Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Thrombosemitteln B01 Antithrombotische Mittel

Veröffentlicht am: 16.12.18

Fazit zu den Entwicklungen bei den Thrombosemitteln

In der Indikationsgruppe der antithrombotischen Mittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2017 um 215,4 Mio. Euro (12,0 %).

  • Verbrauch: Die Verbrauchszunahme hat sich seit 2015 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich beruhigt: Der Verbrauch stieg in den Jahren 2015–2017 um jeweils knapp 50 Mio. DDD bzw. rund 3 %, mit jährlich sinkender Tendenz. Im Jahr 2014 lag die Wachstumsrate noch bei fast 7 %. Der Verbrauchsanstieg ist hauptsächlich durch das Wachstum der direkt wirkenden Faktorenhemmer (auch direkte orale Antikoagulanzien [DOAKs] genannt) bestimmt, deren Verbrauch seit 2013 mit einem jährlichen Zuwachs zwischen rund 70 und 85 Mio. DDD kontinuierlich gestiegen ist. Dieser Anstieg wurde teilweise durch einen rückläufigen Verbrauch von Vitamin-K-Antagonisten kompensiert, wobei der Rückgang der Vitamin-K-Antagonisten inzwischen einen Trend zur Beschleunigung aufweist.
  • Innovation: Die Innovation mit den größten Auswirkungen innerhalb der Indikationsgruppe sind sicher DOAKs (direkte Faktor-Xa-Inhibitoren und direkte Thrombininhibitoren), deren – bezogen auf die Zielpopulation – größtes Anwendungsgebiet die Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern ist. Die Entwicklung war in den Jahren 2016 und 2017 vergleichbar, und der Verbrauchsanteil dieser Therapieansätze stieg in beiden Jahren um jeweils 4 %.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte die Ausgaben 2017 um rund 31 Mio. Euro. Hier spielten hauptsächlich Individualrabatte eine Rolle.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Thrombosemitteln

In den nächsten Jahren ist weiterhin ein Verbrauchsanstieg für die DOAKs zu erwarten. Seit 2013 ist hier ein stetiges Wachstum zu beobachten, und es ist nicht absehbar, wann es sich abschwächen wird. Schon jetzt ist ein zunehmender Rückgang der Vitamin-K-Antagonisten zu erkennen. Langfristig ist damit zu rechnen, dass Vitamin-K-Antagonisten zu einem großen Teil durch DOAKs verdrängt werden.

Durch den zu erwartenden weiteren Anstieg des Verbrauchs von DOAKs werden sich auch in den nächsten Jahren die Ausgaben weiter erhöhen, was sich insbesondere in der Therapieansatz- und Verbrauchskomponente niederschlagen wird.