Veröffentlicht am: 26.06.26
Als Psycholeptika werden Arzneimittel bezeichnet, die überwiegend hemmend auf bestimmte Abläufe im zentralen Nervensystem wirken.
| Teil-Indikationsgruppe | Therapieansatz | Wirkstoff (Einführung**) |
| Neuroleptika und Antipsychotika | Typische, niedrig- bis mittelpotente Neuroleptika wirken schwach antipsychotisch und ausgeprägt sedierend | Levomepromazin |
| Perazin | ||
| Thioridazin | ||
| Melperon | ||
| Pipamperon | ||
| Chlorprothixen | ||
| Zuclopenthixol | ||
| Sulpirid | ||
| Prothipendyl | ||
| Typische, hochpotente Neuroleptika wirken antipsychotisch und können typische, extrapyramidal-motorische Störungen verursachen | Fluphenazin | |
| Perphenazin | ||
| Haloperidol (1958) | ||
| Bromperidol | ||
| Benperidol | ||
| Droperidol | ||
| Flupentixol | ||
| Fluspirilen | ||
| Pimozid | ||
| Atypische Neuroleptika wirken antipsychotisch verursachen seltener extrapyramidal-motorische Störungen | Sertindol (1997) | |
| Ziprasidon (2002) | ||
| Lurasidon (2014) | ||
| Loxapin | ||
| Clozapin (1970er) | ||
| Olanzapin (1996) | ||
| Quetiapin (2000) | ||
| Asenapin (2010) | ||
| Amisulprid (1999) | ||
| Risperidon (1994) | ||
| Aripiprazol (2004) | ||
| Paliperidon (2007) | ||
| Tiaprid wirkt bei bestimmten Bewegungsstörungen | Tiaprid | |
| Lithium wirkt prophylaktisch bei Manien und Depressionen | Lithium (1949) | |
| Anxiolytika und Sedativa | Benzodiazepine wirken im ZNS dämpfend durch Verstärkung des hemmenden Transmitters GABA | Diazepam (1963) |
| Chlordiazepoxid (1960) | ||
| Medazepam | ||
| Oxazepam | ||
| Dikaliumclorazepat | ||
| Lorazepam | ||
| Bromazepam | ||
| Clobazam | ||
| Prazepam | ||
| Alprazolam (1984) | ||
| Flurazepam | ||
| Nitrazepam | ||
| Flunitrazepam (1979) | ||
| Triazolam (1979) | ||
| Lormetazepam (1980) | ||
| Temazepam (1981) | ||
| Midazolam (1984) | ||
| Brotizolam (1985) | ||
| Andere Anxiolytika | Hydroxyzin | |
| Buspiron (1985) | ||
| Andere Sedativa | Chloralhydrat | |
| Clomethiazol | ||
| Dexmedetomidin (2011) | ||
| Diphenhydramin | ||
| Doxylamin | ||
| Promethazin | ||
| Benzodiazepin verwandte Mittel wirken ähnlich wie Benzodiazepine | Zopiclon (1991) | |
| Zolpidem (1991) | ||
| Zaleplon (1999) | ||
| Melatonin-Rezeptor-Agonisten wirken schlaffördernd | Melatonin (2008) | |
| Tasimelteon (2016) | ||
| * Genannt sind alle Wirkstoffe, die zwischen 2013 und 2017 mindestens in einem Jahr verfügbar waren. ** Bei Einführung vor 1978 kann das Jahr der tatsächlichen Einführung in Deutschland abweichen, da es dazu ggf. keine einheitlichen Angaben gibt. Quelle: IGES, eigene Recherchen | ||
Zur Indikationsgruppe der Psycholeptika gehören zwei Teil-Indikationsgruppen. Die Neuroleptika und Antipsychotika werden zur Behandlung der Schizophrenie sowie anderer wahnhafter Störungen eingesetzt. Einige der Wirkstoffe finden auch Anwendung bei Unruhe- und Verwirrtheitszuständen.
Die Anxiolytika und Sedativa umfassen Wirkstoffe, die hauptsächlich angstlösend sowie beruhigend und schlafanstoßend wirken und daher bei entsprechenden Störungen eingesetzt werden.
Wichtigste Therapieansätze bei den Neuroleptika und Antipsychotika sind die typischen und atypischen Neuroleptika. Kennzeichnend für die typischen Neuroleptika ist die Nebenwirkung der extrapyramidal-motorischen Störungen, die sich – für den Patienten unkontrollierbar – in teilweise bizarren Bewegungsabläufen äußern, die der Patient nicht kontrollieren kann. Sie treten dosisabhängig auf und können irreversibel sein. Bei den atypischen Neuroleptika treten diese motorischen Störungen seltener auf. Die typischen Neuroleptika werden zusätzlich nach ihrer antipsychotischen Potenz (niedrig, mittel, hoch) differenziert: Bei den niedrig- bis mittelpotenten Neuroleptika finden sich ausgeprägt sedierende Eigenschaften, die bei den hochpotenten Neuroleptika sehr viel geringer ausgeprägt sind. Bei den typischen, hochpotenten Neuroleptika ist das Risiko extrapyramidal-motorischer Störungen größer.
Wichtigster Therapieansatz der Anxiolytika und Sedativa sind die Bezodiazepine. Sie verstärken die Wirkung von GABA, dem wichtigsten hemmenden Botenstoffs im Zentralnervensystem. Benzodiazepine wirken angstlösend (anxiolytisch), sedativ-hypnotisch (beruhigend und schlafanstoßend), antikonvulsiv bzw. antiepileptisch und muskelrelaxierend. Wegen der antikonvulsiven Wirkung sind einige Benzodiazepine auch relevant für die Behandlung von Krampfanfällen. Als weiterer Therapieansatz sind die Benzodiazepin-verwandten Mittel zu nennen. Sie wirken ähnlich wie die Benzodiazepine, doch nutzt man hier bei der Anwendung vor allem die sedierenden und hypnotischen Wirkungen.