Verbrauch A 16 Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel

Veröffentlicht am: 09.09.17

Quelle: IGES-Berechnungen nach Arzneiverordnungs-Report (AVR, 1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) ab 2003
Verbrauch nach Teil-Indikationsgruppen bei den anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel
ArzneimittelgruppeVerbrauch in Tsd. DDD
20062007200820092010201120122013201420152016
Carnitinmangel577,3591,7616,3602,9601,9615,0604,0597,0559,4563,0607,7
Morbus Fabry47,754,961,572,787,6111,3123,4134,7146,0169,9187,4
Morbus Gaucher Typ 133,336,037,832,540,157,471,379,480,387,5100,9
Phenylketonurie0,00,00,010,227,239,245,048,660,662,967,5
Schwermetallvergiftung56,456,759,657,958,657,257,656,151,857,554,5
Andere Stoffwechselkrankheiten0,015,726,530,633,535,336,137,739,541,750,6
Morbus Pompe3,310,314,417,122,231,333,636,840,144,348,0
Morbus Wilson20,923,229,731,129,734,533,834,833,640,240,0
Tyrosinämie Typ 114,017,320,420,423,922,924,225,026,428,532,5
Nephropathische Cystinose20,020,819,819,919,920,921,522,623,421,221,5
Kurzdarmsyndrom0,00,00,00,00,00,00,00,00,810,217,8
OTC (Ornithin-Transcarbamylase)-Mangel7,07,99,08,99,510,810,810,112,012,914,0
Übrige Teil-Indikationsgruppen26,924,125,824,225,927,325,227,229,736,253,0
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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Von den anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel wurden im Jahr 2016 1,1 Mio. DDD verbraucht. Die Arzneimittel dieser Indikationsgruppe gehören zu den sehr selten verordneten und jedem GKV-Versicherten wurden 2016 im Mittel 0,02 DDD verordnet.

Der Verbrauch der anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel lag 2016 rund umd das 1,4-Fache höher als zu Beginn des Betrachtungszeitraums 2003. 2016 war mit einem Zuwachs von 120 Tsd. DDD und einer Wachstumsrate von 10 % im Vergleich zum Vorjahr das stärkste Wachstum in dieser Gruppe überhaupt zu beobachten.

Die Indikationsgruppe zerfällt in sehr viele Teil-Indikationsgruppen, die nicht selten jeweils nur einen Wirkstoff umfassen. Rund 47 % des Verbrauchs entfielen 2016 auf die bei Carnitinmangel eingesetzten Arzneimittel. Hier zeigt der Zeitverlauf zwar jährliche Verbrauchsschwankungen, aber keine eindeutige Entwicklung. Anders verhält es sich bei den Mitteln zur Behandlung des Morbus Fabry sowie des Morbus Gaucher Typ 1 mit Verbrauchsanteilen von rund 15 bzw. 8 %. Für beide Teil-Indikationsgruppen ist in den letzten Jahren der Verbrauch nahezu stetig gestiegen und eine Sättigung des Verbrauchs ist nicht absehbar. Für die Behandlung des Morbus Fabry hat sich der Verbrauch seit 2006 mehr als verfünffacht. Führend ist hier der Wirkstoff Agalsidase alfa zur Enzymsubstitution mit einem Verbrauchsanteil von fast 80 %. Der Verbrauch von Mitteln zur Behandlung des Morbus Gaucher Typ 1 war 2016 mehr als dreimal so hoch wie 2006. Der größte Teil des Verbrauchs entfiel 2016 mit rund 55 % auf den Therapieansatz der Enzymhemmer, zu denen Miglustat und Eliglustat gehören. Für Miglustat wurde 2015 erstmals ein Generikum eingeführt. Es erreichte jedoch 2016 lediglich einen Verbrauchsanteil von gut 3 %.

Der seit Jahren zu beobachtende Verbrauchsanstieg in den meisten der einzelnen Teil-Indikationsgruppen dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass mehr betroffene Patienten behandelt werden. Es ist sowohl möglich, dass bei mehr Patienten eine Diagnose gestellt wird, als auch dass mehr Patienten einer Behandlung zugeführt werden können.

Der Verbrauchsanstieg der Indikationsgruppe insgesamt ist auch durch die Einführung neuer Wirkstoffe bedingt, die häufig neue Therapieoptionen für seltene Erkrankungen darstellen, die bis dahin nicht medikamentös behandelt werden konnten. Substitutionseffekte spielen daher kaum eine Rolle.