Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Impfstoffen J07 Impfstoffe Die Ausgaben für Impfstoffe erreichten 2019 rund 1,3 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben um 211,0 Mio. Euro bzw. 19,4 %.

Veröffentlicht am: 09.11.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Impfstoffen

Für Impfstoffe erhöhten sich die Ausgaben für die GKV im Jahr 2019 um 211,0 Mio. Euro, was einer Zuwachsrate von 19,4 % entspricht.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Impfstoffen stieg 2019 um 11,1 % auf 39,7 Mio. Impfdosen. Dies ist als erfreulich zu werten, da in den vergangenen Jahren auch deutliche Verbrauchsrückgänge zu beobachten waren und der letzte deutliche Verbrauchsanstieg in dieser Indikationsgruppe auf 2007 datiert. 2018 zeigte sich – im Vergleich zum Vorjahr – die mit Abstand höchste Zuwachsrate bei den Impfstoffen gegen Herpes zoster, was allein durch den 2017 neu eingeführten Totimpfstoff zur Verhinderung einer Gürtelrose bedingt war. Außerdem stieg der Verbrauch von HPV- und FSME-Impfstoffen erheblich an. Erwähnenswert ist zudem, dass 2019 13 % mehr Masernimpfstoffe verbraucht wurden als 2018.
  • Innovation: Von den in den letzten Jahren eingeführten neuen Impfstoffen sind ein neuer Meningitis-Impfstoff als versorgungsrelevant zu erwähnen sowie ein neuer, neunfach-valenter HPV-Impfstoff, der einen der bislang verfügbaren HPV-Impfstoffe, den vierfach-valenten, ersetzen wird. Zu nennen ist außerdem der 2017 eingeführte Totimpfstoff für eine Impfung zur Vorbeugung der Gürtelrose, der seit Ende 2018 von der STIKO als Standardimpfung bei Personen ab 60 Jahren empfohlen wird.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Impfstoffen

Der Verbrauch von Impfstoffen hatte sein Maximum im Jahr 2007 und ist danach deutlich zurückgegangen. Der aktuelle Trend deutet an, dass die Talsohle durchschritten wurde und der Verbrauch von Impfstoffen langsam, aber stetig wächst. Deutschland hat es bisher nicht geschafft, seinen Beitrag zur Ausrottung der Masern durch die erforderlichen hohen Impfquoten zu leisten. Im Gegenteil – durch Masernausbrüche kam es sogar zu tödlich verlaufenden Erkrankungen. Es sind inzwischen Anstrengungen unternommen worden, die Maserndurchimpfung insbesondere bei Kindern zu erhöhen, inkl. der Einführung einer Impfpflicht. Dennoch ist weiterhin von unzureichendem Impfschutz – nicht nur bei Masern – auszugehen. Wie sich die seit 2019 geltende Masernimpfpflicht hier auswirkt, bleibt abzuwarten.