Veröffentlicht am: 19.01.26
| Teil-Indikationsgruppe | Verbrauch in Mio. DDD | ||||||||||
| 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Mittel bei erhöhter Neigung zur Bildung von Thromben und Thromboembolien (Thrombozytenaggregationshemmer) | 1.495,6 | 1.600,6 | 1.649,8 | 1.698,3 | 1.743,6 | 1.792,8 | 1.844,5 | 1.908,3 | 1.909,2 | 1.930,6 | 1.905,3 |
| Mittel bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) | 5,2 | 4,3 | 3,9 | 3,6 | 3,3 | 3,1 | 3,0 | 2,8 | 2,7 | 2,6 | 2,5 |
| Antithrombotische Mittel gesamt | 1.501,0 | 1.605,1 | 1.653,8 | 1.702,0 | 1.747,0 | 1.796,1 | 1.847,6 | 1.911,2 | 1.912,0 | 1.933,3 | 1.908,3 |
Antithrombotische Mittel werden sehr häufig eingesetzt: Im Mittel erhielt 2024 jeder GKV-Versicherte 26,1 DDD dieser Wirkstoffe.
Der Verbrauch von antithrombotischen Mitteln hat sich seit 2004 mehr als verdoppelt. 2023 erreichte der Verbrauch mehr als 1,9 Mrd. DDD. Der Verbrauch stieg bis 2020 kontinuierlich an und stagniert seit 2021.
Ein Blick auf die Teil-Indikationsgruppen zeigt, dass allein die Thrombozytenaggregationshemmer bestimmend für das Verbrauchsgeschehen sind: Auf sie entfallen 99,9 % des Verbrauchs.
Das in den letzten Jahren beobachtete Wachstum ist vor allem auf die direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs) zurückzuführen, deren Verbrauch seit dem Jahr 2012 massiv steigt: 2013 lag der Verbrauch noch bei 110 Mio. DDD und ist mittlerweile etwas achtmal so hoch, sodass er 2024 bei rund 917 Mio. DDD lag. Der Verbrauchsanteil der DOAKs an dem der Thrombozytenaggregationshemmer liegt mittlerweile bei 47 %. Den höchsten Anteil am Verbrauch der DOAKs hatte 2024 das Apixaban mit 52 %, gefolgt von Rivaroxaban mit 27 % und Edoxaban mit 18 %. Das DOAK mit dem stärksten Wachstum war in den letzten drei Jahren Apixaban, dessen Verbrauch sich seit 2016 jährlich um rund 40–50 Mio. DDD erhöhte. Als wichtigste Ursache für die starke Verbrauchszunahme der DOAKs ist die Zulassung für die Anwendung zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern (SPAF) zu nennen. Hier standen bis zur Zulassung der DOAKs nur die Vitamin-K-Antagonisten und ggf. ASS zur Verfügung. Die Anwendung von Vitamin-K-Antagonisten erfordert ein kontinuierliches Monitoring der Blutgerinnung und bei Bedarf eine Anpassung der Dosis von Vitamin-K-Antagonisten. Ein solches Monitoring wird bei den DOAKs nicht durchgeführt, womit diese einfacher anzuwenden sind. Der Verbrauch von Vitamin-K-Antagonisten ist seit Einführung der DOAKs zurückgegangen und lag 2024 bei rund 88 Mio. DDD, also einem Viertel des Verbrauchs von 2012 .
Weitere wichtige Therapieansätze der Thrombozytenaggregationshemmer sind insbesondere ASS und die P2Y12-Rezeptor-Antagonisten, deren Anteil am Verbrauch der Teil-Indikationsgruppe 2024 33 % bzw. 10 % erreichte, was 628 Mio. bzw. 189 Mio. DDD entspricht. Dabei zeigt sich der Verbrauch von ASS deutlich rückläufig, für die P2Y12-Rezeptor-Antagonisten ist eine leicht rückläufige Tendenz zu erkennen. Die Verbrauchsentwicklung zeigt, dass die Bedeutung von ASS als Thrombozytenaggregationshemmer seit Etablierung der DOAK zurückgegangen ist.