Ausgaben der GKV für blutstillende Mittel B02 Antihämorrhagika

Veröffentlicht am: 12.12.18

Ausgabenentwicklung in der Indikationsgruppe blutstillende Mittel
Teil-IndikationsgruppeAusgaben in Mio. Euro
20132014201520162017
Faktor-VIII-Mangel104,3110,2103,9105,9108,2
Thrombozytopenie37,447,555,772,490,3
Faktor-IX-Mangel13,910,89,67,612,1
Übrige Teil-Indikationsgruppen29,124,023,224,621,6
Blutstillende Mittel gesamt184,6192,6192,4210,4232,2
Differenz zum Vorjahr7,98,0-0,318,021,8
Zuwachsrate4,5 %4,4 %-0,1 %9,4 %10,3 %
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

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Die Ausgaben der GKV für ambulant in Apotheken abgegebene blutstillende Mittel betrugen 2017 232 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben damit um 21,8 Mio. Euro gestiegen, was einer Zuwachsrate von 10,3 % entspricht. Eine ähnlich dimensionierte Ausgabensteigerung gab es 2016 mit 18 Mio. Euro, während sich in den Jahren 2013–2015 die Ausgaben deutlich geringer oder gar nicht erhöhten.

Für Hämophilieprodukte erfolgt der Vertrieb nur teilweise über Apotheken. Zu einem großen Teil liefern die Hersteller direkt an die behandelnden Zentren. Schätzungen zufolge lagen 2017 die Ausgaben für Produkte zur Behandlung von Faktor-VIII-Mangel und Faktor-IX-Mangel für alle Patienten in Deutschland (GKV und PKV) bei 440 Mio. € bzw. rund 64 Mio. € (Global Data 2017). Die Ausgaben der GKV lagen somit insgesamt für diese beiden Indikationsgruppen um ein Vielfaches über den Ausgaben für die über Apotheken abgegebenen Mengen.

Bezogen auf die im Atlas betrachteten Ausgaben für Arzneimittel, die in Apotheken abgegeben wurden, hatten 2017 Faktor-VIII-Präparate mit knapp 47 % den höchsten Ausgabenanteil, gefolgt von den Mitteln bei Thrombozytopenie mit fast 39 %. Weitere 9 % entfielen auf Faktor-IX-Präparate. Bei den genannten Blutgerinnungsfaktoren zeigten sich zwischen 2013 und 2017 jährliche Schwankungen in den Ausgaben, aber kein Trend für eine anhaltende Entwicklung nach oben oder unten. Die Ausgabensteigerungen im betrachteten Zeitraum gehen im Wesentlichen auf die Mittel bei Thrombozytopenie zurück. Für diese stiegen die Ausgaben zwischen 2013 und 2017 von 37,4 auf 90,3 Mio. Euro. Die Zuwachsraten für diese Teil-Indikationsgruppe bewegten sich in diesem Zeitraum zwischen 25 und 30 %. Ursache ist der gestiegene Verbrauch, insbesondere des Wirkstoffs Eltrombopag.