Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Impfstoffen J07 Impfstoffe

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei den Impfstoffen

Für Impfstoffe erhöhten sich die Ausgaben für die GKV im Jahr 2016 um 42,7 Mio. Euro, was einer Zuwachsrate von 4,4 % entspricht.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Impfstoffen stieg 2016 um 1,4 % auf 33,8 Mio. Impfdosen. Die ist als erfreulich zu werten, da in den vergangenen Jahren auch deutliche Verbrauchsrückgänge zu beobachten waren und der letzte deutliche Verbrauchsanstieg in dieser Indikationsgruppe auf 2007 datiert. 2016 zeigten sich – im Vergleich zum Vorjahr – die höchsten Verbrauchsanstiege bei den Pneumokokken-, Rotavirus- und bei den Meningitis-Impfstoffen. Die Steigerungen bei Pneumokokken- und Rotavirus-Impfstoffen stehen in Zusammenhang mit geänderten Impfempfehlungen der STIKO. Der Verbrauch von Kombinationen mit Masernkomponente ist im Jahr 2015, also dem Jahr, als Masernausbrüche erhebliche Medienreaktion nach sich zogen, stark angestiegen, und zumindest für die Vierfachkombination konnte sich der Verbrauch auch 2016 auf dem erreichten hohen Niveau halten. Der Verbrauch von Influenzaimpfstoffen ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr kaum zurückgegangen.
  • Innovation: Von den in den letzten Jahren eingeführten neuen Impfstoffen sind ein neuer Meningitis-Impfstoff als versorgungsrelevant zu erwähnen sowie ein neuer, neunfach-valenter HPV-Impfstoff, der einen der bislang verfügbaren HPV-Impfstoffe, den vierfach-valenten, ersetzen wird.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Impfstoffen

Der Verbrauch von Impfstoffen hatte sein Maximum im Jahr 2007 und ist danach deutlich zurückgegangen. Der aktuelle Trend deutet allenfalls Stabilität an, aber es ist keine Trendwende hin zu einem deutlich steigenden Verbrauch erkennbar. Deutschland hat es bisher nicht geschafft, seinen Beitrag zur Ausrottung der Masern durch die erforderlichen hohen Impfquoten zu leisten. Im Gegenteil – durch Masernausbrüche kam es sogar zu tödlich verlaufenden Erkrankungen. Es sind inzwischen Anstrengungen unternommen worden, die Durchimpfung insbesondere bei Kindern zu erhöhen. Dennoch bleibt zu befürchten, dass sich auch in den nächsten Jahren der Verbrauch von Impfstoffen allenfalls auf dem erreichten niedrigen Niveau halten wird.