Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Diabetesmitteln A10 Antidiabetika Zu Diabetesmitteln gehören unterschiedliche Arzneimittel, die entweder die Insulinfreisetzung erhöhen oder durch andere Mechanismen den Blutzucker senken. Die Ausgaben der GKV für Antidiabetika lagen 2019 bei 2,2 Mrd. Euro.

Veröffentlicht am: 27.10.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Die Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe der Antidiabetika war gekennzeichnet durch eine Ausgabenerhöhung von insgesamt 106 Mio. im Jahr 2019, was einer Zuwachsrate von 4,5 % entspricht.

  • Verbrauch: Für die Antidiabetika war 2019 ein Verbrauchsanstieg von 2,2 % zu beobachten. Der Zuwachs war erheblich höher als in den Jahren seit 2014, als die Wachstumsraten sich im Bereich von 1 % bewegten. Der Verbrauchszuwachs betraf in den letzten beiden Jahren ausschließlich die anderen Antidiabetika, die bei nicht insulinpflichtigem Diabetes eingesetzt werden, und lag 2018 und 2019 bei 2,7 % bzw. 4,5 %. Der Verbrauch von Insulinen stagnierte, zeigte sich dagegen 2018 und 2019 leicht rückläufig. Der wahrscheinlichste Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass neuere Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (DPP4- und SGLT2-Inhibitoren) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes anstelle von Insulin eingesetzt werden bzw. um den Insulinverbrauch zu vermindern.
  • Innovation: Auch 2019 setzte sich der Ausgabenanstieg durch höhere Verbrauchsanteile neuerer Therapieansätze (insbesondere SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten) fort.
  • Preis: Die Preiskomponente minderte 2019 die Mehrausgaben um rund 28 Mio. Euro. Dahinter stehen vor allem die Preisverhandlungen im Rahmen der Nutzenbewertung von neuen Wirkstoffen.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Für die Antidiabetika gibt es keine Anhaltspunkte, dass sich der gegenwärtige Trend in den nächsten Jahren ändern wird: Es ist daher zu erwarten, dass weiterhin der Verbrauch von Nicht-Insulinen steigt, während für Insuline mindestens mit Stagnationseffekten zu rechnen, wahrscheinlich aber auch mit einem weiteren Verbrauchsrückgang. Die Verbrauchsanteile von Humaninsulin und Sulfonylharnstoffen werden weiterhin zurückgehen, da sich an deren Stelle Insulinanaloga bzw. neuere andere Antidiabetika etablieren werden (DPP-4-Hemmer, GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Inhibitoren). Die Stellung von Metformin ist zwar weiterhin stark, doch ist mittelfristig damit zu rechnen, dass auch für diesen Wirkstoff die Verbrauchsanteile zurückgehen könnten.

Ausgabensteigerungen durch die Innovationskomponente sind auch in den nächsten Jahren durch die weiterhin steigenden Anteile der neueren Antidiabetika zu erwarten.