Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva

Veröffentlicht am: 19.02.26

Fazit zu den Entwicklungen bei den Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

Die Ausgaben der GKV für Immunsuppressiva beliefen sich für 2024 auf 8,09 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen sie um 922,4 Mio. Euro bzw. um 12,9 %.

  • Ausgabenerhöhung zu 2023 um 922,4 Mio. Euro (Plus von 12,9%).
  • Der Verbrauch stieg 2024 in der Indikationsgruppe um 21,1 Mio. DDD (7%) auf 320,4 Mio. DDD.
  • Der absolut höchste Verbrauchszuwachs war für die Mittel bei Psoriasis zu beobachten; hier stieg der Verbrauch um fast 9 Mio. DDD (20%). In der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei rheumatoider Arthritis und anderen Systemkrankheiten war der Verbrauchsanstieg mit knapp 8 Mio. DDD etwas geringer, die Wachstumsrate lag für diese Gruppe bei 7%.
  • Für die Immunsuppressiva ist ein hohes innovatives Potenzial festzustellen, was sich auch in der Zahl von 28 neu zugelassenen Wirkstoffen in den Jahren 2020 bis 2024 zeigt. Die Innovationen waren 2024 in der Innovationskomponente erkennbar, die die Ausgaben für die Indikationsgruppe um rund 95 Mio. Euro erhöhte.
  • Die Preiskomponente erhöhte die Ausgaben um rund 123 Mio. Euro. Hierzu trug besonders die Senkung des Herstellerabschlags bei. Betroffen waren in erster Linie Immunsuppressiva bei Psoriasis und solchen bei Multipler Sklerose.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

  • In den vergangenen Jahren wurde die Entwicklung in dieser Indikationsgruppe vor allem dominiert durch das stetige Wachstum der Mittel bei rheumatoider Arthritis (RA) und anderen Systemerkrankungen sowie Psoriasis-Immunsuppressiva. Zusammen mit den Immunsuppressiva bei Multipler Sklerose haben sie das größte Potenzial, auch künftig die Ausgaben zu steigern.
  • Für die Psoriasismittel sind seit Mai 2024 Biosimilars für den „Blockbuster“ Ustekinumab verfügbar, doch haben diese bisher nur zu geringen Einsparungen geführt.
  • Die Gruppe der Mittel bei Multiplen Myelom sind nun komplett generisch. Aufgrund des relativ kleinen Ausgabenvolumens sind nur noch geringe Einsparungen zu erwarten.
  • Wegen des weiterhin zu erwartenden Verbrauchsanstiegs sowie weiterer neuer Therapieoption ist davon auszugehen, dass die Ausgaben für Immunsuppressiva auch künftig steigen werden.