Veröffentlicht am: 19.01.26
| Teil-Indikationsgruppe | Verbrauch in Mio. DDD | ||||||||||
| 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Andere Antidiabetika | 1.281,8 | 1.300,6 | 1.313,8 | 1.338,1 | 1.373,6 | 1.435,3 | 1.518,8 | 1.625,5 | 1.795,9 | 1.960,2 | 2.108,9 |
| Insuline | 854,6 | 859,9 | 865,3 | 864,2 | 855,1 | 842,3 | 838,2 | 810,8 | 798,2 | 767,0 | 752,9 |
| Antidiabetika gesamt | 2.136,4 | 2.160,5 | 2.179,1 | 2.202,3 | 2.228,8 | 2.277,6 | 2.357,0 | 2.436,3 | 2.594,1 | 2.727,2 | 2.861,7 |
Seit 1996 hat sich der Verbrauch von Antidiabetika um das 2,5-Fache erhöht. Ein besonders steiles Wachstum mit einer mittleren Wachstumsrate von 6,3 % war im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 zu beobachten. Dieses Wachstum fällt zusammen mit der Einführung der DMP-Programme. Bis 2018 stieg der Verbrauch langsamer und die jährlichen Wachstumsraten lagen nur noch bei 1 %. Seit 2019 werden erstmals wieder höhere Wachstumsraten beobachtet; 2024 lag sie bei 4,9 %.
Zwischen 2011 und 2017 lag der Anteil der anderen Antidiabetika sehr stabil bei rund 61 % und erhöhte sich seitdem bis auf rund 74 % im Jahr 2024; der Anteil der Insuline lag entsprechend bei 26 %. In Bezug auf die Wachstumsentwicklung gibt es seit 2014 auffällige Unterschiede zwischen den beiden Teil-Indikationsgruppen: Der Verbrauchszuwachs für die Anderen Antidiabetika, die bei nicht insulinpflichtigem Diabetes eingesetzt werden, erreichte zwischen 2012 und 2016 jährlich maximal 1,5 %. Seitdem hat sich das Wachstum beschleunigt und erreichte bis 2022 die mit 10,5 % höchste Zuwachsrate; 2024 lag diese bei 7,6 % und es wurde ein Verbrauch von 2,11 Mrd. DDD erreicht.
Der Verbrauch von Insulinen dagegen ist seit 2017 rückläufig: von 855 Mio. DDD im Jahr 2017 auf 753 Mio. DDD im Jahr 2024. Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass die neueren Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen anstelle von Insulin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden bzw. der Insulinbedarf vermindert werden kann.
Bei den anderen Antidiabetika geht seit Jahren der Anteil der Sulfonylharnstoffe zurück und lag 2024 nur noch unter 4 %. Dafür werden die neueren Antidiabetika vermehrt verordnet, wobei insbesondere die Verbrauchsanteile von SGLT2-Inhibitoren und GLP1-Antagonisten anstiegen, was den aktuellen Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinien entspricht. Beide Therapieansätze konnten ihren Anteil an den anderen Antidiabetika innerhalb der letzten fünf Jahre erheblich steigern und erreichten 29 % bzw. 12 % im Jahr 2024. Der Verbrauch von Metformin, das als Standard bei der medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes gilt, ist in Form von Monozubereitungen konstant leicht rückläufig – hier war in den letzten fünf Jahren ein Rückgang des Verbrauchsanteils von 43 % auf 33 % zu beobachten. Dies wurde bis 2016 durch den zunehmenden Verbrauch von Metformin-haltigen Fixkombinationen weitgehend ausgeglichen. Der Verbrauchsanteil Metformin-haltiger Antidiabetika (inkl. Metformin als Monopräparat) ist allerdings seit 2016 ebenfalls rückläufig. In der Teil-Indikationsgruppe der Insuline erhöhte sich der Anteil der lang wirkenden Insuline auf Kosten der intermediär wirkenden und Mischinsuline und lag 2024 bei knapp 38 % des Insulinverbrauchs; 54 % entfielen auf die schnell wirkenden Insuline. Der Anteil von Humaninsulinen ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2024 von 67 % auf 12,2 % der Insuline zurückgegangen. Umgekehrt erhöhte sich der Anteil von Insulinanaloga von 33 % auf 87,8 %. Mittlerweile hat ein Hersteller die Produktion seiner Humaninsuline fast komplett eingestellt, ein weiterer ist dabei, den Vertrieb in Deutschland ebenfalls schrittweise einzustellen.