Aktuelle und künftige Entwicklungen bei Mitteln für das Nervensystem N07 Andere Mittel für das Nervensystem

Veröffentlicht am: 26.06.26

Fazit zu den Entwicklungen bei anderen Mitteln für das Nervensystem

Arzneimittel aus der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem verursachten 2024 für die GKV Ausgaben in Höhe von 674 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Ausgaben um 165 Mio. Euro bzw. 32 %.

  • Verbrauch: Der Verbrauch lag 2024 bei 161 Mio. DDD und damit 0,4% höher als im Vorjahr. Den größten Anteil am Verbrauch hatten mit 47% die Mittel bei Opiatabhängigkeit. Die auffälligste Entwicklung der letzten Jahre war der erhebliche Verbrauchsanstieg der Mittel bei Opiatabhängigkeit. Hier war der beobachtete Verbrauch bis 2022 im Vergleich zu 2019 um mehr als das Dreifache angestiegen. Hintergrund dieser Entwicklung war eine Verschiebung von Rezepturen auf Basis von Grundstoffen, die in den für den Arzneimittel-Atlas herangezogenen Abrechnungsdaten nicht sichtbar sind, hin zu einer Abgabe von Fertigarzneimitteln, vor allem für den Wirkstoff Levomethadon.
  • Innovation: In der Indikationsgruppe sind in den letzten fünf Jahren vier neue Wirkstoffe eingeführt worden, u. a. das Omaveloxolon zur Behandlung der Friedreich-Ataxie. Da dieses Orphan Drug der einzige Wirkstoff in der zugehörigen Teil-Indikationsgruppe ist, schlägt sich diese Innovation vor allem in der Verbrauchskomponente nieder. Das Eladocagen exuparvovec, eine Gentherapie zur Behandlung des sehr seltenen Mangels an Aromatischer L-Aminosäure-Decarboxylase (AADC), wird nur stationär verabreicht und bildet sich daher in dieser Analyse zu ambulant abgegebenen Arzneimitteln nicht ab.
  • Preis: Durch Preissenkungen kam es 2024 zu Einsparungen in Höhe von 5,7 Mio. Euro.

Ausblick auf künftige Entwicklungen bei anderen Mitteln für das Nervensystem

Bei der Indikationsgruppe der anderen Mittel für das Nervensystem handelt es sich um eine heterogene Gruppe mit für die meisten Teil-Indikationsgruppen unscheinbarer Dynamik in Bezug auf die Ausgabenänderungen. Die Ausgabenentwicklung wird aktuell zu einem Großteil durch die Mittel bei familiärer Amyloidpolyneuropathie bestimmt und hat in den letzten Jahren zu deutlichen Mehrausgaben geführt. Dies wird absehbar auch in den nächsten Jahren der Fall sein, wenn auch in leicht abgeschwächter Ausprägung.