Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln mit dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem (Psycholeptika) N05 Psycholeptika

Veröffentlicht am: 21.01.19

Fazit zu den Entwicklungen bei Mitteln mit dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem (Psycholeptika)

In der Indikationsgruppe Psycholeptika sanken die Ausgaben im Jahr 2017 4,6 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang von 0,7 %.

  • Verbrauch: Der Verbrauch von Psycholeptika ist 2017 um 1,5 % zurückgegangen und lag bei 552,8 Mio. DDD. Der Verbrauchsrückgang war vergleichbar mit dem in den vergangenen Jahren. Für die Teil-Indikationsgruppe der Anxiolytika und Sedativa zeigte sich zwischen 2007 und 2017 ein stetiger Verbrauchsrückgang von 315,9 auf 215,7 Mio. DDD, also um fast ein Drittel. Der Verbrauch von Neuroleptika und Antipsychotika stieg dagegen von 279,2 auf 337,1 Mio. DDD an, ein Zuwachs von rund 20 %. Erstmals war 2017 im betrachteten Zeitraum keine Verbrauchssteigerung für Neuroleptika zu erkennen.
  • Innovation: Die Indikationsgruppe ist zu einem großen Teil generisch. In den letzten fünf Jahren wurden nur zwei neue Wirkstoffe eingeführt, von denen es sich bei einem um ein Orphan Drug handelt. Insgesamt ist die Indikationsgruppe aktuell wenig innovativ. Entsprechend gering sind die Beiträge der Innovationskomponenten zu den Ausgabenänderungen.
  • Preis: Die Preiskomponente minderte die Ausgaben 2017 um nur 4,6 Mio. Euro. In der Vergangenheit waren die preisbedingten Einsparungen deutlich höher. Die durch Generikawettbewerb bedingten Einsparungen schlugen sich 2017 stärker in der Herstellerkomponente nieder, d.h., es wurden günstigere Anbieter gewählt. Hier spielten vermutlich auch Rabattverträge eine Rolle.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei den Mitteln mit dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem (Psycholeptika)

In den letzten Jahren war die Indikationsgruppe geprägt durch einen starken Ausgabenrückgang bei insgesamt leicht sinkendem Verbrauch, der jedoch nur die Teil-Indikationsgruppe der Anxiolytika und Sedativa betraf. Der Ausgabenrückgang ist dadurch zu erklären, dass in den vergangenen Jahren die Patente verschiedener atypischer Generika ausliefen, so dass der Markt nun zu einem großen Teil generisch ist. In den nächsten Jahren werden die bisher beobachteten Einsparungen geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Bahnbrechende Innovationen sind für die mengenmäßig wichtigste Gruppe, die Neuroleptika und Antipsychotika nicht zu erkennen. Hier ist künftig mit einem stabilen oder auch wieder leicht steigenden Verbrauch zu rechnen. Für die Teil-Indikationsgruppe der Anxiolytika und Sedativa wird sich der langsame Verbrauchsrückgang auch künftig fortsetzen.