Verbrauch A10 Antidiabetika Zu Diabetesmitteln gehören unterschiedliche Arzneimittel, die entweder die Insulinfreisetzung erhöhen oder durch andere Mechanismen den Blutzucker senken. Die Ausgaben der GKV für Antidiabetika lagen 2020 bei 2,38 Mrd. Euro.

Veröffentlicht am: 27.10.21

Quelle: IGES-Berechnungen nach AVR (1996 bis 2002) und NVI (Insight Health) seit 2003, ab 2011 inkl. Zubereitungen. AVR: Arzneiverordnungs-Report
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20102011201220132014201520162017201820192020
Andere Antidiabetika1252,61267,31279,71274,61281,81300,71313,91338,11373,71435,31519,5
Insuline804,2815,3828,1837,3854,6859,8865,2864,1855,1842,3838,2
Antidiabetika gesamt2056,82082,62107,82111,92136,42160,52179,12202,32228,82277,62357,7
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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Seit 1996 hat sich der Verbrauch von Antidiabetika verdoppelt. Ein besonders steiles Wachstum mit einer mittleren Wachstumsrate von 6,3 % war im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 zu beobachten. Dieses Wachstum fällt zusammen mit der Einführung der DMP-Programme. Bis 2018 stieg der Verbrauch langsamer und die jährlichen Wachstumsraten lagen nur noch bei 1 %. Seit 2019 werden erstmals wieder höhere Wachstumsraten beobachtet; 2020 lag sie bei 3,5 %.

Zwischen 2011 und 2017 lag der Anteil der anderen Antidiabetika sehr stabil bei rund 61 % und erhöhte sich seitdem bis auf gut 64 % im Jahr 2020; der Anteil der Insuline lag entsprechend bei 36 %. In Bezug auf die Wachstumsentwicklung gibt es seit 2014 auffällige Unterschiede zwischen den beiden Teil-Indikationsgruppen: Der Verbrauchszuwachs für die Anderen Antidiabetika, die bei nicht insulinpflichtigem Diabetes eingesetzt werden, erreichte zwischen 2011 und 2016 jährlich maximal 1,5 %. Seitdem hat sich das Wachstum beschleunigt und stieg bis 2020 auf eine Zuwachsrate von 5,9 % an. Somit wurde 2020 ein Verbrauch von 1,52 Mrd. DDD erreicht. Der Verbrauch von Insulinen stagnierte dagegen und geht seit 2017 sogar leicht zurück. Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass die neueren Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen anstelle von Insulin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden bzw. der Insulinbedarf vermindert werden kann.

Bei den anderen Antidiabetika geht seit Jahren der Anteil der Sulfonylharnstoffe zurück und erreichte 2020 nur noch 8,6 %. Dafür werden mehr von den neueren Antidiabetika verordnet, wobei insbesondere die Verbrauchsanteile von SGLT2-Inhibitoren und GLP1-Antagonisten anstiegen. Beide Therapieansätze konnten ihren Anteil an den anderen Antidiabetika innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als verdoppeln und erreichten 12,9 % bzw. 7,6 % im Jahr 2020. Der Verbrauch von Metformin, das als Standard bei der medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes gilt, ist in Form von Monozubereitungen konstant leicht rückläufig – hier war in den letzten fünf Jahren ein Rückgang des Verbrauchsanteils von 45 % auf 42,9 % zu beobachten. Dies wurde jedoch durch den zunehmenden Verbrauch von Metformin-haltigen Fixkombinationen weitgehend ausgeglichen. Der Verbrauchsanteil Metformin-haltiger Antidiabetika (inkl. Metformin als Monopräparat) ist allerdings seit 2016 leicht rückläufig und lag 2020 bei rund 58 % der anderen Antidiabetika. In der Teil-Indikationsgruppe der Insuline erhöhte sich der Anteil der lang wirkenden Insuline auf Kosten der intermediär wirkenden und Mischinsuline und lag 2020 bei fast 35 % des Insulinverbrauchs; knapp 53 % entfielen auf die schnell wirkenden Insuline. Der Anteil von Humaninsulinen ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2020 von 67 % auf 21 % der Insuline zurückgegangen. Umgekehrt erhöhte sich der Anteil von Insulinanaloga von 33 % auf 79 %.