Verbrauch von Diabetesmitteln A10 Antidiabetika

Veröffentlicht am: 15.01.19

Quelle: IGES-Berechnungen nach AVR (1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) ab 2003; ab 2011 inkl. Zubereitungen: AVR: Arzneiverordnungs-Report
Verbrauch in den Teil-Indikationsgruppen
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20072007200820092010201120122013201420152017
Andere Antidiabetika1.068,71.171,01.210,01.254,41.270,01.282,81.278,11.285,81.305,71.319,11.342,3
Insuline773,6798,6798,0804,2815,3828,1837,3854,6859,0864,0864,1
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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2017 lag der Verbrauch von Antidiabetika bei insgesamt 2,21 Mrd. DDD. Jedem Versicherten der GKV wurden im Mittel fast 31 DDD verordnet, sodass Antidiabetika zu den häufig verordneten Arzneimitteln zu zählen sind.

Seit 1996 hat sich der Verbrauch von Antidiabetika nahezu verdoppelt. Ein besonders steiles Wachstum mit einer mittleren Wachstumsrate von 6,3 % war im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 zu beobachten. Dieses Wachstum fällt zusammen mit der Einführung der DMP-Programme. Seitdem steigt der Verbrauch nur noch langsam und die jährlichen Wachstumsraten lagen nur noch bei 1 %, sodass angenommen werden kann, dass der Bedarf bei Patienten mit diagnostiziertem Diabetes inzwischen weitgehend gesättigt ist. Interessanterweise ist der Verbrauch 2016 und 2017 insgesamt leicht gestiegen (um 0,9 % bzw. 1,1 %), doch der Verbrauch je Versicherten hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Ob hier lediglich ein „Verdünnungseffekt“ durch die gestiegene Zahl von Versicherten vorliegt oder dies tatsächlich als Verbrauchsstagnation interpretiert werden kann, bleibt dabei offen.

Auf die Teil-Indikationsgruppe der anderen Antidiabetika entfielen 2017 rund 61 % des Verbrauchs; der Anteil der Insuline lag entsprechend bei 39 %. In Bezug auf die Wachstumsentwicklung unterschieden sich die beiden Teil-Indikationsgruppen insofern, als das Verbrauchswachstum der anderen Antidiabetika in den Jahren 2015 bis 2017 mit Raten zwischen 0,0 und 0,6 % deutlich geringer war als das der Insuline mit Raten zwischen 1,0 und 1,8 %.

In der Teil-Indikationsgruppe der Insuline erhöhte sich der Anteil der lang wirkenden Insuline auf Kosten der intermediär wirkenden und Mischinsuline und lag 2017 bei 30 % des Verbrauchs; 52 % entfielen auf die schnell wirkenden Insuline. Der Anteil von Humaninsulinen ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2017 von 67 auf 31 % der Insuline zurückgegangen. Umgekehrt erhöhte sich der Anteil von Insulinanaloga von 33 auf 69 %. Diese Entwicklung verlief bisher sehr stetig: Jährlich ging der Anteil von Humaninsulin um 3 bis 4 Prozentpunkte zurück. Bei den anderen Antidiabetika geht seit Jahren der Anteil der Sulfonylharnstoffe zurück und erreichte 2017 nur noch 15 %. Dafür werden mehr von den neueren Antidiabetika verordnet, insbesondere DPP-IV- und SGLT2-Inhibitoren. Der Verbrauch von Metformin, das als Standard bei der medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes gilt, ist in Form von Monozubereitungen konstant leicht rückläufig – hier war in den letzten fünf Jahren ein Rückgang des Verbrauchsanteils von 47 auf 45 % zu beobachten. Dies wurde jedoch durch den zunehmenden Verbrauch von Metformin-haltigen Fixkombinationen ausgeglichen. Der Verbrauchsanteil Metformin-haltiger Antidiabetika (inkl. Metformin als Monopräparat) stieg zwischen 2013 und 2017 von 58 auf 61 %.