Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Diabetesmitteln A10 Antidiabetika

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Die Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe der Antidiabetika war gekennzeichnet durch eine Ausgabenerhöhung von insgesamt 63,9 Mio. im Jahr 2015, was einem Zuwachs von 3,4 % entspricht.

  • Verbrauch: Für die Antidiabetika war 2016 ein Verbrauchsanstieg von 0,9 % zu beobachten. Bezogen auf den Verbrauch je Versicherten war der Verbrauch jedoch identisch im Vergleich zum Vorjahr. Möglicherweise hat die gestiegene Zahl von Versicherten zu einem „Verdünnungseffekt“ geführt, genauso gut ist möglich, dass der Verbrauch tatsächlich stagniert. Der Anteil von Metformin und Fixkombinationen mit Metformin an allen Antidiabetika war in den letzten drei Jahren mit 37 % identisch, wobei der Verbrauch von Metformin als Monopräparat leicht rückläufige Tendenzen zeigte. Eindeutig zurück geht dagegen der Verbrauch von Sulfonylharnstoffen. Bei den Insulinen ging der Anteil des Humaninsulins weiter zurück und lag 2016 nur noch bei 34 %.
  • Innovation: 2016 konnte erneut ein Ausgabenanstieg durch höhere Verbrauchsanteile neuerer Therapieansätze (insbesondere GLP1-Rezeptor-Agonisten, lang wirkende Insuline und DPP-4-Hemmer) beobachte werden.
  • Preis: Hinsichtlich der Preiskomponente war bei den Antidiabetika 2016 die Entwicklung nicht einheitlich: Bei den Insulinen war die Preiskomponente positiv, was jedoch durch Einsparungen bei den anderen Antidiabetika kompensiert wurde.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Für die Antidiabetika ist eine Fortsetzung der bisherigen Entwicklung zu erwarten: Der Verbrauch wird weiterhin geringfügig ansteigen oder sogar Stagnationseffekte zeigen. Die Verbrauchsanteile von Humaninsulin und Sulfonylharnstoffen werden weiterhin zurückgehen, da sich an deren Stelle Insulinanaloga bzw. neuere andere Antidiabetika etablieren werden (DPP-4-Hemmer, GLP1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Inhibitoren). Die Stellung von Metformin bleibt dagegen unangefochten, wenn es auch zunehmend als Fixkombination mit neueren Antidiabetika verordnet werden wird.

Ausgabensteigerungen durch die Innovationskomponente sind auch in den nächsten Jahren durch die weiterhin steigenden Anteile der neueren Antidiabetika zu erwarten, allerdings mit rückläufiger Tendenz.