Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Diabetesmitteln A10 Antidiabetika Zu Diabetesmitteln gehören unterschiedliche Arzneimittel, die entweder die Insulinfreisetzung erhöhen oder durch andere Mechanismen den Blutzucker senken. Die Ausgaben der GKV für Antidiabetika lagen 2020 bei 2,38 Mrd. Euro.

Veröffentlicht am: 27.10.21

Fazit zu den Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Die Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe der Antidiabetika war gekennzeichnet durch eine Ausgabenerhöhung von insgesamt 180,7 Mio. im Jahr 2020, was einer Zuwachsrate von 8,2% entspricht.

  • Verbrauch: Für die Antidiabetika war 2020 ein Verbrauchsanstieg von 3,5 % zu beobachten. Der Zuwachs war erheblich höher als in den Jahren vor 2019, als die Wachstumsraten sich im Bereich von 1 % bewegten. Der Verbrauchszuwachs betraf in den letzten beiden Jahren ausschließlich die Anderen Antidiabetika, die bei nicht insulinpflichtigem Diabetes eingesetzt werden, und lag 2019 und 2020 bei 4,5 % bzw. 5,9 %. Der Verbrauch von Insulinen stagnierte, zeigte sich dagegen seit 2018 leicht rückläufig. Der wahrscheinlichste Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass neuere Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (DPP-4- und SGLT2-Inhibitoren) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes anstelle von Insulin eingesetzt werden bzw. um den Insulinverbrauch zu vermindern.
  • Innovation: Auch 2020 setzte sich der Ausgabenanstieg durch höhere Verbrauchsanteile neuerer Therapieansätze (insbesondere SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten) fort.
  • Preis: Die Preiskomponente erhöhte 2020 die Ausgaben mäßig um rund 10 Mio. Euro.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Für die Antidiabetika gibt es keine Anhaltspunkte, dass sich der gegenwärtige Trend in den nächsten Jahren ändern wird: Es ist daher zu erwarten, dass weiterhin der Verbrauch von Nicht-Insulinen steigt, während für Insuline mindestens mit Stagnationseffekten zu rechnen ist, wahrscheinlich aber auch mit einem weiteren Verbrauchsrückgang. Die Verbrauchsanteile von Humaninsulin und Sulfonylharnstoffen werden weiterhin zurückgehen, da sich an deren Stelle Insulinanaloga bzw. neuere andere Antidiabetika etablieren werden, vor allem SGLT2-Inhibitoren und GLP1-Rezeptor-Agonisten (Gliflozine und Glutide), was auch den Empfehlungen der aktuellen Nationalen Versorgungsleitlinie entspricht. Die Stellung von Metformin ist zwar weiterhin stark, doch ist auch für diesen Wirkstoff zu erwarten, dass die Verbrauchsanteile weiterhin leicht sinken werden.

Ausgabensteigerungen durch die Innovationskomponente sind auch in den nächsten Jahren durch die weiterhin steigenden Anteile der neueren Antidiabetika zu erwarten.