Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva Die Ausgaben für Immunsuppressiva beliefen sich 2019 auf 5,7 Mrd. Euro. Gegenüber 2018 ist dies eine Zunahme um 8,4 %. Den höchsten Anteil an den Ausgabenhatten die Mittel bei rheumatoider Arthritis (42,4 %).

Veröffentlicht am: 30.10.20

Fazit zu den Entwicklungen bei den Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

Die Ausgaben der GKV für Immunsuppressiva summierten sich 2019 auf 5.707,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben um 440,5 Mio. Euro bzw. um gut 8 %. Im Jahr 2015 lagen die Ausgaben für Immunsuppressiva noch bei 3.827,4 Mio. Euro. Sie sind also in den letzten fünf Jahren um das 1,5-Fache gestiegen.

  • Verbrauch: Der Verbrauch stieg 2019 in der Indikationsgruppe um 16 Mio. DDD (7,8 %) auf 221,5 Mio. DDD. Das Wachstum zeigte sich damit ähnlich stark wie in den Vorjahren. Der absolut größte Verbrauchszuwachs war für die Mittel bei RA und anderen Systemerkrankungen zu beobachten; hier stieg der Verbrauch um 6,7 Mio. DDD (9 %). Die seit 2015 verfügbaren Biosimilars für TNF-alpha-Inhibitoren hatten einen erheblichen Anteil an dem beobachteten Verbrauchsanstieg. In der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei Psoriasis war der Verbrauchsanstieg mit 6,2 Mio. DDD fast ebenso hoch, die Wachstumsrate mit fast 35 % aber deutlich höher.
  • Innovation: Für die Immunsuppressiva ist ein hohes innovatives Potenzial festzustellen, was sich auch in der Zahl von 14 neu zugelassenen Wirkstoffen innerhalb der letzten fünf Jahre ausdrückt. Die Innovationen waren 2019 in der Therapieansatzkomponente erkennbar, die die Ausgaben für die Indikationsgruppe um rund 73 Mio. Euro erhöhte. Dahinter standen die JAK-Inhibitoren in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei rheumatoider Arthritis sowie die Wirkstoffe Ocrelizumab und Cladribin in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei MS.
  • Preis: Die Preiskomponente minderte die Ausgaben um fast 185 Mio. Euro, was hauptsächlich durch Preissenkungen in den Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei Multipler Sklerose sowie den Mitteln bei rheumatoider Arthritis bedingt war.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem

In den vergangenen Jahren wurde die Entwicklung in dieser Indikationsgruppe vor allem dominiert durch das stetige Wachstum der Mittel bei rheumatoider Arthritis (RA) und anderen Systemerkrankungen sowie den bei Immunsuppressiva bei Psoriasis. Seit 2015 sind erstmals Biosimilars für die TNF-alpha-Inhibitoren verfügbar, die bei RA und anderen Systemerkrankungen eingesetzt werden. Bis 2018 sorgte jedoch der weiterhin steigende Verbrauch dafür, dass die Einsparungen durch Biosimilars überkompensiert wurden. 2019 gingen erstmals die Ausgaben für TNF-alpha-Inhibitoren trotz weiter steigendem Verbrauch zurück. Kurzfristig sind weitere Ausgabensenkungen durch die Biosimilars zu erwarten, mittelfristig ist aber zu erwarten, dass neue Therapieansätze die Ausgaben wieder steigen lassen werden, aber auch weitere Behandlungsoptionen verfügbar machen.

Für andere Anwendungsgebiete wird das aktuell hohe innovative Potenzial auf dem Gebiet der Immunologie ebenfalls für weitere Ausgabensteigerungen sorgen. Auffällig werden hier zunächst die Mittel bei Psoriasis und die Mittel bei Multipler Sklerose bleiben.