Verbrauch von Diabetesmitteln A10 Antidiabetika Zu Diabetesmitteln gehören unterschiedliche Arzneimittel, die entweder die Insulinfreisetzung erhöhen oder durch andere Mechanismen den Blutzucker senken. Die Ausgaben der GKV für Antidiabetika lagen 2018 bei 2,1 Mrd. Euro.

Veröffentlicht am: 13.09.19

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen: AVR: Arzneiverordnungs-Report
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20082009201020112012201320142015201620172018
Andere Antidiabetika1.171,01.210,01.254,41.270,01.282,81.278,11.285,81.305,71.319,11.342,31.378,8
Insuline798,6798,0804,2815,3828,1837,3854,6859,0864,0864,1855,1
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health); ab 2011 inkl. Zubereitungen

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2018 lag der Verbrauch von Antidiabetika bei insgesamt 2,23 Mrd. DDD. Jedem Versicherten der GKV wurden im Mittel fast 31 DDD verordnet, sodass Antidiabetika zu den häufig verordneten Arzneimitteln zu zählen sind.

Seit 1996 hat sich der Verbrauch von Antidiabetika nahezu verdoppelt. Ein besonders steiles Wachstum mit einer mittleren Wachstumsrate von 6,3 % war im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 zu beobachten. Dieses Wachstum fällt zusammen mit der Einführung der DMP-Programme. Seitdem steigt der Verbrauch nur noch langsam und die jährlichen Wachstumsraten lagen nur noch bei 1 %, sodass angenommen werden kann, dass der Bedarf bei Patienten mit diagnostiziertem Diabetes inzwischen weitgehend gesättigt ist.

Auf die Teil-Indikationsgruppe der anderen Antidiabetika entfielen 2018 rund 61 % des Verbrauchs; der Anteil der Insuline lag entsprechend bei 39 %. In Bezug auf die Wachstumsentwicklung gibt es seit 2014 auffällige Unterschiede zwischen den beiden Teil-Indikationsgruppen: Der Verbrauchszuwachs für die anderen Antidiabetika, die bei nicht insulinpflichtigem Diabetes eingesetzt werden, bewegte sich in diesem Zeitraum zwischen jährlich 1,5 und 2,7 %, sodass zwischen 2014 und 2018 der Verbrauch um 7,2 % auf 1,38 Mrd. DDD anstieg. Der Verbrauch von Insulinen stagnierte dagegen in diesem Zeitraum und ging 2018 sogar um 1 % zurück. Hintergrund für diese Entwicklung ist möglicherweise, dass die neueren Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen anstelle von Insulin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden.

In der Teil-Indikationsgruppe der Insuline erhöhte sich der Anteil der lang wirkenden Insuline auf Kosten der intermediär wirkenden und Mischinsuline und lag 2018 bei fast 32 % des Verbrauchs; knapp 53 % entfielen auf die schnell wirkenden Insuline. Der Anteil von Humaninsulinen ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2017 von 67 auf 27 % der Insuline zurückgegangen. Umgekehrt erhöhte sich der Anteil von Insulinanaloga von 33 auf 73 %. Diese Entwicklung verlief bisher sehr stetig: Jährlich ging der Anteil von Humaninsulin um 3 bis 4 Prozentpunkte zurück. Bei den anderen Antidiabetika geht seit Jahren der Anteil der Sulfonylharnstoffe zurück und erreichte 2017 nur noch 12,5 %. Dafür werden mehr von den neueren Antidiabetika verordnet, insbesondere DPP-4- und SGLT2-Inhibitoren. Der Verbrauch von Metformin, das als Standard bei der medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes gilt, ist in Form von Monozubereitungen konstant leicht rückläufig – hier war in den letzten fünf Jahren ein Rückgang des Verbrauchsanteils von 46 auf 44 % zu beobachten. Dies wurde jedoch durch den zunehmenden Verbrauch von Metformin-haltigen Fixkombinationen ausgeglichen. Der Verbrauchsanteil Metformin-haltiger Antidiabetika (inkl. Metformin als Monopräparat) lag zwischen 2014 und 2018 bei knapp 61 %.