Meilensteine bei den Diabetesmitteln A10 Antidiabetika

Veröffentlicht am: 05.12.18

Bis 1940
  • 1923 extrahieren Banting und Best Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Hunden und Kälbern.
  • Seitdem therapeutischer Einsatz von Rinder- und Schweineinsulin beim Menschen
1941–1960
  • Zu Beginn der 1950er-Jahre Einführung von Tolbutamid, dem ersten antidiabetischen Sulfonylharnstoff
1961–1980
  • In den 1960er-Jahren Einführung der Biguanide. Die Wirkstoffe Buformin und Phenformin sind wegen gefährlicher Nebenwirkungen nicht mehr im Handel.
  • 1968 wird Metformin auf den Markt gebracht.
  • Anfang der 1970er-Jahre Einführung von Glibenclamid
1981–2000
  • Seit 1982 steht gentechnisch erzeugtes Humaninsulin zur Verfügung; nachfolgend Verdrängung von tierischen Insulinen.
  • 1983 Einführung der Alpha-Glucosidase-Hemmer
  • Ende 1990er Renaissance von Metformin (UKPDS-Studie)
  • 1996 kommt das erste Insulinanalogon auf den Markt.
  • 1999 Einführung der Glinide (Sulfonylharnstoffanaloga)
  • 2000 Begründung der Thiazolidindione (Glitazone)
2001–2010
  • 2007 werden die DPP-4-Hemmer (Gliptine) und die GLP-1-Rezeptor-Agonisten eingeführt.
Seit 2011
  • 2012 wird der erste SGLT2-Inhibitor eingeführt.

Die Therapie des Diabetes mellitus wurde möglich, nachdem es Banting und Best 1928 gelang, Insulin tierischen Ursprungs so zu extrahieren, dass es für den Einsatz beim Menschen geeignet war. Mit Verfügbarkeit von gentechnisch hergestelltem Humaninsulin 1982 wurden die tierischen Insuline verdrängt. 1996 wurde das erste Insulinanalogon eingeführt. Insulinanaloga sind Polypeptide – genau wie das körpereigene Insulin. Die Insulinanaloga unterscheiden sie sich geringfügig von diesem. Durch die künstlich herbeigeführten Änderungen bei Insulinanaloga wird vor allem die Wirkdauer verändert. Mittlerweile ist der Verbrauchsanteil von Insulinanaloga höher als der von Humaninsulin.

Ab den 1950er-Jahren begann die Entwicklung der anderen Antidiabetika. Metformin, einer der ältesten Wirkstoffe, ist heute Mittel der Wahl bei Typ-2-Diabetes (UKPDS Group 1998, NVL 2013). Die zwischen 1980 und 2000 eingeführten Therapieansätze der Alpha-Glucosidase-Hemmer, Glinide und Glitazone haben sich gegenüber den Sulfonylharnstoffen kaum durchsetzen können und sind heute von untergeordneter Bedeutung. Im Jahr 2007 wurden mit den DDP-4-Hemmern und GLP-1-Rezeptor-Agonisten zwei Therapieansätze eingeführt, die die Wirkung körpereigener Inkretine verstärken bzw. imitieren. Der Blutzucker wird dadurch in Abhängigkeit vom jeweiligen Blutzuckerspiegel gesenkt und es kommt daher nicht zu therapiebedingten Hypoglykämien. Diese Therapieansätze haben inzwischen die Sulfonylharnstoffe, deren größter Nachteil die Gefahr von Hypoglykämien ist, in hohem Maße ersetzt. Ein weiterer neuer Therapieansatz sind die 2012 eingeführten SGLT2-Inhibitoren. Sie hemmen einen Glukosetransporter in den Nierenzellen und führen so zu einer Ausscheidung von Glukose mit dem Urin.

Literatur