Innovationen bei Mittel mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva Die Ausgaben für Immunsuppressiva beliefen sich 2019 auf 5,7 Mrd. Euro. Gegenüber 2018 ist dies eine Zunahme um 8,4 %. Den höchsten Anteil an den Ausgabenhatten die Mittel bei rheumatoider Arthritis (42,4 %).

Veröffentlicht am: 30.10.20

Neueinführungen zwischen 2015 und 2019
JahrWirkstoffTherapieansatzAnwendung*
2015ApremilastPhosphodiesterase-InhibitorenPlaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis
2015SecukinumabInterleukinrezeptor-InhibitorenPlaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis
2017TofacitinibJAK-InhibitorRheumatoide Arthritis
2017BaricitinibJAK-InhibitorRheumatoide Arthritis
2017CladribinAndereMultiple Sklerose
2017BrodalumabInterleukinrezeptor-InhibitorenPlaque-Psoriasis
2017IxekizumabInterleukinrezeptor-InhibitorenPlaque-Psoriasis
2017SarilumabInterleukinrezeptor-InhibitorenRheumatoide Arthritis
2017GuselkumabInterleukinrezeptor-InhibitorenPlaque-Psoriasis
2018OcrelizumabAnti-CD20-AntikörperMultiple Sklerose
2018TildrakizumabInterleukinrezeptor-InhibitorenPlaque-Psoriasis
2019RavulizumabKomplement-C5-InhibitorenParoxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH)
2019RisankizumabInterleukinrezeptor-InhibitorenPlaque-Psoriasis
2019Allogene mesenchymale Stromazellen (MSC)Mesenchymale Stromazellen (MSC)Abstoßungsreaktion nach Stammzelltransplantation
Quelle: IGES, eigene Recherche

icon download

Für den Zeitraum 2015 bis 2019 sind für die Indikationsgruppe der Immunsuppressiva 14 Wirkstoffe neu zu berücksichtigen. Zwölf dieser Wirkstoffe wurden erstmals auf den Markt gebracht. In zwei Fällen handelt es sich um bereits bekannte Wirkstoffe: Für den Wirkstoff Cladribin wurde die Zulassung erweitert sowie ein neuer Unterlagenschutz erteilt. Die allogenen mesenchymalen Stammzellen wurden bereits vor 2019 eingesetzt und stehen nun als Fertigarzneimittel zur Verfügung.

Die Anwendungsgebiete der insgesamt 14 Wirkstoffe umfassen fünf verschiedene Erkrankungen. Allein sieben Wirkstoffe, die zwischen 2015 und 2019 auf den Markt kamen, werden bei Psoriasis eingesetzt. Für mittelschwere bis schwere Verlaufsformen der Psoriasis stehen damit hochwirksame Arzneimittel zur Verfügung, was sich auch in der Nutzenbewertung zeigt: Für fünf Wirkstoffe konnte in der Erstbewertung ein Zusatznutzen für mindestens eine Patientengruppe gezeigt werden; bei vier dieser Wirkstoffe attestierte der GBA einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Die 14 neuen Wirkstoffe verteilen sich auf acht unterschiedliche Therapieansätze. Einige der Therapieansätze wurden durch die Neueinführungen zudem erstmals in der Indikationsgruppe der Immunsuppressiva definiert, was das hohe innovative Potenzial in dieser Indikationsgruppe unterstreicht. 2015 wurden mit Apremilast und Secukinumab zwei neue Wirkstoffe zur Behandlung der Psoriasis eingeführt, von denen das Apremilast den Therapieansatz der Phosphodiesterase-Inhibitoren erstmals in der Indikationsgruppe der Immunsuppressiva etabliert. 2017 wurden mit Tofacitinib und Baricitinib die ersten JAK-Inhibitoren eingeführt. Mit Ocrelizumab wurde 2018 erstmals ein Arzneimittel zur krankheitsmodifizierenden Therapie bei der primär progredienten Verlaufsform der Multiplen Sklerose zugelassen. Allogene mesenchymale Stromazellen (MSC) sind ein neuer Therapieansatz bei der Graft-versus-Host-Reaktion (Abstoßungsreaktion) nach einer Stammzelltransplantation.