Ausgaben der GKV für blutstillende Mittel B02 Antihämorrhagika Von größter Bedeutung ist der Einsatz von blutstillenden Mitteln bei der Hämophilie (Bluterkrankheit). Die Ausgaben der GKV für in Apotheken abgegebene blutstillende Mittel betrugen 2020 rund 519 Mio. Euro.

Veröffentlicht am: 27.10.21

Teil-IndikationsgruppeAusgaben in Mio. Euro
20162017201820192020
Faktor-VIII-Präparate105,9109,794,664,5205,6
Thrombozytopenie72,490,3107,5128,9148,0
Hämophilie A, Nicht-Faktoren-Therapie0,00,013,740,674,2
Faktor-IX-Mangel7,610,712,212,242,8
Von-Willebrand-Krankheit8,17,97,46,626,3
Übrige Teil-Indikationsgruppen16,414,411,810,822,4
Blutstillende Mittel gesamt210,4233,0247,2263,5519,2
Differenz zum Vorjahr18,022,614,216,3255,7
Zuwachsrate9,4 %10,7 %6,1 %6,6 %97,0 %
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health), gemäß Erstattungspreis

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Die Ausgaben der GKV für ambulant in Apotheken abgegebene blutstillende Mittel betrugen 2020 519,2 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben damit um fast 240 Mio. Euro gestiegen, was einer Zuwachsrate von 97 % entspricht. Der dargestellte Ausgabenanstieg ist jedoch als Artefakt anzusehen, da er zum Großteil auf eine veränderte Abgaberegelung zurückzuführen ist. Wie bereits erwähnt müssen seit September 2020 Faktorenpräparate von Apotheken abgegeben werden. Nur noch in Ausnahmefällen ist den Behandlungszentren die Abgabe erlaubt. Auch vor dieser neuen Abgaberegelung fielen die entsprechenden Ausgaben für die GKV an; sie wurden nur anders abgerechnet.

Den höchsten Ausgabenanteil hatten 2020 die Faktor-VIII-Präparate mit knapp 40 %. Der Ausgabenanteil aller Faktorenpräparate betrug 2020 rund 55 %, was 288 Mio. Euro entspricht. Wären 2020 alle Faktorenpräparate über Apotheken abgegeben worden, hätten die Ausgaben für diese Arzneimittel vermutlich über 800 Mio. Euro erreicht. Der Anteil der bei Hämophilie A eingesetzten Nicht-Faktoren-Therapie (Emicizumab) betrug 2020 14 % des Ausgabenvolumens von blutstillenden Mitteln.

Eine weitere relevante Teil-Indikationsgruppe stellen die Mittel bei Thrombozytopenie mit einem Ausgabenanteil von knapp 29 % dar. Für diese Wirkstoffe haben sich die Ausgaben zwischen 2016 und 2020 mehr als verdoppelt und auch 2020 hielt das stetige Ausgabenwachstum an. Ursache ist der steigende Verbrauch, insbesondere des Wirkstoffs Eltrombopag.