Innovationen bei Thrombosemitteln B01 Antithrombotische Mittel Diese Arzneimittel werden überwiegend zur Vermeidung von Blutgerinnseln eingesetzt. Die Ausgaben der GKV lagen 2019 bei rund 2,3 Mrd. Euro und entfielen zu gut 98 % auf Thrombozytenaggregationshemmer.

Veröffentlicht am: 28.10.20

Neueinführungen zwischen 2014 und 2018
JahrWirkstoffTherapieansatzAnwendung
2015EdoxabanDirekte Faktor-Xa-InhibitorenBlutgerinnungshemmung
2015CangrelorADP-P2Y12-AntagonistenThrombozytenaggregationshemmung
2018CaplacizumabAnti-von-Willebrand-AntikörperThrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
Quelle: IGES, eigene Recherche

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In der Indikationsgruppe der antithrombotischen Mittel wurden zwischen 2015 und 2019 insgesamt drei Wirkstoffe neu eingeführt.

Edoxaban und Cangrelor gehören zur Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei erhöhter Thrombozytenaggregationsneigung. Cangrelor wird als Infusion bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung angewendet, wenn eine perkutane Koronarintervention (therapeutischer Herzkatheter) durchgeführt werden soll. Cangrelor wirkt als ADP-P2Y12-Antagonist und hemmt die Thrombozytenaggregation. Es ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs) und hemmt direkt den Gerinnungsfaktor Xa. Edoxaban kann zur Vermeidung von Thrombosen bzw. Behandlung von Thrombosen oder Embolien eingesetzt werden. Das in Bezug auf die Zielpopulation größte Anwendungsgebiet ist die Prophylaxe von Schlaganfällen und Embolien bei Vorhofflimmern.

Mit Caplacizumab steht erstmals ein Wirkstoff zur Verfügung, der spezifisch bei erworbener thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura (aTTP) wirkt. Bei dieser sehr seltenen Erkrankung ist die Funktion des Von-Willebrand-Faktors gestört, sodass es zur Bildung von Blutgerinnseln in kleinen Blutgefäßen kommt. Wenn die Patienten nicht behandelt werden, nimmt die Erkrankung häufig einen tödlichen Verlauf.