Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Diabetesmitteln A10 Antidiabetika

Veröffentlicht am: 05.12.18

Fazit zu den Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Die Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe der Antidiabetika war gekennzeichnet durch eine Ausgabenerhöhung von insgesamt 85,3 Mio. im Jahr 2017, womit die Rate bei 4,3 % lag.

  • Verbrauch: Für die Antidiabetika war 2017 ein Verbrauchsanstieg von 1,1 % zu beobachten. Bezogen auf den Verbrauch je Versicherten war der Verbrauch 2017 – wie schon 2016 – jedoch identisch im Vergleich zum Vorjahr. Möglicherweise hat die gestiegene Zahl von Versicherten zu einem „Verdünnungseffekt“ geführt, genauso gut ist möglich, dass der Verbrauch tatsächlich stagniert. Der Anteil von Metformin und Fixkombinationen mit Metformin an allen Antidiabetika war in den letzten drei Jahren mit 61 % identisch, wobei der Verbrauch von Metformin als Monopräparat leicht rückläufige Tendenzen zeigte. Eindeutig zurück geht dagegen der Verbrauch von Sulfonylharnstoffen.
  • Innovation: 2017 konnte erneut ein Ausgabenanstieg durch höhere Verbrauchsanteile neuerer Therapieansätze (insbesondere SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Antagonisten) beobachtet werden.
  • Preis: Hinsichtlich der Preiskomponente war bei den Antidiabetika 2017 die Entwicklung nicht einheitlich: Bei den Insulinen war die Preiskomponente positiv, was jedoch durch Einsparungen bei den anderen Antidiabetika kompensiert wurde.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Diabetesmitteln

Für die Antidiabetika gibt es keine Anhaltspunkte, dass sich der gegenwärtige Trend in den nächsten Jahren ändern wird: Es ist daher zu erwarten, dass der Verbrauch weiterhin geringfügig ansteigen oder sogar Stagnationseffekte zeigen wird. Die Verbrauchsanteile von Humaninsulin und Sulfonylharnstoffen werden weiterhin zurückgehen, da sich an deren Stelle Insulinanaloga bzw. neuere andere Antidiabetika etablieren werden (DPP-IV-Hemmer, GLP1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Inhibitoren). Die Stellung von Metformin bleibt dagegen unangefochten, wenn es auch zunehmend als Fixkombination mit neueren Antidiabetika verordnet werden wird.

Ausgabensteigerungen durch die Innovationskomponente sind auch in den nächsten Jahren durch die weiterhin steigenden Anteile der neueren Antidiabetika zu erwarten, allerdings mit rückläufiger Tendenz.