Verbrauch A10 Antidiabetika

Veröffentlicht am: 09.09.17

Quelle: IGES-Berechnungen nach AVR (1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) ab 2003; ab 2011 inkl. Zubereitungen: AVR: Arzneiverordnungs-Report
Verbrauch in den Teil-Indikationsgruppen
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20062007200820092010201120122013201420152016
Andere Antidiabetika980,81068,71171,01210,01254,41270,01282,81278,11285,81305,71319,1
Insuline753,3773,6798,6798,0804,2815,3828,1837,3854,6859,0864,0
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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2016 lag der Verbrauch von Antidiabetika bei insgesamt 2,18 Mrd. DDD. Jedem Versicherten der GKV wurden im Mittel fast 31 DDD verordnet, sodass Antidiabetika zu den häufig verordneten Arzneimitteln zu zählen sind.

Seit 1996 hat sich der Verbrauch von Antidiabetika nahezu verdoppelt. Ein besonders steiles Wachstum mit einer mittleren Wachstumsrate von 6,3 % war im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 zu beobachten. Dieses Wachstum fällt zusammen mit der Einführung der DMP-Programme. Seitdem steigt der Verbrauch nur noch langsam und die jährlichen Wachstumsraten lagen nur noch knapp über 1 %, sodass angenommen werden kann, dass der Bedarf bei Patienten mit diagnostiziertem Diabetes inzwischen weitgehend gesättigt ist. Interessanterweise ist der Verbrauch 2016 insgesamt leicht gestiegen (um 0,9 %), doch der Verbrauch je Versicherten hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Ob hier lediglich ein „Verdünnungseffekt“ durch die gestiegene Zahl von Versicherten vorliegt oder dies tatsächlich als Verbrauchsstagnation interpretiert werden kann, bleibt dabei offen.

Auf die Teil-Indikationsgruppe der anderen Antidiabetika entfielen 2016 rund 60 % des Verbrauchs; der Anteil der Insuline lag entsprechend bei 40 %. In Bezug auf die Wachstumsentwicklung unterschieden sich die beiden Teil-Indikationsgruppen in den letzten Jahren nicht wesentlich.

In der Teil-Indikationsgruppe der Insuline erhöhte sich der Anteil der lang wirkenden Insuline auf Kosten der intermediär wirkenden und Mischinsuline. Bei den anderen Antidiabetika geht seit Jahren der Anteil der Sulfonylharnstoffe zurück, dafür werden mehr von den neueren Antidiabetika verordnet, insbesondere DPP-IV- und SGLT2-Inhibitoren. Der Verbrauch von Metformin, das als Standard bei der medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes gilt, ist in Form von Monozubereitungen konstant leicht rückläufig, was aber durch den zunehmenden Verbrauch von Metformin-haltigen Fixkombinationen mehr als ausgeglichen wird.