Komponenten der Ausgabenveränderungen bei Diabetesmitteln A10 Antidiabetika

Veröffentlicht am: 09.09.17

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

Komponenten 2016

Der Ausgabenzuwachs war 2016 mit rund 64 Mio. Euro deutlich geringer als im Vorjahr. Treibende Komponenten waren vor allem:

  • Therapieansatzkomponente: Durch Anteilsveränderungen zwischen den Therapieansätzen wurden die Ausgaben um 82,6 Mio. Euro erhöht. Verantwortlich waren höhere Verbrauchsanteile einer Reihe von Therapieansätzen, wobei besonders GLP1-Rezeptor-Agonisten, lang wirkende Insuline und DPP-4-Hemmer hervorzuheben sind.
  • Verbrauch: Zur Verbrauchskomponente trugen die Teil-Indikationsgruppen der Insuline und die der anderen Antidiabetika 2016 in gleichem Maße bei. Die Ausgaben wurden dadurch um 15,3 Mio. Euro erhöht und damit etwas geringer als 2015.
  • Analogkomponente: Anders als im Vorjahr führte die Analogkomponente 2016 zu Einsparungen von rund 23 Mio. Euro. Die Komponente war in beiden Teil-Indikationsgruppen der Antidiabetika negativ. Den Hauptbeitrag zu der Komponente leisteten 2016 die Insuline. Ursächlich ist hier zu nennen, dass im Herbst 2015 der Vertrieb von Insulin degludec wegen der gescheiterten Verhandlungen zum Erstattungsbetrag eingestellt wurde. Inzwischen ist der Wirkstoff in Deutschland außer Handel.
  • Preis: Die Preiskomponente bei den anderen Antidiabetika führte zu Einsparungen von rund 21 Mio. Euro und kompensierte so die Mehrausgaben von 13,5 Mio. Euro durch höhere Preise bei den Insulinen. Insgesamt resultierte eine leicht negative Preiskomponente, die die Ausgaben um knapp 8 Mio. Euro minderte.

Komponenten 2015

2015 stiegen die Ausgaben für Antidiabetika um knapp 112 Mio. Euro. Verantwortlich dafür waren hauptsächlich diese Komponenten:

  • Therapieansatzkomponente: Mit 101,8 Mio. Euro war diese Komponente stärker ausgeprägt als 2016 und ist als der wesentliche Ausgabentreiber 2015 zu sehen. Verantwortlich waren höhere Verbrauchsanteile von fixen Kombinationen, DPP-4-Hemmern, SGLT2-Inhibitoren und lang wirkenden Insulinanaloga.
  • Analogkomponente: Diese Komponente führte 2015 zu Mehrausgaben in Höhe von 21 Mio. Euro, wirkte also mit umgekehrtem Vorzeichen wie 2016. 2015 führten die höheren Verbrauchsanteile neuerer Wirkstoffe zu den höheren Ausgaben, insbesondere Sitagliptin und Dapagliflozin, aber auch das Insulin glargin.
  • Verbrauch: Die Verbrauchskomponente wurde hauptsächlich durch die Teil-Indikationsgruppe „Andere Antidiabetika“ verursacht und erhöhte die Ausgaben mit 18 Mio. Euro etwas mehr als 2016.
  • Preis: Einsparungen durch die Preiskomponente bewirkte nur die Teil-Indikationsgruppe der anderen Antidiabetika. Diese wurden durch einen preisbedingten Ausgabenanstieg durch die Insuline etwas gemindert, sodass in Summe Einsparungen in Höhe von 25,4 Mio. Euro realisiert werden konnten.