Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel A 16 Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel

Veröffentlicht am: 04.12.17

Fazit zu den Entwicklungen bei den Mitteln aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel

Für Arzneimittel aus der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel waren die Ausgaben 2016 um 56,2 Mio. Euro höher als 2015.

  • Verbrauch: Der Verbrauch stieg 2016 in der Indikationsgruppe um 120 Tsd. DDD bzw. 10 % und damit stärker als in den vergangenen Jahren. Am stärksten stieg der Verbrauch in den Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei Morbus Fabry und Morbus Gaucher, für die der Verbrauch 2016 im Vergleich zu 2006 fünf- bzw. dreimal so hoch war.
  • Der seit Jahren zu beobachtende Verbrauchsanstieg in den meisten der Teil-Indikationsgruppen dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass mehr betroffene Patienten behandelt wurden. Zusätzlich erhöhte sich der Verbrauch auch durch die Einführung neuer Wirkstoffe.
  • Innovation: Innovationen spiegeln sich in der Indikationsgruppe fast ausschließlich in der Verbrauchskomponente wider. Die meisten neuen Arzneimittel stellen erstmalige medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für seltene Erkrankungen dar. Da Substitutionseffekte selten sind, sprechen die üblichen Innovationskomponenten (Therapieansatz- und Analogkomponente) kaum an.
  • Preis: Bei den anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel stellen Preissenkungen aktuell in der Regel die Rabatte dar, die sich aus den Erstattungspreisverhandlungen im Anschluss an die frühe Nutzenbewertung ergeben. Da Generika praktisch keine Rolle spielen, gibt es keinen Preiswettbewerb.

Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln im Bereich Ernährung und Stoffwechsel

Verbrauch und Ausgaben sind für die anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren so fortsetzt, möglicherweise auch in leicht beschleunigter Form. Es wird weiterhin neue Arzneimittel geben, die erstmals die medikamentöse Therapie seltener Erkrankungen ermöglichen. Für die bereits eingeführten Arzneimittel wird teilweise der Verbrauch steigen, weil mehr Patienten behandelt werden.

Zwar wurde ein erstes Generikum 2015 eingeführt, doch hat es bisher nur einen sehr geringen Marktanteil gewinnen können. Die Einspareffekte werden daher auch in der Zukunft vermutlich eher gering ausfallen. Bei vielen der Arzneimittel der Indikationsgruppe handelt es sich um Biologika, für die es nach Ablauf der Marktexklusivität Biosimilars geben könnte. Allerdings dürfte nicht zuletzt wegen der teilweise sehr geringen Patientenzahlen schon die Zulassung eines Biosimilars in vielen Fällen eine Herausforderung darstellen, sodass auch die Erwartungen in mögliche Einsparungen durch Biosimilars in der Zukunft nicht zu optimistisch sein sollten.