Komponenten der Ausgabenveränderungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva

Veröffentlicht am: 09.09.17

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

Komponenten 2016

2016 stiegen die Ausgaben für Immunsuppressiva um 362 Mio. Euro. Hieran waren hauptsächlich die folgenden Komponenten beteiligt:

  • Verbrauch: Die Verbrauchskomponente erhöhte die Ausgaben mit 567,2 Mio. Euro am stärksten und war noch stärker ausgeprägt als im Vorjahr. Prägend für diese Komponente waren in erster Linie die Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei rheumatoider Arthritis mit verbrauchsbedingten Mehrausgaben von 199 Mio. Euro, die Mittel gegen Psoriasis mit 144 Mio. Euro und die Mittel gegen Multiple Sklerose (MS) mit 55 Mio. Euro.
  • Preis: Die Mehrausgaben wurden teilweise kompensiert durch preisbedingte Einsparungen in Höhe von 175,4 Mio. Euro, wozu in erster Linie die Mittel bei rheumatoider Arthritis beitrugen, wo Preissenkungen die Ausgaben um 128 Mio. Euro minderten. Die Preissenkungen wurden überwiegend durch Rabattverträge ermöglicht, die wohl durch die Biosimilars ausgelöst sein dürften. Der höhere Verbrauchsanteil von Biosimilars führte dagegen nur zu Einsparungen von 18 Mio. Euro.
  • Therapieansatzkomponente: Diese Komponente erhöhte die Ausgaben in identischem Ausmaß wie im Vorjahr, nämlich um 28,9 Mio. Euro. Dies beruhte nahezu ausschließlich auf dem wieder gestiegenen Verbrauchsanteil von TNF-alpha-Inhibitoren in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei rheumatoider Arthritis. Dieser Effekt dürfte im Wesentlichen auf die Verfügbarkeit von Biosimilars zurückzuführen sein.

Komponenten 2015

2015 fand sich für die Indikationsgruppe ein Ausgabenanstieg um rund 388 Mio. Euro. Als Treiber sind die folgenden wichtigsten Komponenten zu nennen:

  • Verbrauch: Der steigende Verbrauch erhöhte die Ausgaben um 461,6 Mio. Euro. Führend waren hier vor allem drei Teil-Indikationsgruppen: Die Ausgabenerhöhungen betrugen für die Mittel bei rheumatoider Arthritis, MS sowie beim Multiplem Myelom 194 Mio. Euro, 68 Mio. Euro bzw. 58 Mio. Euro.
  • Preis: Die Preiskomponente senkte die Ausgaben um 64,4 Mio. Euro. Zur Preiskomponente trugen die Mittel bei MS mit Einsparungen von 35 Mio. Euro am stärksten bei, gefolgt von den Teil-Indikationsgruppen der Mittel bei Multiplem Myelom und Psoriasis mit jeweils 9 Mio. Euro Einsparungen.
  • Therapieansatzkomponente: Diese Komponente erhöhte die Ausgaben um 28,6 Mio. Euro. Wirksam war hier im Wesentlichen die Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei rheumatoider Arthritis und anderen Systemerkrankungen. Für den Ausgabenanstieg sorgte der gesunkene Verbrauchsanteil der selektiven Immunsuppressiva mit relativ niedrigem Preisniveau bei gleichzeitigem Anstieg des Anteils der Interleukin-Rezeptor-Inhibitoren mit deutlich höherem Preisniveau.