Komponenten der Ausgabenveränderungen bei Mitteln mit hemmender Wirkung auf das Immunsystem L04 Immunsuppressiva Die Ausgaben für Immunsuppressiva beliefen sich 2019 auf 5,7 Mrd. Euro. Gegenüber 2018 ist dies eine Zunahme um 8,4 %. Den höchsten Anteil an den Ausgabenhatten die Mittel bei rheumatoider Arthritis (42,4 %).

Veröffentlicht am: 30.10.20

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

2019 ergaben sich für die Immunsuppressiva Mehrausgaben in Höhe von 440,5 Mio. Euro. Folgende Komponenten der Ausgabenänderung sind besonders hervorzuheben:

  • Verbrauch: Durch das ungebrochene Verbrauchswachstum stiegen die Ausgaben um 688,6 Mio. Euro. Die höchsten Verbrauchskomponenten fanden sich für die Immunsuppressiva bei Psoriasis und die Mittel bei rheumatoider Arthritis (RA) mit 221,2 Mio. bzw. 212,0 Mio. Euro.
  • Preis: Durch Preissenkungen kam es zu Einsparungen von 184,6 Mio. Euro, was überwiegend durch die Mittel bei MS bedingt war, doch zeigten sich auch bei den Mitteln gegen RA deutliche Einsparungen durch die Preiskomponente. Verursacht wurden die Einsparungen bei den MS-Mitteln durch Preissenkungen infolge von Preisverhandlungen im Rahmen der Nutzenbewertung. Bei den zur Behandlung der RA und anderen Systemerkrankungen gab es Preissenkungen bei Adalimumab infolge eines durch Biosimilars ausgelösten Wettbewerbs und bei Tofacitinib und Baricitinib führte die Nutzenbewertung zu Preissenkungen.
  • Generikakomponente: Der höhere Verbrauchsanteil von Generika/Biosimilars trug 2019 mit Einsparungen von 172,2 Mio. Euro deutlich zur Ausgabensenkung bei. Die Komponente zeigt in erster Linie den steigenden Verbrauchsanteil von Biosimilars bei den TNF-alpha-Inhibitoren an.
  • Therapieansatzkomponente: Durch diese Komponente stiegen die Ausgaben mit 72,8 Mio. Euro geringer als im Vorjahr. Dies beruhte zu einem großen Teil auf dem gestiegenen Verbrauchsanteil von JAK-Inhibitoren in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei rheumatoider Arthritis. Zu dem Effekt trugen außerdem die neuen Therapieansätze „Andere“ (Cladribin) und Anti-CD20-Antikörper (Ocrelizumab) in der Teil-Indikationsgruppe der Mittel bei MS bei.