Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva

Veröffentlicht am: 21.01.19

Fazit zu den Entwicklungen bei den Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

Die Ausgaben der GKV für Immunsuppressiva summierten sich 2017 auf 4.353 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben um 467 Mio. Euro bzw. um 12 %. Im Jahr 2013 lagen die Ausgaben für Immunsuppressiva noch bei 2.455 Mio. Euro. Sie sind also in den letzten fünf Jahren um das 1,8-Fache gestiegen.

  • Verbrauch: Der Verbrauch stieg 2017 in der Indikationsgruppe um 11,3 Mio. DDD (6,4 %) auf 187 Mio. DDD. Das Wachstum zeigte sich damit etwas abgeschwächt im Vergleich zu den Vorjahren. Der absolut größte Verbrauchszuwachs war für die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Psoriasis zu beobachten, wo der Verbrauch um 5,4 Mio. DDD (75 %) zunahm. Das Verbrauchswachstum bei den Mitteln gegen Psoriasis wurde 2017 hauptsächlich durch das bereits seit vielen Jahren verfügbare Ustekinumab sowie das 2015 eingeführte Secukinumab getragen. Für die Mittel bei RA und anderen Systemerkrankungen stieg der Verbrauch um 4,3 Mio. DDD (6,8 %). Die seit 2015 verfügbaren Biosimilars für TNF-alpha-Inhibitoren hatten einen erheblichen Anteil an dem beobachteten Verbrauchsanstieg.
  • Innovation: Für die Immunsuppressiva ist ein hohes innovatives Potenzial festzustellen, was sich auch in der Zahl von zwölf neu zugelassenen Wirkstoffen innerhalb der letzten fünf Jahre ausdrückt. Die Innovationen wirkten sich 2017 vor allem über die Verbrauchskomponente aus, insbesondere die Mittel gegen Psoriasis und Multiple Sklerose mit verbrauchsbedingten Ausgabensteigerungen von 207 bzw. 82 Mio. Euro. Die Therapieansatzkomponente erhöhte die Ausgaben 2017 für die Indikationsgruppe um 44,5 Mio. Euro und wurde durch den weiter steigenden Anteil der TNF-alpha-Inhibitoren sowie den neuen Therapieansatz der JAK-Inhibitoren bei den Mitteln gegen RA und weitere Systemerkrankungen verursacht.
  • Preis: Die Preiskomponente minderte die Ausgaben um 69,7 Mio. Euro, wozu in erster Linie die Mittel bei RA und weiteren Systemerkrankungen, aber auch die Psoariasis-Immunsuppressiva beitrugen. Die Preissenkungen wurden überwiegend dadurch ermöglicht, dass mehr Umsatzvolumen unter Rabatt abgegeben wurde. Dies wurde bei den TNF-alpha-Inhibitoren wohl durch die Einführung von Biosimilars.

Ausblick bei den Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

In den vergangenen Jahren wurde die Entwicklung in dieser Indikationsgruppe vor allem durch das stetige Wachstum der Mittel bei rheumatoider Arthritis dominiert. Hier sind seit 2015 Biosimilars für TNF-alpha-Inhibitoren verfügbar, die 2016 erstmals sichtbare ausgabendämpfende Wirkungen entfalteten. Diese entstanden weniger über einen hohen Biosimilar-Anteil am Verbrauch, sondern indirekt über Preissenkungen auch bei den Referenzprodukten im Rahmen von Rabattverträgen. Bisher wurden allerdings die Einsparungen durch den weiterhin steigenden Verbrauch überkompensiert.

Für andere Anwendungsgebiete wird das aktuell hohe innovative Potenzial auf dem Gebiet der Immunologie dagegen auf jeden Fall für weitere Ausgabensteigerungen sorgen. In nächster Zeit werden die Entwicklungen insbesondere für Immunsuppressiva zur Therapie der Psoriasis beachtenswert sein.