Veröffentlicht am: 26.06.26
Die Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem ist eine Sammelgruppe, und entsprechend heterogen sind die hier zusammengefassten Arzneimittel.
Mittlerweile ist die Indikationsgruppe vermehrt den Fokus geraten, weil neu eingeführte Arzneimittel in dieser Gruppe eingeordnet wurden. In Bezug auf die Ausgaben ist hier das bei der Multiplen Sklerose eingesetzte Dimethylfumarat von größter Bedeutung.
Weil es sich bei der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem innerhalb der ATC-Klassifikation um eine Sammelgruppe handelt, müssen die Therapieansätze und Wirkstoffe sehr vielen Teil-Indikationsgruppen zugeordnet werden, die teilweise nur durch einen einzigen Wirkstoff definiert sind.
Innerhalb der Sammelgruppe ist nochmals eine Teil-Indikationsgruppe als Sammelgruppe definiert, zu der ganz unterschiedliche Wirkstoffe gehören.
Drei Teil-Indikationsgruppen umfassen jeweils Arzneimittel, die bei bestimmten Formen der Abhängigkeit eingesetzt werden, nämlich bei Alkohol-, Nikotin- bzw. Opiatabhängigkeit.
Antivertiginosa werden zur symptomatischen Therapie von Schwindel eingesetzt und zwar vorzugsweise bei Schwindel, der durch Erkrankungen des im Innenohr gelegenen Labyrinthorgans bedingt ist.
Zur Teil-Indikationsgruppe der Parasympathomimetika gehören verschiedene Wirkstoffe, die bei unterschiedlichen Erkrankungen und Störungen eingesetzt werden. Zu nennen sind hier einerseits die Myasthenia gravis, andererseits ein Blasenverhalt oder eine Magen-Darm-Atonie, wie sie bspw. postoperativ auftreten können.
Zur Teil-Indikationsgruppe der Kaliumkanalblocker gehören zwei Wirkstoffe, von denen einer beim Lambert-Eaton-Myasthenie-Syndrom, der andere zur symptomatischen Therapie von Gehstörungen bei Multipler Sklerose eingesetzt wird.
Aus der Teil-Indikationsgruppe der sonstigen Mittel für das Nervensystem sind vor allem Wirkstoffkombinationen zur Behandlung von neurologischen Störungen relevant, die durch Mangel an Vitamin B1 und B6 bedingt sind.
Verschiedene weitere Teil-Indikationsgruppen umfassen jeweils Wirkstoffe zur Behandlung verschiedener selten auftretender Erkrankungen. Diese sind: Mittel bei ALS (amyotrophe Lateralsklerose), Mittel bei familiärer Amyloidpolyneuropathie, Mittel bei Narkolepsie und Mittel bei Friedreich-Ataxie.
Die wichtigsten Therapieansätze in Bezug auf den Verbrauch sind die Opioide, Antivertiginosa und Parasympathomimetika.
Der Therapieansatz der Opioide umfasst verschiedene Opioide zur Substitutionstherapie bei Opioid-Abhängigkeit.
Arzneimittel aus dem Therapieansatz der Antivertiginosa wirken über unterschiedliche Mechanismen symptomatisch bei Schwindel, insbesondere vestibulärem Schwindel.
Zum Therapieansatz der Parasympathomimetika gehören Wirkstoffe, die die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin (ACh) imitieren. Dies wird entweder auf indirektem Weg erreicht, indem der Abbau von ACh gehemmt wird, wie bspw. durch Neostigmin. Bethanechol oder Pilocarpin wirken dagegen direkt, indem sie wie ACh an den ACh-Rezeptor binden und ihn aktivieren.
Die relevantesten Therapieansätze hinsichtlich der Ausgaben sind Transthyretin-Stabilisatoren, Opioide und RNAi-Therapeutika.
Transthyretin-Stabilisatoren stabilisieren Transthyretin (TTR)-Tetramere und hemmen so bei der familiären Amyloidpolyneuropathie vom TTR-Typ die Bildung von Monomeren, aus denen sich Amyloidablagerungen bilden können.
Bei den RNAi-Therapeutika handelt es sich um Wirkstoffe, die mit der zelleigenen RNA interferieren. Sie binden hochspezifisch an eine Ziel mRNA (messenger RNA), wodurch die Synthese bestimmter Proteine in der Zelle gehemmt wird.