Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Thrombosemitteln B01 Antithrombotische Mittel Diese Arzneimittel werden überwiegend zur Vermeidung von Blutgerinnseln eingesetzt. Die Ausgaben der GKV lagen 2019 bei rund 2,3 Mrd. Euro und entfielen zu gut 98 % auf Thrombozytenaggregationshemmer.

Veröffentlicht am: 27.10.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Thrombosemitteln

In der Indikationsgruppe der Antithrombotischen Mittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2019 um 170,8 Mio. Euro (7,9 %).

  • Verbrauch: Die Verbrauchszunahme hat sich seit 2015 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich beruhigt: Der Verbrauch stieg in den Jahren 2015–2019 um jeweils rund 50 Mio. DDD bzw. rund 3 %. Im Jahr 2014 lag die Wachstumsrate noch bei fast 7 %. Der Verbrauchsanstieg ist hauptsächlich durch das Wachstum der direkt wirkenden Faktorenhemmer (auch direkte orale Antikoagulanzien [DOAKs] genannt) bestimmt, deren Verbrauch sich seit 2013 mehr als verfünffacht hat, sodass 2019 der Verbrauch bei rund 600 Mio. DDD lag. Dieser Anstieg wurde teilweise durch einen rückläufigen Verbrauch von Vitamin-K-Antagonisten kompensiert.
  • Innovation: Die Innovation mit den größten Auswirkungen innerhalb der Indikationsgruppe sind sicher DOAKs (direkte Faktor-Xa-Inhibitoren und direkte Thrombininhibitoren), deren – bezogen auf die Zielpopulation – größtes Anwendungsgebiet die Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern ist. Die Entwicklung war in den Jahren 2018 und 2019 vergleichbar, und der Verbrauchsanteil dieser Therapieansätze stieg in beiden Jahren um jeweils 4 %.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte die Ausgaben 2019 um rund 68 Mio. Euro. Hier spielten hauptsächlich Individualrabatte eine Rolle.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Thrombosemitteln

In den nächsten Jahren ist weiterhin ein Verbrauchsanstieg für die DOAKs zu erwarten. Seit 2013 ist hier ein stetiges Wachstum zu beobachten. Parallel ist ein Rückgang der Vitamin-K-Antagonisten zu erkennen. Somit ist inzwischen eher mittel- als langfristig damit zu rechnen, dass Vitamin-K-Antagonisten zu einem großen Teil durch DOAKs verdrängt werden.

Durch den zu erwartenden weiteren Anstieg des Verbrauchs von DOAKs werden sich auch in den nächsten Jahren die Ausgaben weiter erhöhen, was sich insbesondere in der Therapieansatz- und Verbrauchskomponente niederschlagen wird.