Veröffentlicht am: 27.02.26
| Teil-Indikationsgruppe | Verbrauch in Mio. DDD | ||||||||||
| 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Thrombozytopenie | 0,53 | 0,63 | 0,82 | 1,02 | 1,21 | 1,43 | 1,65 | 1,81 | 2,00 | 2,23 | 2,40 |
| Unspezifische Gerinnungsstörungen | 1,04 | 1,04 | 1,06 | 1,05 | 1,06 | 1,05 | 0,97 | 0,89 | 0,91 | 0,90 | 0,86 |
| Hämophilie A | 0,09 | 0,08 | 0,08 | 0,09 | 0,09 | 0,10 | 0,31 | 0,68 | 0,73 | 0,82 | 0,85 |
| Faktor-IX-Mangel | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,06 | 0,14 | 0,14 | 0,17 | 0,18 |
| Von-Willebrandt-Krankheit | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,03 | 0,07 | 0,06 | 0,06 | 0,06 |
| Übrige Teil-Indikationsgruppen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 |
| Blutstillende Mittel gesamt | 1,69 | 1,77 | 1,98 | 2,18 | 2,38 | 2,60 | 3,02 | 3,61 | 3,85 | 4,18 | 4,36 |
Blutstillende Mittel gehören zu den sehr selten eingesetzten Arzneimitteln. Im Durchschnitt wurden 2024 pro Versicherten nur 0,06 DDD aus dieser Indikationsgruppe verordnet.
Der Verbrauch von blutstillenden Mitteln ging zwischen 2005 und 2008 von 1,49 auf 1,16 Mio. DDD zurück und stieg bis 2012 auf 1,56 Mio. DDD an. Bis 2015 folgte eine Phase mit langsamerem Wachstum auf 1,77 Mio. DDD. Seit 2016 ist ein beschleunigtes jährliches Verbrauchswachstum zu beobachten, was auf die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Thrombozytopenie zurückzuführen ist. In den Jahren 2020 und 2021 stieg der Verbrauch besonders stark und erreichte zweistellige Wachstumsraten. Tatsächlich stieg jedoch nicht der Verbrauch, sondern gesetzliche Vorgaben (das GSAV –Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung) führten dazu, dass die Faktorenpräparate künftig ausschließlich durch Apotheken abgegeben werden dürfen und damit in den Apothekenabrechnungsdaten komplett sichtbar werden. Die Abgabe durch die behandelnden Zentren ist seitdem nicht mehr möglich.
Im Jahr 2024 lag der Verbrauch von über Apotheken abgegebenen blutstillenden Mitteln bei rund 4,4 Mio. DDD. Die Wachstumsrate betrug 2024 4,3 %.
Den größten Anteil am Verbrauch hatten 2024 die Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei Thrombozytopenie mit 55 %, gefolgt von den Mitteln bei unspezifischen Gerinnungsstörungen (überwiegend Vitamin K) mit 19,7 %. Für alle Faktorenpräparate zusammen (inkl. Antikörper bei Hämophilie) lag der Anteil bei 25,3. Die zur Behandlung der Hämophilie A eingesetzten Produkte erreichten einen Anteil von 19,5 %.
Der Verbrauch von Produkten zur Behandlung von Faktorenmangel stieg 2024 um 4,6 % auf 1,1 Mio. DDD. Davon entfiel ein Großteil, nämlich 0,85 Mio. DDD auf die Hämophilie A, davon 0,25 Mio. auf den Antikörper Emicizumab. Wie häufig die verfügbaren Gentherapien eingesetzt werden, wird durch die betrachteten Daten nicht abgebildet.
Eine ebenfalls sehr dynamische Entwicklung ließ sich für die seit 2009 bestehende Teil-Indikationsgruppe der Mittel gegen Thrombozytopenie beobachten. Hier ist ein anhaltendes starkes Verbrauchswachstum festzustellen, das sich seit 2016 nochmals beschleunigte. Der Verbrauch erreichte 2024 von 2,4 Mio. DDD, was eine Zunahme um 0,17 Mio. DDD bzw. 7,5 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet, deutlich geringer als im Vorjahr. Rund 40 % des Wachstums ging 2024 auf den Wirkstoff Avatrombopag zurück, ein Drittel auf Eltrombopag und etwa ein Fünftel auf Fostamatinib; der Verbrauch von Romiplostim änderte sich kaum. Alle genannten Wirkstoffe sind bei Immunthrombozytopenie (ITP) zugelassen, einer seltenen Erkrankung. Eltrombopag ist zusätzlich bei Patienten mit chronischer Hepatitis C und Thrombozytopenie zugelassen sowie bei schwerer aplastischer Anämie, Avatrombopag zusätzlich bei Thrombozytopenien in Zusammenhang mit schweren Lebererkrankungen.