 7,5 % und damit in ähnlichem Ausmaß wie in den Jahren seit 2015. Gemessen am absoluten Verbrauch in DDD stieg 2019 der Verbrauch am stärksten in den Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei Morbus Wilson und Morbus Fabry, nämlich um 31 Tsd. bzw. 23 Tsd. DDD gegenüber dem Vorjahr (Rate 66 % bzw. 11 %). Der seit Jahren zu beobachtende Verbrauchsanstieg in den meisten der Teil-Indikationsgruppen dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass mehr betroffene Patienten behandelt wurden. Zusätzlich erhöhte sich der Verbrauch auch durch die Einführung neuer Wirkstoffe.
  • Innovation: Innovationen spiegeln sich in der Indikationsgruppe fast ausschließlich in der Verbrauchskomponente wider. Die meisten neuen Arzneimittel stellen erstmalige medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für seltene Erkrankungen dar. Da Substitutionseffekte selten sind, sprechen die üblichen Innovationskomponenten (Therapieansatz- und Analogkomponente) kaum an.
  • Preis: Bei den anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel stellen Preissenkungen aktuell in der Regel die Rabatte dar, die sich aus den Erstattungspreisverhandlungen im Anschluss an die frühe Nutzenbewertung ergeben. Da Generika praktisch keine Rolle spielen und es noch keine Biosimilars gibt, existiert auch kein nennenswerter Preiswettbewerb.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Mitteln aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel

Verbrauch und Ausgaben sind für die anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren so fortsetzt, möglicherweise auch in leicht beschleunigter Form. Es werden weiterhin neue Arzneimittel eingeführt werden, die erstmals die medikamentöse Therapie seltener Erkrankungen ermöglichen. Für die bereits eingeführten Arzneimittel wird teilweise der Verbrauch steigen, weil mehr Patienten behandelt werden.

Zwar wurde ein erstes Generikum 2015 eingeführt, dessen Verbrauchsanteil 2019 auch erheblich angestiegen ist. Die resultierenden Einspareffekte lagen 2019 bei 0,9 Mio. Euro. Die Einspareffekte werden auch in der Zukunft vermutlich eher gering ausfallen. Bei vielen Arzneimitteln der Indikationsgruppe handelt es sich um Biologika, für die es nach Ablauf der Marktexklusivität Biosimilars geben könnte. Allerdings dürfte nicht zuletzt wegen der teilweise sehr geringen Patientenzahlen schon die Zulassung eines Biosimilars in vielen Fällen eine Herausforderung darstellen, sodass auch die Erwartungen in mögliche Einsparungen durch Biosimilars in der Zukunft nicht zu optimistisch sein sollten.