Verbrauch A10 Antidiabetika Zu Diabetesmitteln gehören unterschiedliche Arzneimittel, die entweder die Insulinfreisetzung erhöhen oder durch andere Mechanismen den Blutzucker senken. Die Ausgaben der GKV für Antidiabetika lagen 2019 bei 2,2 Mrd. Euro.

Veröffentlicht am: 27.10.20

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen: AVR: Arzneiverordnungs-Report
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20092010201120122013201420152016201720182019
Andere Antidiabetika1209,71252,61.267,31.279,71.274,61.281,81.301,51.315,11.338,11.373,71.435,3
Insuline798,0804,2815,3828,1837,3854,6859,0864,0864,1855,1842,3
Summe2007,62056,82.082,62.107,82.111,92.136,42.160,52.179,12202,22.228,42.277,6
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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2019 lag der Verbrauch von Antidiabetika bei insgesamt 2,27 Mrd. DDD. Jedem Versicherten der GKV wurden im Mittel mehr als 31 DDD verordnet, sodass Antidiabetika zu den besonders häufig verordneten Arzneimitteln zählen.

Seit 1996 hat sich der Verbrauch von Antidiabetika verdoppelt. Ein besonders steiles Wachstum mit einer mittleren Wachstumsrate von 6,3 % war im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 zu beobachten. Dieses Wachstum fällt zusammen mit der Einführung der DMP-Programme. Bis 2018 stieg der Verbrauch langsamer und die jährlichen Wachstumsraten lagen nur noch bei 1 %. Für 2019 wurde erstmals wieder eine höhere Wachstumsrate von 2,2 % beobachtet.

Auf die Teil-Indikationsgruppe der Anderen Antidiabetika entfielen 2019 rund 63 % des Verbrauchs; der Anteil der Insuline lag entsprechend bei 37 %. In Bezug auf die Wachstumsentwicklung gibt es seit 2014 auffällige Unterschiede zwischen den beiden Teil-Indikationsgruppen: Der Verbrauchszuwachs für die anderen Antidiabetika, die bei nicht insulinpflichtigem Diabetes eingesetzt werden, bewegte sich in diesem Zeitraum zwischen jährlich 1,5 % und 2,7 % und erreichte 2019 sogar 4,5 %, sodass zwischen 2014 und 2019 der Verbrauch um 12,0 % auf 1,44 Mrd. DDD anstieg. Der Verbrauch von Insulinen stagnierte dagegen in diesem Zeitraum und ging in den letzten beiden Jahren sogar zurück. Der wahrscheinlichste Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass die neueren Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen anstelle von Insulin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden bzw. der Insulinbedarf vermindert werden kann.

In der Teil-Indikationsgruppe der Insuline erhöhte sich der Anteil der lang wirkenden Insuline auf Kosten der intermediär wirkenden und Mischinsuline und lag 2019 bei fast 34 % des Insulinverbrauchs; knapp 53 % entfielen auf die schnell wirkenden Insuline. Der Anteil von Humaninsulinen ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2017 von 67 % auf 24 % der Insuline zurückgegangen. Umgekehrt erhöhte sich der Anteil von Insulinanaloga von 33 % auf 76 %. Diese Entwicklung verlief bisher sehr stetig: Jährlich ging der Anteil von Humaninsulin um 3 bis 4 Prozentpunkte zurück. Bei den anderen Antidiabetika geht seit Jahren der Anteil der Sulfonylharnstoffe zurück und erreichte 2019 nur noch 10,3 %. Dafür werden mehr von den neueren Antidiabetika verordnet, insbesondere DPP-4- und SGLT2-Inhibitoren. Der Verbrauch von Metformin, das als Standard bei der medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes gilt, ist in Form von Monozubereitungen konstant leicht rückläufig – hier war in den letzten fünf Jahren ein Rückgang des Verbrauchsanteils von 45 % auf 44 % zu beobachten. Dies wurde jedoch durch den zunehmenden Verbrauch von Metformin-haltigen Fixkombinationen weitgehend ausgeglichen. Der Verbrauchsanteil Metformin-haltiger Antidiabetika (inkl. Metformin als Monopräparat) ist allerdings seit 2016 leicht rückläufig und lag 2019 bei knapp 60 % der anderen Antidiabetika.