Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva

Veröffentlicht am: 09.09.17

Fazit zu den Entwicklungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

Die Ausgaben der GKV für Immunsuppressiva summierten sich 2016 auf fast 3.899 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben um 362 Mio. Euro bzw. um 10,2 %. Im Jahr 2012 lagen die Ausgaben für Immunsuppressiva noch bei 2.089 Mio. Euro. Sie haben sich also in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt.

  • Verbrauch: Der Verbrauch stieg 2016 in der Indikationsgruppe um 13 Mio. DDD (8 %) auf fast 176 Mio. DDD. Die Wachstumsrate war deutlich höher als in den Vorjahren. Der absolut größte Verbrauchszuwachs war für die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei rheumatoider Arthritis zu beobachten, wo der Verbrauch um 5,8 Mio. DDD (10,1 %) zunahm. Die seit 2015 verfügbaren Biosimilars für TNF-alpha-Inhibitoren hatten einen erheblichen Anteil an dem beobachteten Verbrauchsanstieg. Am auffälligsten war die Entwicklung in der Teil-Indikationsgruppe der Immunsuppressiva bei Psoriasis, wo der Zuwachs bei 3,6 Mio. DDD lag und sich somit der Verbrauch nahezu verdoppelte. Das Verbrauchswachstum bei den Mitteln gegen Psoriasis wurde 2016 hauptsächlich durch das 2015 eingeführte Secukinumab getragen, doch zeigten sich auch für Ustekinumab und Apremilast erhebliche Verbrauchssteigerungen.
  • Innovation: Für die Immunsuppressiva ist ein hohes innovatives Potenzial festzustellen, was sich auch in der Zahl von sechs neu zugelassenen Wirkstoffen innerhalb der letzten fünf Jahre ausdrückt. Die Innovationen wirkten sich 2016 vor allem über die Verbrauchskomponente aus, insbesondere die Mittel gegen Psoriasis und Multiple Sklerose mit verbrauchsbedingten Ausgabensteigerungen von 144 bzw. 55 Mio. Euro. Die Therapieansatzkomponente erhöhte die Ausgaben 2016 für die Indikationsgruppe um 28 Mio. Euro und wurde durch den wieder gestiegenen Anteil der TNF-alpha-Inhibitoren bei den Mitteln gegen rheumatoide Arthritis verursacht. Als Grund für diese Entwicklung ist die Verfügbarkeit von Biosimilars zu sehen.
  • Preis: Die Preiskomponente minderte die Ausgaben um 175,4 Mio. Euro, wozu in erster Linie die Mittel bei rheumatoider Arthritis beitrugen. Hier führten die Preissenkungen zu einem Ausgabenrückgang von 128 Mio. Euro. Die Preissenkungen wurden überwiegend durch Rabattverträge ermöglicht, die wohl durch die Biosimilars ausgelöst sein dürften. Der höhere Verbrauchsanteil von Biosimilars führte dagegen nur zu Einsparungen von 18 Mio. Euro.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

In den vergangenen Jahren wurde die Entwicklung in dieser Indikationsgruppe vor allem durch das stetige Wachstum der Mittel bei rheumatoider Arthritis dominiert. Hier sind seit 2015 Biosimilars für TNF-alpha-Inhibitoren verfügbar, die 2016 erstmals sichtbare ausgabendämpfende Wirkungen entfalteten. Diese entstanden weniger über einen hohen Biosimilar-Anteil am Verbrauch, sondern indirekt über Preissenkungen auch bei den Referenzprodukten im Rahmen von Rabattverträgen. Für die nächsten Jahre ist hier zu erwarten, dass es wettbewerbsbedingt evtl. sogar zu geringeren Ausgaben kommen könnte.

Für andere Anwendungsgebiete wird das aktuell hohe innovative Potenzial auf dem Gebiet der Immunologie dagegen für weitere Ausgabensteigerungen sorgen. In nächster Zeit werden die Entwicklungen insbesondere für Immunsuppressiva zur Therapie der Psoriasis beachtenswert sein.