Aktuelle und künftige Entwicklungen bei blutstillenden Mitteln B02 Antihämorrhagika

Veröffentlicht am: 12.12.18

Fazit zu den Entwicklungen bei den blutstillenden Mitteln

In der Indikationsgruppe der blutstillenden Mittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2017 um 21,8 Mio. Euro (10,3 %).

  • Verbrauch: Der Verbrauch von blutstillenden Mitteln ist in den Jahren 2016 und 2017 mit Zuwachsraten von rund 10 % stärker gestiegen als in den Jahren davor. Treiber dieser Entwicklung war die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Thrombozytopenie, wo es durch Zulassungserweiterungen im Jahr 2015 zu einer Vergrößerung der Zielpopulation kam. In den übrigen Teil-Indikationsgruppen waren außer jährlichen Verbrauchsschwankungen keine relevanten Verbrauchszu- oder abnahmen zu beobachten.
  • Innovation: Die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Thrombozytopenie besteht seit 2009, und der Verbrauchsanstieg kann hier als Hinweise auf innovative Arzneimittel interpretiert werden, da keine Therapieansätze unterschieden werden. In Bezug auf die Ausgaben spielen die Blutgerinnungsfaktoren die größte Rolle, insbesondere Faktor-VIII- und Faktor-IX-Produkte. Hier wurden in den letzten Jahren eine Reihe neuer rekombinant hergestellter Gerinnungsfaktoren eingeführt. Da Gerinnungsfaktoren nur teilweise über Apotheken abgegeben werden, sind Schwankungen der Verbrauchsanteile einzelner Wirkstoffe, die sich in der Analogkomponente widerspiegeln, allerdings nur sehr eingeschränkt zu interpretieren.
  • Preis: Die Preiskomponente spielte im betrachteten Zeitraum für die blutstillenden Mittel keine Rolle. Dies liegt einerseits daran, dass Generika und Biosimilars aktuell in der Indikationsgruppe bedeutungslos sind. Zum anderen sind die Ausgabenvolumina der einzelnen Wirkstoffe zum Großteil relativ gering. Verbunden mit der Tatsache, dass außerdem für die Gerinnungsfaktoren alternative Vertriebswege existieren, sind Wirkstoffe aus dieser Indikationsgruppe daher für Rabattverträge wenig interessant.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den blutstillenden Mitteln

Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der in den letzten Jahren beobachtete Verbrauchsanstieg von Mitteln bei Thrombozytopenie in den nächsten Jahren stagnieren wird. Daher ist weiterhin mit einer daraus resultierenden steigenden Ausgabenentwicklung zu rechnen.

Für die Blutgerinnungsfaktoren ist zunächst mit wenigen Änderungen zu rechnen. Der Bedarf ist hier weitgehend stabil. Kürzlich wurde der Antikörper Emicizumab zur Behandlung von Patienten mit Hämophilie A und Bildung von Hemmkörpern gegen Faktor VIII zugelassen. Die dadurch zu erwartenden Auswirkungen auf die Ausgaben für blutstillende Mittel lassen sich jedoch aktuell noch nicht abschätzen.