Verbrauch von Mittel aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel A 16 Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel

Veröffentlicht am: 16.12.18

Quelle: IGES-Berechnungen nach Arzneiverordnungs-Report (AVR, 1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) ab 2003
Verbrauch nach Teil-Indikationsgruppen bei den anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel
ArzneimittelgruppeVerbrauch in Tsd. DDD
20072008200920102011201220132014201520162017
Carnitinmangel591,7616,3602,9601,9615,0604,0597,0559,4563,0607,7607,7
Morbus Fabry54,961,572,787,6111,3123,4134,7146,0169,9187,4201,4
Morbus Gaucher Typ 136,037,832,540,157,471,379,480,387,5100,9100,0
Phenylketonurie0,00,010,227,239,245,048,660,662,967,573,4
Schwermetallvergiftung10,314,417,122,231,333,636,840,144,348,056,6
Andere Stoffwechselkrankheiten15,726,530,633,535,336,137,739,541,750,654,5
Morbus Pompe56,759,657,958,657,257,656,151,857,554,554,3
Morbus Wilson23,229,731,129,734,533,834,833,640,240,043,7
Tyrosinämie Typ 117,320,420,423,922,924,225,026,428,532,535,8
Nephropathische Cystinose0,00,00,00,00,00,00,00,00,97,024,6
Kurzdarmsyndrom20,819,819,919,920,921,522,623,421,221,521,6
OTC (Ornithin-Transcarbamylase)-Mangel0,00,00,00,00,00,00,00,810,217,821,1
Übrige Teil-Indikationsgruppen32,034,733,135,438,135,937,341,848,360,068,0
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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Von den anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel wurden im Jahr 2017 1,3 Mio. DDD verbraucht. Die Arzneimittel dieser Indikationsgruppe gehören zu den sehr selten verordneten, und jedem GKV-Versicherten wurden 2017 im Mittel 0,02 DDD verordnet.

Der Verbrauch der anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel lag 2017 rund 1,4fach höher als zu Beginn des Betrachtungszeitraums 2003. Der Zuwachs lag 2017 im Vergleich zum Vorjahr bei 67 Tsd. DDD bzw. 5,2 % und war damit deutlich niedriger als im Vorjahr: Damals lag die Zuwachsrate bei 10 %.

Die Indikationsgruppe zerfällt in sehr viele Teil-Indikationsgruppen, die nicht selten jeweils nur einen Wirkstoff umfassen. Rund 45 % des Verbrauchs entfielen 2017 auf die bei Carnitinmangel eingesetzten Arzneimittel. Hier zeigt der Zeitverlauf für die Vergangenheit jährliche Verbrauchsschwankungen, aber keine eindeutige Entwicklung. 2017 war der Verbrauch im Vergleich zu 2016 nahezu unverändert.

Anders verhält es sich bei den Mitteln zur Behandlung des Morbus Fabry sowie des Morbus Gaucher Typ 1 mit Verbrauchsanteilen von rund 15 bzw. 7 %. Für beide Teil-Indikationsgruppen ist in den letzten Jahren der Verbrauch nahezu stetig gestiegen. Für die Mittel zur Behandlung des Morbus Fabry ist eine Sättigung des Verbrauchs ist nicht absehbar. Der Verbrauch hat sich seit 2007 fast vervierfacht. Führend ist hier der Wirkstoff Agalsidase alfa zur Enzymsubstitution. Sein Verbrauchsanteil lag 2017 bei 72 % und ist zugunsten des 2016 eingeführten Migalastat zurückgegangen, während Migalastat seinen Anteil von 3 auf fast 12 % erhöhen konnte. Der Verbrauch von Mitteln zur Behandlung des Morbus Gaucher Typ 1 war 2017 rund dreimal so hoch wie 2007 und hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Der größte Teil des Verbrauchs entfiel 2017 mit rund 52 % auf den Therapieansatz der Enzymhemmer, zu denen Miglustat und Eliglustat gehören. Für Miglustat wurde 2015 erstmals ein Generikum eingeführt. Sein Anteil am Verbrauch von Miglustat bewegte sich bisher bei rund 3 % und zeigt keine Anzeichen für eine Zunahme.

Die höchsten Verbrauchssteigerungen waren für die Mittel bei Hypophosphatasie sowie Morbus Fabry zu beobachten. 2017 lag hier der Verbrauch gegenüber 2016 um rund 17 Tsd. bzw. 14 Tsd. DDD höher. Die erst 2015 begründete Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Hypophosphatasie hat damit ihren Verbrauch mehr als verdoppelt, bei den Mitteln zur Behandlung des Morbus Fabry erhöhte sich der Verbrauch um 7,5 %.

Der seit Jahren zu beobachtende Verbrauchsanstieg in den meisten der einzelnen Teil-Indikationsgruppen dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass mehr betroffene Patienten behandelt werden. Es ist sowohl möglich, dass bei mehr Patienten eine Diagnose gestellt wird, als auch, dass mehr Patienten einer Behandlung zugeführt werden können. Schließlich ist auch in Betracht zu ziehen, dass die Zahl der behandelbaren Patienten deshalb steigt, weil Patienten durch die Behandlung länger überleben.

Der Verbrauchsanstieg der Indikationsgruppe insgesamt ist auch durch die Einführung neuer Wirkstoffe bedingt, die häufig neue Therapieoptionen für seltene Erkrankungen darstellen, die bis dahin nicht medikamentös behandelt werden konnten. Substitutionseffekte spielen daher kaum eine Rolle.