Veröffentlicht am: 27.02.26
In der Indikationsgruppe der Blutstillenden Mittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2024 um 83 Mio. Euro (9,2 %). Hauptsächlich trugen dazu die Mittel bei Hämophilie A sowie solche bei Thrombozytopenie bei.
Für die nächsten Jahren ist weiterhin ein Verbrauchsanstieg für die blutstillenden Mittel zu erwarten, insbesondere für die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Thrombozytopenie. Für den Wirkstoff mit dem zweithöchsten Umsatz in der Indikationsgruppe, das Eltrombopag, stehen seit Ende 2025 Generika zur Verfügung. Ab 2026 sind daher vorübergehend geringere Ausgabensteigerungen oder sogar Einsparungen zu erwarten.
Durch Einsatz der gentherapeutischen Möglichkeiten bei Hämophilie A und B könnte es zu einem geringeren Verbrauch von anderen Mitteln kommen, die bei diesen Erkrankungen eingesetzt werden, da nach erfolgreicher Gentherapie für die Mehrzahl der Patienten die prophylaktische Anwendung von Gerinnungsfaktoren entfällt. Entsprechend den in den Patientenzahlen, die in den G-BA-Beschlüssen zur Nutzenbewertung genannt werden, gehört ca. die Hälfte Population mit Hämophilie B zur Zielpopulation für die verfügbare Gentherapie und rund ein Fünftel der Population mit Hämophilie A. Vermutlich werden die Gentherapien nicht schlagartig für die gesamte in Frage kommende Population erfolgen, sondern über einen längeren Zeitverlauf gestreckt und es ist unwahrscheinlich, dass alle in Frage kommenden Patienten mit einer Gentherapie behandelt werden. Die Effekte werden daher eher in Bezug auf den Verbrauch eher gering ausfallen. Bei evtl. sichtbaren Ausgabenrückgängen, die auf diesen Effekt zurückzuführen wären, ist zu bedenken, dass zunächst deutlich höhere Ausgaben für die Gentherapien zu zahlen sind, auch wenn sie in den Apothekenabrechnungsdaten nicht sichtbar sind.