Veröffentlicht am: 19.01.26
| Teil-Indikationsgruppe | Verbrauch in Tausend DDD | ||||||||||
| 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Carnitinmangel | 559,4 | 563,0 | 607,6 | 607,7 | 606,1 | 594,4 | 626,6 | 612,4 | 633,9 | 612,6 | 593,3 |
| M Wilson | 33,6 | 40,2 | 40,0 | 43,7 | 46,5 | 94,1 | 179,0 | 203,3 | 227,4 | 248,8 | 251,7 |
| M Fabry | 145,9 | 169,9 | 187,4 | 201,4 | 219,9 | 243,1 | 259,5 | 247,3 | 220,8 | 227,0 | 225,8 |
| Phenylketonurie | 60,6 | 62,9 | 67,5 | 73,4 | 82,7 | 91,4 | 112,2 | 135,7 | 153,9 | 175,9 | 193,5 |
| M Gaucher Typ1 | 80,3 | 87,4 | 100,9 | 100,0 | 102,0 | 108,0 | 116,6 | 115,6 | 119,5 | 122,5 | 132,7 |
| Andere Stoffwechselkrankheiten | 39,5 | 41,7 | 50,6 | 54,5 | 57,4 | 63,2 | 67,9 | 68,9 | 74,4 | 72,4 | 82,8 |
| Morbus Pompe | 40,1 | 44,3 | 48,0 | 56,5 | 65,7 | 70,8 | 81,4 | 89,1 | 89,2 | 94,4 | 70,0 |
| Tyrosinämie Typ 1 | 26,4 | 28,5 | 32,5 | 35,8 | 41,6 | 44,2 | 49,0 | 50,4 | 60,2 | 64,3 | 68,5 |
| Hypophosphatasie | 0,0 | 0,9 | 7,0 | 24,6 | 35,2 | 43,4 | 52,7 | 53,7 | 56,9 | 62,6 | 63,7 |
| Übrige Indikationsgruppen | 66,1 | 79,8 | 99,3 | 113,4 | 146,0 | 176,9 | 199,7 | 230,1 | 263,9 | 293,0 | 296,9 |
| Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel gesamt | 1.052,0 | 1.118,5 | 1.240,8 | 1.311,0 | 1.403,1 | 1.529,5 | 1.744,6 | 1.806,5 | 1.899,9 | 1.973,7 | 1.979,1 |
Von den Anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel wurden im Jahr 2024 1,98 Mio. DDD verbraucht. Die Arzneimittel dieser Indikationsgruppe gehören zu den sehr selten verordneten, und jedem GKV-Versicherten wurden 2024 im Mittel 0,03 DDD verordnet.
Der Verbrauch der Anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel lag 2024 rund doppelt so hoch wie zu Beginn des Betrachtungszeitraums 2003. Der Zuwachs lag 2024 im Vergleich zum Vorjahr bei 5 Tsd. DDD bzw. 0,3 % und entspricht damit im betrachten Zeitraum einem sehr geringen Wachstum.
Die Indikationsgruppe zerfällt in sehr viele Teil-Indikationsgruppen, die nicht selten jeweils nur einen Wirkstoff umfassen. Rund 30 % des Verbrauchs entfielen 2024 auf die bei Carnitinmangel eingesetzten Arzneimittel. Hier zeigt der Zeitverlauf für die Vergangenheit jährliche Verbrauchsschwankungen, aber keine eindeutige Entwicklung. 2024 ging der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zurück.
Teil-Indikationsgruppen mit ebenfalls hohen Verbrauchsanteilen sind die Mittel bei Morbus Wilson sowie Morbus Fabry. Der Verbrauch von Mitteln zur Behandlung des Morbus Wilson war 2024 rund siebenmal so hoch wie 2014. Dies ist allein darauf zurückzuführen, das seit 2018 auch in Deutschland der Wirkstoff Trientin verfügbar ist, der zunächst ein beschleunigtes Wachstum bewirkte. Trientin hat 2024 einen Anteil von 84 % am Verbrauch der Teil-Indikationsgruppe erreicht und die Wachstumsrate lag nur noch bei 1,2 %. Für die Mittel zur Behandlung des Morbus Fabry ist der Verbrauch in der Vergangenheit bis 2020 stetig gestiegen und hat sich seitdem stabilisiert. Führend ist hier der Wirkstoff Agalsidase alfa zur Enzymsubstitution. Sein Verbrauch geht seit 2021 zurück und der Verbrauchsanteil lag 2024 bei 38 %. Tatsächlich war 2024 nur für die Wirkstoffe Migalastat und Pegunigalsidase alfa ein Wachstum zu beobachten.
Auffällig zeigten sich außerdem die Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei Morbus Pompe bzw. der bei Kurzdarmsyndrom, in denen 2024 jeweils ein Verbrauchsrückgang von etwa einem Viertel gegenüber dem Vorjahr zu beobachten war. Die Gründe dafür sind unklar.
Der Verbrauchsanstieg der Indikationsgruppe insgesamt ist auch durch die Einführung neuer Wirkstoffe bedingt, die häufig neue Therapieoptionen für seltene Erkrankungen darstellen, die bis dahin nicht medikamentös behandelt werden konnten. Substitutionseffekte spielen daher nur in wenigen Teil-Indikationsgruppen eine Rolle.