Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Thrombosemitteln B01 Antithrombotische Mittel

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei Thrombosemitteln

In der Indikationsgruppe der antithrombotischen Mittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2016 um 224,7 Mio. Euro (14,3 %).

  • Verbrauch: Die Verbrauchszunahme hat sich 2015 und 2016 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich beruhigt: Der Verbrauch stieg in den beiden Jahren um jeweils etwa 50 Mio. DDD bzw. rund 3 %. Im Jahr 2014 lag die Wachstumsrate noch bei fast 7 %. Der Verbrauchsanstieg ist hauptsächlich durch das Wachstum der direkt wirkenden Faktorenhemmer (auch neue orale Antikoagulanzien [NOAKs] genannt) bestimmt, deren Verbrauch seit 2013 mit etwa 70 Mio. DDD jährlichem Zuwachs nahezu kontinuierlich gestiegen ist. Dieser Anstieg wurde teilweise durch einen rückläufigen Verbrauch von Vitamin-K-Antagonisten kompensiert.
  • Innovation: Die Innovation mit den größten Auswirkungen innerhalb der Indikationsgruppe sind sicher NOAKs (direkte Faktor-Xa-Inhibitoren und direkte Thrombininhibitoren), deren – bezogen auf die Zielpopulation – größtes Anwendungsgebiet die Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern ist. Die Entwicklung war in den Jahren 2015 und 2016 vergleichbar, und der Anteil dieser Therapieansätze stieg um jeweils 4 %.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte die Ausgaben 2016 um rund 18 Mio. Euro. Hier spielten 2016 hauptsächlich Individualrabatte eine Rolle.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Thrombosemitteln

In den nächsten Jahren ist weiterhin ein Verbrauchsanstieg für die NOAKs zu erwarten; es sollte hier jedoch bald zu einer Abschwächung des Wachstums kommen. Schon jetzt ist ein zunehmender Rückgang der Vitamin-K-Antagonisten zu erkennen. Langfristig ist damit zu rechnen, dass Vitamin-K-Antagonisten durch NOAKs zu einem großen Teil verdrängt werden.

Durch den zu erwartenden weiteren Anstieg des Verbrauchs von NOAKs werden sich auch in den nächsten Jahren die Ausgaben weiter erhöhen, was sich insbesondere in der Therapieansatz- und Verbrauchskomponente niederschlagen wird.