Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Impfstoffen J07 Impfstoffe

Veröffentlicht am: 14.12.18

Fazit

Für Impfstoffe erhöhten sich die Ausgaben für die GKV im Jahr 2017 um 14,7 Mio. Euro, was einer Zuwachsrate von 1,5 % entspricht.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Impfstoffen stieg 2017 um 2,1 % auf 34,5 Mio. Impfdosen. Dies ist als erfreulich zu werten, da in den vergangenen Jahren auch deutliche Verbrauchsrückgänge zu beobachten waren und der letzte deutliche Verbrauchsanstieg in dieser Indikationsgruppe auf 2007 datiert. 2017 zeigten sich – im Vergleich zum Vorjahr – die höchsten Verbrauchsanstiege bei den Pertussis-Kombinationen, bei der Vierfachkombination gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen und bei der Dreifachkombination gegen Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis (8 %). Der Verbrauch von Impfstoffen mit Masernkomponente ist im Jahr 2015, also dem Jahr, als Masernausbrüche erhebliche Medienreaktion nach sich zogen, stark angestiegen und danach zwar zurückgegangen, aber auf ein höheres Niveau als vor 2015. Zudem gab es 2017 erneut einen Anstieg von Impfstoffen mit Masernkomponente.
  • Innovation: Von den in den letzten Jahren eingeführten neuen Impfstoffen sind ein neuer Meningitis-Impfstoff als versorgungsrelevant zu erwähnen sowie ein neuer, neunfach-valenter HPV-Impfstoff, der einen der bislang verfügbaren HPV-Impfstoffe, den vierfach-valenten, ersetzen wird.

Ausblick

Der Verbrauch von Impfstoffen hatte sein Maximum im Jahr 2007 und ist danach deutlich zurückgegangen. Der aktuelle Trend deutet an, dass die Talsohle durchschritten wurde und der Verbrauch von Impfstoffen langsam, aber stetig wächst. Deutschland hat es bisher nicht geschafft, seinen Beitrag zur Ausrottung der Masern durch die erforderlichen hohen Impfquoten zu leisten. Im Gegenteil – durch Masernausbrüche kam es sogar zu tödlich verlaufenden Erkrankungen. Es sind inzwischen Anstrengungen unternommen worden, die Durchimpfung insbesondere bei Kindern zu erhöhen. Dennoch ist weiterhin von unzureichendem Impfschutz – nicht nur bei Masern – auszugehen.